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Nebulös

Kurzprosa zum Thema Traum/ Träume


von Moja

Ich träumte – ich machte mich zu einem früheren Ort auf, um zu sehen, was aus ihm geworden war, und was er in mir hervorrief.

Auf dem baumlosen Sandweg, der Fluss in Nebel gehüllt, undeutlich die andere Uferseite, war es ganz still. Bald gelangte ich zu einem einzelnstehenden Haus, das mir bekannt vorkam. Ich suchte sogleich die Namensschilder ab. Anitas Namen fand ich nicht. Hinter dem Haus der Stand einer Behindertenwerkstatt mit weißem Porzellan. Ein freundlicher Verkäufer bot mir dürftige dünne Teller an. Ich ging einfach weiter.

Im Nebel war nichts zu sehen, nur hier und da eine Duschkabine. Ich duschte, und als ich um die Ecke lugte – ich drang in Privates ein: lag da eine junge Frau auf dem Krankenbett mit angezogenen Beinen, ich zog mich zurück, lief schnell weiter.

Und während ich entschlossen ausschritt, stiegen aus meinem tiefsten Innern Erinnerungen auf an einen heißen Sommertag, klares Licht, Schatten unter Kiefern, wir Kinder planschten in der Spree, Anitas Lachen. Das plötzliche Nebeneinander der Spreearme zu beiden Seiten des Weges teilte meine Erinnerung. Der Nebel war von einem stillstehenden Grau und dämpfte etwas, das aus der Erinnerung überhing, während ich in der Kindheit zurückblieb – menschenleer, nur Nebel und Duschkabinen. Ich duschte noch einmal.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Hannah
Kommentar von Hannah (09.11.2019)
Liebe Moja,

diese etwas trostlose Landschaft mit Fluß und Nebel bedeutet das bald eine Klärung geschehen wird. Da ich annehme das es nicht zu sehen war ob das Wasser klar war, was gute Geschäfte bedeuten würde. Doch so ist es ein kleines Hindernis, welches das Geheimnis noch mehr verbirgt.
Das einzel stehende Haus bedeutet einen Menschen den Du nicht kennst kennst und der Dir nicht helfen kann.
Die Behindertenwerkstatt und das dünne Porzelan läßt daran denken das Du Dich nicht getraust großen Besuch zu Empfangen, wo dann die Überraschungen fehlen.
Die Duschkabine gibt Hoffnung, ich denke das Duschwasser war warm, was dir etwas Wohlgefühl gab.
Die Kranke hast Du übergangen, wie manche freudigen Möglichkeit.
Die Erinnerung an einen schönen Tag an der Spree, bringt die erste Klärung in den Nebel, doch klären mußt Du alleine. Das nochmalige duschen und die vielen Kabinen, wie auch der Nebel sagen, das bald einiges an Klarheit eintritt, auch durch neue gute Erlebnisse.


Gruß von Babette
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Moja meinte dazu am 09.11.2019:
Herzlichen Dank für Deine ausführliche Beschreibung, liebe Babette!

Ganz richtig, ich hatte viel aufzuklären, als ich vor ca. zehn Jahren meine Familiengeschichte recherchierte, da lief auch viel Wasser den Bach hinab, das nun in einem Text endet - also ein gute Erlebnis.

Dir viel Schönes & Gutes!
Moja
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (09.11.2019)
Ich lese von einer zerbrochenen Freundschaft (Parallelarme der Spree), deren Erinnerung nicht abgewaschen werden kann, jedoch so undeutlich bleibt, wie es die Furcht davor gebietet.
Super!

Bewundernde Grüße
der8.
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Moja antwortete darauf am 09.11.2019:
Heiß, heiß, du bist dicht dran, Große Zwergin - zwei halbe Schwestern ergeben nicht unbedingt eine ganze.

Solche Träume können einen heimsuchen, wenn man die eigene Familiengeschichte recherchiert und den Nebel der Sprachlosigkeit lüftet - Bilder über Bilder, unheimlich, vor allem diese schrecklichen hölzernen Duschkabinen.

Dank Dir schön!
Moja
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Kommentar von Agneta (09.11.2019)
es gruselt einen... gut geschrieben. LG von Agneta
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Moja schrieb daraufhin am 09.11.2019:
Danke, Agneta,
mir war auch gruslig zumute, nicht nur beim Schreiben.

Liebe Grüße, Moja
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (17.11.2019)
Endlich weiß ich, liebe Monika, woher ich die Idee mit dem Namensschild habe, von dir. Nun geht es nicht um Familiennamen, sondern den Namen einer Stadt: Mainz! Und das kam so.Neulich hat der Sohn unserer Nachbarin einen Holzzaun entfernt, der auf unserem Grundstück stand und einen Sichtschutz zwischen beiden Gründstücken darstellte, wo vorher eine Hecke stand. „Uwe“, sagte ich, „und was ist mit der Sicht?“ Er: „Der Zaun ist niedriger, aus Maschendraht, wegen Benni.“ Benni ist sein Hund. Ich: „Dann kannst du den Zaun doch gleich auf die Grenze setzen.“ „Ja“, sagte er, „könnte ich.“ Zwei Tage später rief er an, um einen Kompromiss mit mir zu schließen, zu dem wir uns auch einigten, den seine Mutter aber widerrief. Nun habe ich rechtliche Schritte angekündigt; gleichzeitig werde ich ein Schild an unserer Grenze aufstellen mit dem Text: Alles Mainz. Den Text kann sie sich dann täglich von ihrer Terrasse aus ansehen. Viele liebe Grüße von Gil.
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Moja äußerte darauf am 18.11.2019:
Schöne Geschichte wieder mal, lieber Gil.
"Alles Mainz" - gefällt mir!

Vergnügte Grüße, Moja
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