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Erzählung zum Thema Ende


von RainerMScholz

Eine grinsende, kreidebleiche Mondhälfte hing traurig über den Dächern von Sonora, als sie in Ottos Mansardenwohnung eintrafen, mitten im Hochhauslabyrinth zwischen Neonlaternen, altem Hausrat, Müll und lauernden Schatten. Das zusammengewürfelte Mobiliar des geräumigen Zimmers, bestehend aus 50er Jahre-Sesseln, Karotisch, einem original mottenzerfressenen Doppelkornwildschweinschädel, der aus einem gebleichten grüngelben Tapetenmuster ragte, war eindimensional in Front des allmächtigen Fernsehers stereodolbysurround ausgerichtet.
Die Party schien schon gelaufen: Außer dem Gastgeber und seiner lallend angetrunkenen Halbschwester war niemand mehr da. Angela wackelte leicht mit dem Kopf, grinste Seveso scheinbar lüstern an, während ein Speichelfaden an ihrem Kinn klebte, griff nach einer Dose Aldi-Bier, lachte aus unerfindlichen Gründen heiser zwischen zwei blauen, lungenzerbröselnden Zügen aus einer ziemlich dicken Zigarette. Ihre linke, rostig dornen­warzige Brust rutschte neugierig aus dem fleckigen, ehedem hellblauen Männerunterhemd wie eine obszön fleischige Aubergine.
„Ich dachte, hier geht die Party.“, lässt Thermonuklear sich in einen Sessel fallen und stellt die Sixpacks links und rechts neben sich auf den durchgelaufenen gräulichen Teppichboden.
„Is´ doch. Setzt euch. Angie, zieh´ das Hemd hoch!“
Sie sieht gläsern in die Richtung, aus der sie denkt, dass die Stimme kam, blickt dann an sich herab und schiebt den Träger über die schiefe Schulter hoch, lächelt geniert, starrt in das flimmernde obligatorische Irgendbild des Fernsehers.
„Wo sind denn die ganzen Leute, von denen du gesprochen hast, Otto?“
T.Kid öffnet ein Bier und blinzelt durch den Zigarettenqualm in seine Richtung.
„Ja, und wo sind die Mädels, Otto? Abgesehen von ihr natürlich.“
Bone deutet auf die abwesend auf der Zweiercouch hindämmernde Schwester. Er beugt sich zu ihr hinab und küsst sie überraschend auf die Wange. Angela schreckt unwillkürlich zurück, lächelt ihm jedoch lasziv zu, streckt die Zunge heraus und wendet sich wieder unbeteiligt ab. Patti Smith in einem schmuddeligen Hinterhausdurchgang.
Otto reibt trunken seinen rasierten Schädel, legt die Stirn in Falten, schaut zu Boden. Dann, ratlos zu Bone, Thermonuklear und Seveso gewandt: „Tut mir leid, irgendwie sind die alle schon gegangen.“
Lächelt dann debil in sich hinein, ob des eigenen Witzes: „Die wussten wohl, dass ihr gleich kommt.“, und schlägt sich auf die speckigen Jogginghosenschenkel. Er hat schon längst Schlagseite, und er ist arbeitslos seit die Mauer fiel. Er hat schon alle Phasen mitgemacht - Punk, Skinhead, Hooligan, Waver, Rocker. H, Ecstasy, Koks, Alkohol und Scheißepilze. Man wusste nie so genau, was es diesmal war. Oder wo man überhaupt dran war.
„Na schön, was soll’s. Vergessen wir’s. Mach Musik und dann scheiß der Hund `drauf .“
„Ja leck mich doch am Arsch, wenn’s euch nicht passt, dann zieht halt wieder ab, mir doch egal. Und hört verdammt auf, meine Schwester zu begaffen! Ja, dich meine ich, Seveso. Knallt euch euer Zeug `rein und lasst mich in Ruhe.“
Sevesos Kopf wirbelt zu ihm herum, er will etwas sagen, reibt sich seine verkrümmte Hand, resigniert, als er Thermonuklears Blick erwischt. Beide Männer sind von ähnlicher Statur, imposante Erscheinungen, beinahe archaisch in dieser profanen, massigen, brutalen Körperlichkeit. Zu diesem Anlass nimmt Angela ihre Umwelt wieder wahr, blickt sensations­heischend wimpernschlagend auf, richtet den abermals von der Schulter geglittenen Träger, lächelt zaghaft.
„Setz´ dich doch, Seveso.“
Sie deutet auf den Platz neben sich, ungeachtet ihres Bruders. Sevesos Blick verschleiert sich nebelig, er schüttelt den Kopf und lässt sich niedersinken. Als hätte er vergessen, was er gerade gesagt hat, lässt sich Otto ihnen gegenüber in einen Sessel fallen und nimmt sich eine zerbeulte Dose, deren Inhalt einen schalen Geschmack auf seiner Zunge hinterlässt.
B-Bop-Bone: “Ich mach ‚mal Musik.“
Thermonuklear-Kid: “Also Otto, was ist jetzt mit der neuen Wohnung? Schon einen Bescheid gekriegt vom Amt?“
Seveso: “Weil die sich da so beeilen!“
Otto schüttelt den Kopf.
„Aber ich stehe auf der Liste. Allerdings steh’ ich auf vielen Listen.“, und er lacht.
Bone hat eine alte G.B.H. gefunden und legt sie auf den verstaubten Plattenteller. Seveso rückt näher an Angela heran, wagt es jedoch nicht, sie zu berühren - an der Schulter, oder am flaumig blondgehaarten Arm vielleicht -, atmet nur ihren Körper, fühlt die Hitze ihres verschwitzten Fleisches wie durch einen filigranen Por­zellankokon. Die Nadel des Tonarms taumelt irr über die zerkratzte Musik einer unmöglich erscheinenden Vergangenheit, vaporisiert in einen atmosphärischen Nebel, zerstreut in einer wuchernden Antiwelt, selbstgefressen in exzessiver zerstörerischer Heißhungerwut. Den Teufel auf alles!
„Ja, ich weiß,“, sagt T.Kid und lächelt sardonisch, „Hühnerficken ist auch irgendwie Blasphemie.“


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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Langer Nächte Messer.
Veröffentlicht am 14.01.2020. Textlänge: 718 Wörter; dieser Text wurde bereits 70 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.06.2021.
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