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Gedicht zum Thema Abgrund


von RainerMScholz

Als ich eines Tages ging
und mich im Asphalt verfing,
landete ich, stolzer Tor, auf dem Bauch;
es tat sehr weh und ich weinte auch.
Da hab´ ich zukünftig gedacht,
schau ich nicht nach der Wolkenpracht,
den Engeln und des Lichtes Helle,
sondern nach des Bodens Delle
und was dort darunter läge,
wo hier wohl die Schräge,
das Ab und das Hinunter;
das scheint mir zwar nicht bunter,
als des Regens Bogen,
doch ich falle weniger;
und hier unten wird nicht so gelogen,
wie in den Spitzen aller Höhen.
Ich schaue mir die Welt von unten an,
und manchmal kann
ich eines Wurmes Jauchzen hören.
Das würde euch wohl sehr verstören,
denn er singt von der untersten Nacht.

Wenn der Regen vom Bogen niedergeht,
ist die untere Welt bestrebt
zu wachsen und gedeihen.
Wir wollen unseren Teil vom Glück ausleihen
von der Allgewalt.
Gib ihn her, sonst ereilt
dich ein böses Schickesal:
du endet bei uns hier im Tal
der Dunkelheit.
Des seist du gemeit.

Das hab´ ich denn auch mitgemacht,
und seit dem lieg´ ich hier
unter dem Rasen beim Getier.


© Rainer M. Scholz


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Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (03.12.2019)
Sprachlich verständlich, überzeugend makaber, hintergründige Ironie. Schönes "Gute Nacht" Gedicht für Einsiedler!
Da gibt's nichts zu meckern
TT
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RainerMScholz meinte dazu am 03.12.2019:
Einsiedeln im Untersiedel.
Gruß + Dank,
R.
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