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Das Leben bei den Zigeunern

Bericht zum Thema Leben


von ferris

Ich wohne jetzt seit knapp zwei Monaten bei Roma aus Plauen und will ein bißchen berichten wie es bei den Zigeunern wirklich ist. Wir haben hier keine Schlüssel, alle Türen sind offen. Immer kommt jemand vorbei, meistens die Kinder zum Blödsinn machen. Es ist ein altes Haus und wir heizen noch mit Kohle und so trifft man sich immer Mal nachmittags im Hinterhof zum Holz machen, jeder kriegt was ab, ab und zu bringt auch mal jemand einfach ne Ladung vorbei.
Es gibt immer gutes Essen ständig bringt jemand was vorbei, es gibt viel gegrilltes Fleisch und Oma Klara von den Gabor-Zigeunern kocht geniale Eintöpfe, keine Ahnung was da alles drin ist und woraus die leckere helle Sauce ist, aber es schmeckt wie früher bei Oma. Wenn ich meinem Wolfshundwelpen Hundefutter und teures Welpenfutter kaufe kriegt er Dünnschiss, aber sobald ich Essensreste von den Gabors mitfüttere ist alles gut.
Die meisten sprechen nicht unsere Sprache aber wir verstehen uns trotzdem, ab und zu übersetzten die Kinder aber auch mal für uns und zwei drei Wörter hab ich mittlerweile gelernt, hauptsächlich versautes Zeug, aber das lerne ich in jeder Sprache zuerst, war schon immer so. 
Nebenan bei denen blitzt und blinkt es immer vor Sauberkeit, hier in unserem Haus nehmen sie es damit nicht ganz so eng, aber wir beiden deutschen sind die unordentlichsten.
An meine drei Hunde haben sich alle gewöhnt obwohl zuerst viele Angst hatten, dass ich weder Halsband noch Leine benutzte stört keinen. Mein Wolfshundwelpe hat auch noch nie ein Halsband gesehen und folgt trotzdem super, ich gehe oft so mit dem ganzen Rudel in den Wald, manchmal kommen die Kinder mit.
Wir helfen uns gegenseitig, nebenan bauen wir zum Beispiel eine neue Wohnung aus, ich war ab und zu mit streichen und Laminat verlegen und dafür muss ich mir nie Sorgen machen zu verhungern und trotz dass es wegen der Coronavirus-Panik nirgends mehr Klopapier gibt krieg ich auch immer ne Rolle ab. Und wenn es irgendwann keins mehr gibt und das Zeitungspapier auch ausgeht dann wische ich mir halt den Arsch mit Wasser ab, so wie die Araber ein Haus weiter.
Zum Arbeiten zwingt einen niemand und wenn ich mal keine Lust habe machen wir halt morgen weiter.
Hier geht so‘n obergeniales Zigeuner-Jazz-Album rum, mein neuer Vater Mura hat das auch im Auto, dass muss ich mir mal auf den Rechner laden wenn Mura wieder zurück ist von der Taufe in Frankfurt.
Sonst hab ich leider nichts außergewöhnliches zu berichten. Keine Tieropfer oder satanistischen Rituale wie das ja bei den Kapitalisten in Amerika weit verbreitet ist.
Ab und zu meckert mal jemand wegen unserer Ordnung, aber nicht so schlimm wie bei meiner Mutter früher als ich noch klein war und hier nehme ich mir das auch an, weil ich will dass weiter Leute zu Besuch kommen.
Alle wissen mittlerweile dass ich mich Jesus Christus nenne, ist nicht so dass mir großartig jemand nachfolgt, aber es stört auch niemanden. Religionen sind hier alle vertreten aber keine kackt sich deshalb an, wir leben alle friedlich zusammen wie eine große Familie, obwohl ich un meine Mitbewohnerin anders aussehen und ne andere Muttersprache haben.
Meine Mitbewohnerin hat 24 Persönlichkeiten weil sie als Kind dauernd missbraucht wurde, u.a. im christlichen Ferienlager, aber dass stört auch niemanden, Maria geht ab und zu mit ihr einkaufen, alle versuchen ihr zu helfen und sie bekommt genau wie ich Essen und ab und zu auch Kleidung geschenkt.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn alle Menschen wären wie die Zigeuner hätten wir den Weltfrieden und alle kämen alle miteinander klar. Die Menschheit kann von den Zigeunern wirklich was lernen und wenn es keine Zigeuner gäbe wüsste niemand mehr was Gott von uns will, ich habe das alles auch erst entdeckt nachdem ich mich auf Zigeuner eingelassen habe aber es steht ja wirklich so in der Bibel.
Schaut die Lilien und die Vögel in der Bergpredigt Jesu Christi und lest das Gleichnis der beiden ungleichen Söhne. Das ist nicht so schwer zu verstehen. Der Sohn der auf sein Gefühl gehört und gemacht hat worauf er Lust hatte lag zwangsläufig richtig, wenn der gehorsame Sohn falsch gehandelt hat.

Alles Ist wahr.

So wahr mir Gott helfe, und Gott bringt uns bald zwei Pferde wie ich mir das gewünscht habe. Der Armen netten Frau die mir den Wolfshund gegeben hat werden sonst die Kinder weggenommen weil es angeblich zu dreckig ist. HALLO????????? Die Kinder die früher auf dem Bauernhof im Mist gespielt haben waren immer die gesündesten von allen aber das habt ihr alle vergessen ihr elenden Flachwichser. Aber wartet nur. Mura bezahlt mir  das Jura-Studium und dann verklage ich euch alle, Ämter, Schulen, Regierungen, Konzerne, …

Das wird mein jüngstes Gericht.

Im Namen Jesu Christi

Amen

 
 

Kommentare zu diesem Text


Stelzie
Kommentar von Stelzie (15.03.2020)
Dieses Leben könnte mir auch gefallen. Wenn auch ohne Amen.

Liebe Grüße
Kerstin
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Augustus
Kommentar von Augustus (15.03.2020)
Minoritäten wie Zigeunernomaden beherbergen oft wertvolle altertümliche Erzählungen, Märchen, Geschichten. Gerade die Alten unter ihnen verfügen über dieses alte oft noch nicht verschollene Kulturgut und geben es an die nächste Generation weiter. Gerade diese Aspekte schriftlich festzuhalten wäre für die Volkserforschung sowie Glauben und Kultur der Zigeuner unter denen du lebst höchst interessant. Ist solches überhaupt vorhanden oder sind bloß kulturelle Mosaikstücke übrig und im Verlauf der Generationen verloren gegangen?

Ave
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ferris
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Veröffentlicht am 15.03.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 15.03.2020). Textlänge: 784 Wörter; dieser Text wurde bereits 76 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 12.08.2020.
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