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Kurzprosa


von BeBa

Gestern Abend, ich hatte es mir auf der Couch bequem gemacht und den Fernseher zur Tagesschau eingeschaltet, klingelte es an der Tür. Ich erwartete wie immer niemanden, und ich hasse Besuch. Wer oder was konnte das sein? Mein Zögern dauerte eine halbe Minute. Erneutes Klingeln. Die aufsteigende Wut setzte sich durch. Ich erhob mich und öffnete die Tür.
„Gestatten, ich bin der Tod“. Genauso hatte ich ihn mir vorgestellt.
„Wollen Sie zu mir?“
„Verzeihen Sie die Störung“, meinte er, „ich wollte zu Ihrem Nachbarn. Ist er nicht zuhause?“
„Keine Ahnung. Tut mir leid.“
Bei dieser Nachfrage fiel mir ein, dass ich meinen Nachbarn tatsächlich ein paar Tage nicht mehr gesehen hatte.
Der Tod wirkte verzweifelt.
„Möchten Sie einen Moment hereinkommen?“, fragte ich und wunderte mich.
Der Tod trat ein und schaute sich um. Anerkennend nickte er mit dem Kopf. Eindeutig ein Kennerblick, der viele Wohnungen gesehen hatte.
„Nett wohnen Sie hier!“
Ich bot ihm meinen Fernsehsessel zum Sitzen an, was er ohne zu zögern annahm. Die Tagesschau war beim Sport angekommen und der FC Bayern hatte wieder gewonnen. Der Tod nahm die Nachricht gleichgültig auf.
„Möchten Sie etwas trinken?“ Ich zeigte auf die Flasche Bordeaux, die für mich geöffnet auf dem Tisch stand.
„Aber Sie wissen doch…!“
Ich wusste nicht, nickte aber. Mir war nach dem ersten Schluck.
Ich setzte mich auf die Couch und schaltete das TV mitten im Wetter ab. Stille. Keine Ahnung, wie lange. Und weiter Stille. Der Tod mit Blick zum ausgeschalteten Fernseher. Ich griff zur Weinflasche …
„Ich habe mehrmals geklingelt.“
„Sorry, ich habe es nicht gehört.“ Mir war das peinlich.
„Oh nein, Sie verstehen mich falsch“, sagte der Tod. „Bei Ihrem Nachbarn, meinte ich.“
„Dann ist er bestimmt nicht da.“ Was denn sonst?
„So etwas ist mir noch nie passiert.“
Er schüttelte den Kopf. Schloss die Augen, schüttelte wieder den Kopf. Ich hatte die Flasche in der Hand und das Glas …
„Irgendetwas ist da schiefgegangen“, murmelte er.
Ich goss zögerlich den Rotwein ein.
„Vielleicht kommt Herr Schwarz ja noch“, meinte ich und spürte so etwas wie Mitleid mit dem fremden Nachbarn. Immerhin wartete der Tod auf ihn, hier bei mir im Fernsehsessel. Und das war nichts Geringes.
Ich nahm einen ersten Schluck aus dem Glas. Herrn Schwarz zum Wohle.
„Herr Schwarz?“, hörte ich fragen.
„Mein Nachbar. Zu dem wollten Sie doch.“
„Aber nein.“
„Wieso nein?“, fragte ich, „Sie haben doch bei ihm geklingelt.“
„Ach so!“, meinte er. Ich begriff nichts.
„Sehen Sie, ich habe da wohl etwas verwechselt. Es geht nicht um Herrn Schwarz.“
„Ja, um wen dann?“ Ich wollte ihn endlich loswerden.
„Herrn Weiß suche ich.“

Dass ich Besuch hasse, wurde bereits oben erwähnt. Alles Weitere erklärt sich von selbst.

Mit letzten Grüßen,
Ferdinand Weiß

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Ralf_Renkking (08.03.2020)
Hi BeBa,

früher gab es doch mal Schwarz-Weiß-Fernsehen. Genauso habe ich mir das vorgestellt.

Ciao, Frank
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BeBa meinte dazu am 08.03.2020:
Das hat was, Frank.

LG
BeBa
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Kommentar von bleibronze (69) (08.03.2020)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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BeBa antwortete darauf am 08.03.2020:
Danke dir, auch für den Link. Ich schaue mal rein.

LG
BeBa
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Moja
Kommentar von Moja (08.03.2020)
Ach, schade, ich hätte ja lieber gesehen, dass dem Tod schon JEMAND oder ETWAS zuvorgekommen wäre bei Herrn Schwarz, vielleicht auch ein alternder Tod, leicht dement in etwa..., auf jedenfalls fängt meine Fantasie zu spielen an.

Grüße,
Moja
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BeBa schrieb daraufhin am 08.03.2020:
Danke dir, liebe Moja.

LG
BeBa
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (08.03.2020)
Hallo Beba, nur wenige sind bereit, wenn der Tod
kommt. Aber ich finde es kulant, dass er Herrn Weiß noch die Zeit gelassen hat, diese aufschlussreiche Geschichte zu schreiben.
LG
Ekki
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BeBa äußerte darauf am 08.03.2020:
"Ja, so kennen wir ihn!" hätte ich bald gesagt.

LG
BeBa
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (08.03.2020)
Das mit "mit letzten Grüßen usw." würde ich streichen, es passt ja auch nicht zu äußeren Form, der Text ist ja kein Brief o.ä..
Und: Wir Leser sind ja nicht blöd!
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BeBa ergänzte dazu am 08.03.2020:
Hallo Dieter,
ich weiß, was du meinst. Allerdings dürfte zumindest der Hinweis nicht felhen, dass der Prot Herr Weiß ist. Mal nachdenken ...

Danke und LG
BeBa
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claire.delalune meinte dazu am 08.03.2020:
Wie wäre es mit:

"Dass ich Besuch hasse, wurde bereits oben erwähnt. Dies war mein letzter."

Oder sowas in der Art?
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BeBa meinte dazu am 10.03.2020:
Könnte gehen. Ich überlege noch.

Danke, und LG
BeBa
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (09.03.2020)
Schöner schwarzer Humor!
LG TT
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BeBa meinte dazu am 10.03.2020:
Danke dir, TT. Das freut mich.

LG
BeBa
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (10.03.2020)
Ja, sehr geehrter Herr Weiß, als Vertreter der Innung fenster türen sicherheitstechnik empfehle ich immer den rechtzeitigen Einbau eines Türspions. Möglichst vier bis sechs Wochen vor solch anstehenden Terminen. Gez. Grüneisen, zuständig für die Sicherheit der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
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BeBa meinte dazu am 11.03.2020:
Hinterher ist man immer schlauer ...

LG
BeBa
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Veröffentlicht am 08.03.2020. Textlänge: 451 Wörter; dieser Text wurde bereits 95 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 29.03.2020.
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