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Erzählung zum Thema Ende


von RainerMScholz

Durst. Dieser sengende Durst, der im Kopf zu sitzen scheint. Bioelektrische Impulse zwischen den Synapsen. Die Leere füllen, das Loch im Schädel, das grausame, hungrige Nichts im zuckenden Gewebe. Thermonuklear versuchte es mit Wodka zu füllen, das Loch zu schließen, zu füttern wie ein gieriges Raubtier. Mehr, immer mehr. Oder es zumindest für eine Weile zu vergessen. Sich abzulenken mit den beinahe fremden Stimmen, die doch aus seinem Innern drangen. Von irgendwoher in ihm drin. Aus dem Nichts. Aus dem Loch. Wodka Orange, Wodka Lemon, Wodka Sprudel, Wodka Brause. Seine ungeheuer nichtssagende unbedeutende Existenz beunruhigte ihn. T.Kid. Thermonuklear. Thorsten Schneider, Student (von was eigentlich? - vergessen), Gelegenheitsarbeiter, Aushilfe im Messeturm. Vom letzten Stockwerk pinkeln. Mit den Kumpels saufen. Dann die Schübe schizoider Wahnvorstellungen, während denen er Unterhaltungen mit Personen führt, die außer ihm niemand sehen kann. Die autistischen Gedankenspiele, die niemals ein Ergebnis zeitigen, keine Konsequenz. Wie Verbrechen ohne Motiv. Wie der unerdenklich brennende Durst in seinem Kopf. Der Hunger nach einer realen Essenz, ein reines Etwas, das einfach da ist, unhinterfragt, existent, bloß, uni, klar. Wahrhaftig! Eine reine klare unbestechliche Antwort auf eine entschiedene Frage. Nur einmal! Keine Diskussion, kein klärendes Gespräch, kein sowohl-als-auch. Nicht das endlose Gerede und stupide Gefasel; keine Ausflüchte, keine Entschuldigungen, Abwägungen, Ungereimtheiten, Bedenklichkeiten. Thorsten Schneider wollte einmal in seinem Leben eine klare Antwort erhalten. Gleichgültig, wie die Frage lautet. Nicht die Lüge, die Frage sei die Antwort, der Weg sei das Ziel, Lernen sei das Leben. Das ist es nicht. Das ist es nicht.
Doch sein Gehirn fabrizierte diese sengenden Löcher. Die alles verschluckten. Eine Information fließt ein, wird absorbiert und produziert gleichzeitig eine Flut von neuen Fragen. Circulum virtuosus - doch das Wissen um eben diese Komplexität befriedigte ihn keineswegs. Wer ist das da drin? Was will er? Warum verschwindet er nicht endlich? Wer ist das?
Und nach der halben Flasche wusste er, dass er es nicht wissen wollte, nicht wissen konnte, wem das Gesicht im Spiegel gehört, wessen Augen ihn suchend anstarren, wessen Augenbraue scheinbar ironisch zweifelnd nach oben zuckte, weil er nicht verstanden hatte. Nicht verstanden, wer er war. Verrotten ist das Leben, nichts sonst.
Thermonuklear-Kid starrte in die blauen, farbigen Schatten des Fernsehgeräts. Die Wände umschlossen ihn. Schwarzweißmaskierter Black Metal aus Norwegen kratzte aus den Boxentürmen: Tod, Vernichtung, Helheim, die Axt im Kopf, Jungfrauenblut im Gralsbecher. In den Nachrichten: Völkermord in Ruanda. Elf Aquitaine gegen Coca Cola. Stellvertreterkriege an fremden Fronten. Massakrieren zur Maximierung des Gewinns. Titanenkampf der Wirtschaftshemisphären. Neokoloniale Markterschließung des Schwarzen Kontinents. Verstümmeln und ausbluten lassen. Abgeschnittene Ohren an ledernen Halsketten. Gesichter ohne Lippen, ohne Nasen, die in sein Zimmer starren. Pünktlich zur Tagesschauenblutwurstzeit. Diese ausdruckslosen starrenden Augen und aufgerissenen Münder. Dürre Hungerärmchen und –beinchen. Knochige gehäutete Schädel und geblähte Fußballbäuche. Mit Tipp-Ex weiße Rauten daraufgemalt und freigegeben zum Elfmeterschießen.
Er legt ein Video ein. Behaarte muskulöse Männer spritzen ihr Zeug über die aufgepumpten Titten von Dolly Buster. Scheint ihr Spaß zu machen. Aus unerfindlichen Gründen.
Und weshalb sollte er da zuhause bleiben.


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RainerMScholz
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Langer Nächte Messer.
Veröffentlicht am 14.01.2020. Textlänge: 497 Wörter; dieser Text wurde bereits 74 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.06.2021.
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