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Endstufe

Sonett zum Thema Sinn/ Sinnlosigkeit


von Ralf_Renkking

Versucht der Mensch die Angst zu stillen,
zwingt er die Nadel auf die Rillen,
wie atonal, wie schrill
die Glocken des Alarms auch schrillen,
er wirft im Zuge seiner Grillen
die Glut der Hoffnung auf den Grill
inmitten Ungeziefer und Bazillen,
doch drückt er aus, was niemand sehen kann noch will.

Er schaut herum. Die Welt schweigt still,
denn sie trägt abgetönte Brillen,
um sich nach altbewährtem Drill
den Widerwillen
dank Stil und Thrill
zu drillen.

Anmerkung von Ralf_Renkking:

Madrigal.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Habakuk
Kommentar von Habakuk (16.01.2020)
Gefällt mir!

in bälde sticht uns diese nadel
bei all dem welt-komödienstadel
zu pauken- und trompetenmarsch
in unsren grell entflammten arsch

Heterometrische Verse, die zu deinem Gedicht gedanklich passen dürften, m. E. zumindest. Zu einem Madrigal reicht es leider bei mir nicht.

BG
H.
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Ralf_Renkking meinte dazu am 16.01.2020:
Hallo Habakuk,

danke sowohl für Empfehlung als auch Deine jambischen Verse, besonders aber für den indirekten Hinweis zum Thema Madrigal. Tatsächlich scheint es in neueren Internet-Definitionen wie z. B. Wikipedia und Wortwuchs auf die Einteilung in 2-3 Stanzen bei 3 Doppelversen & Refrainvers m. Reim begrenzt zu sein, so dass ich schon glaubte, mit obiger Behauptung falsch zu liegen, "Unterm Lyrikmond" und der Poetiker Hans-Dieter Gelfert jedoch definieren es stychisch, mit unterschiedlichen Verslängen als auch Versfüßen, erstere beziehen sich also auf die italienische Lyrik. Richtig spannend fand ich einen Auszug aus Daphnis 31, Gert Hübner: "Christoph von Schallenberg und die deutsche Liebeslyrik, S. 163, in der Hübner "ein madrigalisch komponiertes Sonett" erwähnt, und selbst wenn ich mich nicht ganz im Rahmen der Vorgaben bewege, meine ich doch, obigen Hybrid rechtfertigen zu können.

Ciao, Frank
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