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Innerer Monolog zum Thema Schreiben


von Bergmann

„Es gibt wohl nur wenige Schriftsteller, die so lebensfroh sind wie ich“, sage ich zu Weigoni beim Interview in Düsseldorf. – „Aha“, sagt Weigoni. – „Ja“, sage ich, „ich schreibe ja nicht aus Depression oder so, sondern weil ich ein Träumer bin.“ – „Soso“, sagt Weigoni und schaut mich mit großen Augen an, „soso.“ „Sie glauben mir wohl nicht“, sage ich. – „Doch doch“, sagt er, „doch doch.“ -  „Sie zweifeln“, sage ich, „das sehe ich Ihnen an.“ – Nein nein ...“ – „Glauben Sie mir, Weigoni, es gibt da kein Aber.“ – „Sie verblüffen mich“, sagt er, „immer wieder versetzen Sie mich in Erstaunen.“ – „Kein Wunder“, sage ich, „ich staune ja über mich selbst am allermeisten!“ – „Sie müssen sich selbst doch besser kennen als ich Sie“, wandte er ein. – „Lieber Weigoni“, sage ich, „glauben Sie das wirklich? Ich kenne mich selbst nur sehr vage – vielleicht spiegele ich mich in dieser oder jener Romanfigur.“ – „Zum Beispiel?“ – „In Thomas Manns Joseph.“ – „Wie das?“, fragt er. – „Haben Sie Joseph und seine Brüder gelesen?“, frage ich zurück. „Nein“, sagt er, „noch nicht.“ „Lesen Sie den Roman, und Sie werden mich durchschauen.“ – „Vielleicht gibt es eine andere Figur in einem etwas kürzerem Roman ...?“ - „Okay“, sage ich, „Felix Krull.“ – „Greifen Sie da nicht etwas zu hoch?“ – „Eher zu tief“, sage ich, „übrigens sehe ich mich auch in Hans Castorp gespiegelt.“ – „Lieber Bergmann, mein Gott“, sagt Weigoni, „das ist hart.“ – „Ach was“, sage ich, „ich brauche diese Zerrspiegel nur, um mir klarzumachen, wie froh ich lebe.“ – „Parbleu!“, rief Weigoni, „parbleu!“ – „Ja“, sage ich, „ich leide eigentlich nur an der Güte meiner Natur, die mir so überaus wohl will. Meine Mutter, die ja noch lebt, sagt immer wieder, ich sei von klein auf ein sunny boy, ein Strahlemann, ein Glückskind eben.“ – „Na dann ...“, sagt Weigoni, und ich sage: „Ich danke Ihnen für dieses Gespräch, lieber Weigoni, Ihre Fragen verschafften mir endgültige Klarheit über mich.“

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Kommentare zu diesem Text


Aha
Kommentar von Aha (07.02.2020)
Köstlich!

Das erinnert mich doch sehr an den Anfang von Leonce und Lena von Georg Büchner (so vom Grundton) - fiel mir beim zweiten Durchlesen auf - und wenn es so wär, dann ist es auch sehr gut umgesetzt (ohne zu stehlen) - kann natürlich auch durch was anderes inspiriert worden sein.

Saludos
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Bergmann meinte dazu am 07.02.2020:
Leonce und Lena kenne ich gut. Ähnlicher Grundton ... ja, im Hinblick auf einen gewissen Narzissmus, der jedoch mehr als eine Variante der Lebensbejahung gesehen werden kann. Frage und Antwort als Ping-Pong-Spiel. Beim Schreiben dachte ich nicht an Büchners großartige Komödie, mit der ich zuletzt vor 21 Jahren zu tun hatte. Ich glaube, ich ging sehr stark von mir selbst aus, einer Seite von mir. Weigoni gibt es wirklich. Und den freundlichen Disput mit ihm auch. Selbstironie ... ja schon, aber doch als Selbstaffirmation, glaube ich. Es ist ein Leichtes, aus meinen Zeilen hier einen Dialog zu machen wie oben, denke ich gerade. Ein Spiel also.
Gute Nacht, Ahab!
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Dieter Wal antwortete darauf am 08.02.2020:
Als Wal vom Dienst ist Moby Dick natürlich mein Lieblings-Roman. Ich war entsetzt, als ich Ahab las.

Aha ist doch Aha, der Gott des immerwährenden Erstauens!
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (08.02.2020)
Weigoni kenne ich auch. Ist der Glückspilz, der dort in schönster Bescheidenheit von sich parliert, ein Narzisst?

Ich kenne mich einigermaßen mit Autisten aus. Es geht grade so. Bei Narzissten musste ich wegen Grippe zuhause bleiben. Bitte hilf!
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Bergmann schrieb daraufhin am 08.02.2020:
Lieber Dieter,
oha, bei Aha hab (I) ich mich vertippt, ich lese nämlich gerade Moby Dick.
Ob der Glückspilz, der mit Weigoni parliert, ein Narzisst ist? Wahrscheinlich droht jeder Glückspilz ein Narzisst zu werden. Ich denke, dass jeder Mensch Ansätze autistischen oder narzisstischen Verhaltens hat, haben muss oder haben sollte. Viele merken es nicht bei sich selbst und sind bei anderen scharfe Gegner narzisstischer Attitüden. C'est la vie.
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Reliwette äußerte darauf am 19.03.2020:
Ach ja, man sollte sich schon ein wenig liebhaben. Schließlich ist Vorleben wichtig! Vielleicht schließen sich andere an - und haben mich/Dich dann auch lieb! Selbstironie ist die Würze im Leben der einzelnen Menschen. Reflexion des eigenen ICH, des eigenen Handelns ist, wenn sie gelingt, eine der sichersten Erkenntnisse. Viele nehmen eine solche Erkenntnis mit ins Grab, Die Übriggebliebenen müssen halt sehen wie sie klarkommen.

Herzliche Grüße! Hartmut
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Bergmann
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Veröffentlicht am 07.02.2020. Textlänge: 308 Wörter; dieser Text wurde bereits 91 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 26.03.2020.
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