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Canale Grande (4. Anja)

Roman zum Thema Befreiung


von Hartmut

Ich bekomme Besuch: Durch den Spion sehe ich eine Frau mit einem Kind an der Hand. Etwas verwirrt mache ich auf. „Paul?“, fragt sie, „lass mich rein, ich möchte dir was übergeben.“ Ich öffne, „Anja heiße ich. Du kommst aus Canale, ich war vor fünf Monaten dort. Was ist passiert? „ Sophia ist mit dem Auto verunglückt!“ „Das war die Mafia, sie hat den Auftrag ausgeführt. Wir müssen weitermachen“, sagt sie kühl. „Wer ist WIR?“ „Wir, das bin ich, Du, Paul und die vielen anderen in Deutschland, Italien und überall auf der Welt. Wir kämpfen gegen die Gier. Wir stoppen die Invasion der Barbaren. Das ist Emilia, meine Tochter, sie soll leben. Dann holt sie einen Schuhkarton aus ihrer Plastiktasche. „Hier ist das Übel, Schwarzgeld aus der Schweiz.

Ich treffe unerwartet Anja in der Muckibude wieder, auch sie unterhält sich mit dem Besitzer auf Italienisch.  Sie wartet, steht später am Ausgang. Ohne Begrüßung sagt sie schnell: „Komm morgen gegen 11 Uhr zum Spielplatz im Stadtpark.“ 
Anja hat mich auf dem Spielplatz verführt, so wie Paul im Toskana, Sophia in Canale. „Wir sammeln das Geld, um die Welt zu retten“ und küsst ihre Tochter. Dann gibt sie mir einen Wagenschlüssel nebst Parkschein.
Jetzt  bin ich auf der Autobahn Richtung Luxemburg in einem Mietwagen. Ziel ist das Krankenhaus Grand Duchess Charlotte Maternity Hospital, genauer der Parkplatz Nr.1 für Ärzte. Dort soll ich den Kofferraum eines blauen Passats, leicht erkennbar als Dienstwagen unseres Klinikums öffnen  und einen Notfallkoffer mitnehmen. „Hier hast du noch etwas, zieh ihn an, dann fällst Du überhaupt nicht auf“, sagte Anja verschmitzt bei der Übergabe und ich bekam  einen frisch gebügelten Arztkittel.
Das Krankenhaus in Luxemburg ist leicht zu finden und auch der blaue Passat mit deutschem Kennzeichen. Ich ziehe den Kittel an, gehe etwa hundert Meter zum Wagen, öffne ihn, und bin erstaunt über den großen Notfallkoffer, nehme ihn mit. Zurück zum Auto, warte.  Plötzlich kommt ein älterer Herr, auch er im weißen Kittel, groß, grau und schlank, vielleicht um die sechzig, steigt ein, fährt aber nicht weg. Ich gehe etwas näher, dann an ihm vorbei und sehe, dass er telefoniert. Im Knast habe ich gelernt, Menschen einzuschätzen, ohne Psychologe zu sein. Ich fühle ohne Worte, welcher Typ das ist. Ich glaube, dass jeder Mensch eine eigene, persönliche, elektromagnetische Strahlung aussendet, die nicht jeder empfangen kann. Ich kann es. Bei Paul war sie eindeutig, und auch bei ihm ist sie es. Sein Frequenz signalisiert: aufpassen, gefährlich. Ich warte noch. Ein jüngerer Mann im Kittel kommt und bleibt am Passat stehen. Der Mann im Auto reicht ihm die Hand, dann öffnet er den Kofferraum. Für ein paar Sekunden steht er wie erstarrt da, sein Mund bewegt sich, er schaut sein Gegenüber an und dann blickt er über den Parkplatz, als ob er etwas sucht.
Eine Woche später sitze ich in Anjas Auto und fahre mit ihr und ihrer Tochter nach Süden. „Das Geld im Notfallkoffer, dass Du meinem Chef in Luxemburg abgenommen hast, ist natürlich Schwarzgeld“, erklärt sie mir.  „Er ist ein bekannter Chirurg und hat es von reichen israelischen Bürgern bekommen, Juden, die er angeblich kostenlos operiert hat aus einem historischen Schuldgefühl heraus, wie er mir einmal erklärte. Eine Koryphäe auf seinem Gebiet, anerkannt, trotzdem gefährlich, ein Krimineller. An solchen Typen geht die Welt zugrunde, wenn wir nicht aufpassen.
Vor Frankfurt taucht die Skyline auf. Sie fährt, und für kurze Zeit schaut sie zu mir herüber und fängt laut an zu singen: „We shall overcome.“ Dann lächelt sie: „Da ist die Gier, unser nächstes Ziel, one day.“ Im Rückspiegel sehe ich ihre Tochter schlafend, auch sie lächelt so, als ob sie einen schönen Traum träumt. 

Fortsetzung folgt!

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