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Im Blau der Stille

Essay zum Thema Literatur


von Dieter Wal

II. Myrddins Stab

Gib deinen Stab, Myrddin! Druidenast der Buche, 
bebender Waldboden, Rauschen des Flusses, starker Wind 
im Segel, umwehte Turmzinne, beiger Linnen-Mantel, 
seltenes Wort aus Zimt, verzaubertes Schwert, kräftiger 
blauer Lachs, kristallklarer See, lichte Esche, vielblütiger 
Apfelbaum, fruchtbringende Quitte, leuchtender Sanddorn, 
saure Berberitze, weißer Stein, Kirschenblüte, aortaförmiger 
Blitz. 

Hält Merlin seinen Stab, wölben sich schwarze Wolken 
am braunen Himmel.


Dieter Wallentin



Bürger Fantasiens mit doppelter Staatsbürgerschaft spiegeln nicht einfach ihr Innenleben in der Außenwelt, ihr Innenleben wird manchmal Außenwelt.

Bist du Schönwetterfreak, bitte imaginiere keine schwarzen Wolken!!! :)

Wie dem auch sei. Die Schluss"strophe" von "Myrddins Stab" resultiert aus spontanem Wetterumschwung, in dem Moment, als ich mir schwarze Wolken vorstellte.

Die Metaphern-Reihungen davor vergegenwärtigen Myrddin.



Sigune Schnabels "Im Blau der Stille" gelesen als Beziehungsgedicht.

"Unter schwarzem Himmel
gehen wir über Felder,
barfuß."

Wer da warum und wohin genau geht, niemand weiß es.

"Wir vergessen,
wie neben uns die Jahre sterben."

Für sie ist die Welt in Ordnung.

"Aus deiner Hand wächst
blauer Mohn
bis zu meinem Schulterblatt hinauf,
so weit,
dass er bald alle Worte überrankt,

und Blätter fallen
von der Sprache."

Vollkommene Harmonie.




Im Blau der Stille

Unter schwarzem Himmel
gehen wir über Felder,
barfuß.

Wir vergessen,
wie neben uns die Jahre sterben.

Aus deiner Hand wächst
blauer Mohn
bis zu meinem Schulterblatt hinauf,
so weit,
dass er bald alle Worte überrankt,

und Blätter fallen
von der Sprache.


Sigune Schnabel

Anmerkung von Dieter Wal:

Sigune Schnabels "Im Blau der Stille" zitiert nach dem Faltblatt zum Thema "Blau", "Monatsblatt No. 64, September 2017 , von Lyrik in Köln.


 
 

Kommentare zu diesem Text


LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (22.01.2020)
Hält Merlin seinen Stab, wölben sich schwarze Wolken
am braunen Himmel.


Das werde ich heute Abend gleich einmal ausprobieren (lassen), vorausgesetzt, Merlin ist einverstanden.

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Dieter Wal meinte dazu am 22.01.2020:
Welche Stab-Marke? Fanzines Harry Potters sind je nach Blickwinkel super oder schrecklich.

Antwort geändert am 22.01.2020 um 12:25 Uhr
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LottaManguetti antwortete darauf am 22.01.2020:
Marke Eigenbau.
diese Antwort melden
Dieter Wal schrieb daraufhin am 22.01.2020:
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (22.01.2020)
Der Bezug beider Gedichte stellt sich über die Wolken und den Zauberstab her.
In deinem Eigenwerk führst du orientalische Üppigkeit und keltische Mythen zusammen und beweist damit, dass man mit Schnabelscher Schlichtheit und Wallentinischer Opulenz das Gleiche ausdrücken kann.

Gefällt.
Der8.
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Dieter Wal äußerte darauf am 23.01.2020:
Danke für die gute Gelegenheit, keltische Lyrik in Schutz zu nehmen. In Kindlers Literaturlexikon findet sich ein umfangreiches Essay über keltische Literatur. Im weitesten Sinn. Eigentliche Kelten kannten keine Schrift wie Germanen bis ins 3. Jh v. Chr. Dafür gab es Ausbildlungen von mehreren Jahrzehnten, in denen Druiden mündlich unterrichtet wurden und beispielsweise Epen und Zauberlieder erlernten. Liest du den Kindler dazu, findet sich formal perfekte und lebendig wirkende Nachdichtung früher keltischer Lyrik. Deine Orientalikvermutung irrt. Jedoch waren Reihungsgedichte bei Kelten sehr beliebt, was auch mit deren Memotechniken und fehlender Schriftkultur zusammenhing. Je intelligenter ein Gedicht formal strukturiert war, desto leichter ließ es sich einprägen!

Auch würde ich niemals von schnabelscher Schlichtheit, sondern emotionaler Tiefe, Anschaulichkeit und, beispielhaft in diesem Gedicht, besonderer malerischer Gestaltung sprechen, was grundsätzlich für ihre Lyrik gilt.

Antwort geändert am 23.01.2020 um 08:01 Uhr
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AchterZwerg ergänzte dazu am 23.01.2020:
Eigenartig,
wie verschieden das Wort "schlicht" besetzt ist.
Für mich schließen sich Schlichtheit und emotionale Tiefe überhaupt nicht aus. Im Gegenteil (hiesiges gutes Beispiel: BeBa)! - Danke aber für die Aufklärung bzgl. der keltischen Lyrik. Diese Dinge sind mir großenteils neu und deshalb sehr interessant.

Mit "orientalischer Fülle" meinte ich die starke Adjektivlastigkeit deines Gedichts, die ich in diesem speziellen (!) Fall aber nicht als störend empfinde.

Liebe Grüße
der8.
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Dieter Wal meinte dazu am 24.01.2020:
Adjektivlastigkeit daran stört mich auch manchmal. Doch ich denke, es ist perfekt.

Danke für deine Erklärung, wie es gemeint war.
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Hilde DominInhaltsverzeichnisJan Lindner (Janoschkus) und Roman Israel lasen bei periplaneta, Berlin, 23.02.2013.
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Veröffentlicht am 22.01.2020, 10 mal überarbeitet (letzte Änderung am 22.01.2020). Textlänge: 209 Wörter; dieser Text wurde bereits 121 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 09.07.2020.
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