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1 - Die EinladungInhaltsverzeichnis3 - Die Bibliothek

2 - Das Haus

Erzählung zum Thema Begegnung


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Ein Mann erhält eine Einladung, einen Professor zu besuchen. Obwohl er den nicht persönlich kennt, wirft er sich in seinen feinsten Sonntagsstaat. Als er die Adresse sucht, findet er die Hausnummer nicht.



Langsam ging ich ein drittes Mal die Straße entlang. Ein kleiner, dicklicher Mann mit einem offenen Gesicht, der mir nicht zu vornehm aussah, kam mir entgegen. Ich sprach ihn an.

"Entschuldigen Sie bitte, mein Herr", sagte ich freundlich und deutete eine Verbeugung an. "Ich suche die Hausnummer neunundachtzig. Jedoch kann ich sie nicht finden. Dort" - ich deutete nach links - "sind die geraden Nummern und auf dieser Seite kommt nach der siebenundachtzig gleich die einundneunzig. Liegt da ein Fehler vor? Oder können Sie mir weiterhelfen?" Während ich sprach, verdüsterte sich die Miene des Mannes. Er runzelte die Stirn derart, dass seine Augenbrauen sich fast berührten.

"Die Neunundachtzig, so so", sagte er in einem Tonfall, der nur feindlich zu deuten war. Als wäre ihm von mir ein Übel geschehen. "Dann wollen Sie wohl zu dem Professor, nicht wahr?“ Er spuckte mir das Wort "Professor" entgegen. "Nun, das Haus des Professors ist in der Tat nicht so einfach zu finden." Er drehte sich zur Seite. "Sehen sie die beiden Hecken dort? Nein? Schauen sie genau hin, mein Herr. Denn es sind in der Tat zwei Hecken. Nur müssten sie mal geschnitten werden, wenn Sie mich fragen. Biegen Sie deren Äste leicht zur Seite und Sie sehen einen Weg. Folgen sie diesem bergan und nach einiger Strecke werden sie das Haus des Professors erreichen. Guten Tag."

Der Mann machte keine Anstalten, auf eine Antwort meinerseits zu warten oder den Hut zu ziehen. Statt dessen ging er einfach weiter. Kopfschüttelnd blickte ich ihm nach. Womöglich war das hier doch keine so feine Gegend.

Der dickliche Mann hatte übertrieben. Sicherlich, die Hecken mussten geschnitten werden, das war nicht zu leugnen. Die Äste musste ich jedoch nicht zurückbiegen. Nur warum mir dieser Weg zuvor entgangen war, vermochte ich nicht zu sagen. Die Hecken endeten in einem kleinen Gehölz. Dunkel war es. Hie und da schien die Sonne zwar durch das Blattwerk. Doch das machte noch keinen freundlichen Ort. Die Bäume waren dürr und verwachsen, wirkten alt und verbittert, wären es Menschen gewesen. Der Weg stieg ein wenig an, war allerdings leicht zu gehen, weil er gut ausgetreten war. Der Boden war fest und keine Wurzel konnte einen zu Fall bringen. Eine verspätete Eule rief in dem dunklen Wald. Sie war mächtig aus der Zeit gefallen.

Als die Bäume beiseite traten, sah ich einen flachen Hügel vor mir. Auf ihm stand das Haus des Professors. Es war ganz aus Holz gemacht und dreigeschossig. Aus den Ecken im mittleren Geschoss entsprangen Anbauten die, kleinen Türmen gleich, bis über das Dach hinauswuchsen. Zu meiner Verwunderung entdeckte ich tatsächlich einige Zinnen an ihrem oberen Ende. Alles Holz, aus dem das Gebäude gemacht war, hatte die Zeit dunkeln lassen. Das wirklich Überraschende war jedoch, dass die Stadt, die dieses Anwesen umgab, verschwunden schien. Weder konnte ich etwas von ihr hören, geschweige denn sehen. Interessiert ging ich auf das Haus zu. Eine Steintreppe mit ausgetretenen Stufen, die den Eindruck machte, sie gehöre zu einem anderen Gebäude, führte zu der breiten Tür hinauf. Dort angekommen zog ich an dem Klingelzug. Aus dem Haus hörte ich keinen Laut. Ich wartete einige Zeit. Dann vernahm ich gedämpfte Schritte und sogleich wurde die Tür geöffnet. Vor mir stand ein würdiger Mann in einem schwarzen Anzug. Seine grauen Haare waren zurückgekämmt, die Lippen schmal und seine Augen funkelten.

"Ja? Sie wünschen, mein Herr?"
Die Gestalt brachte mich aus dem Konzept.
"Nun, ja, äh, wissen Sie, ich habe eine Einladung" - ich deutete von außen auf die Innentasche meiner Jacke - „beim Herrn Professor, ja, zum Mittagessen, wissen Sie, ja, und nun, äh, bin ich da."
Der Mann betrachtete mich sorgsam von oben bis unten. Schließlich umspielte ein müdes Lächeln seine spröden Lippen.
"Sie werden bereits erwartet, mein Herr", sagte er und hielt mir die Tür auf. Ich trat ein.

Die Eingangshalle ging über zwei Stockwerke und war aus edlem, sehr dunklem Holz gemacht. An beiden Seiten führten Treppen empor, die auf einen überdachten Gang endeten. Links und rechte hingen Bilder von Landschaften an den Wänden, die mir nichts sagten.
"Hier entlang. Wenn ich bitten darf."
Grauhaar ging voran. An den Treppen vorbei führte er mich in einen kaum erleuchteten Gang. An dessen Ende erkannte ich die Fenster eines Aussichtszimmers. Wir bogen jedoch zuvor nach rechts in einen weiteren Gang ab. Nach wenigen Schritten standen wir vor einer schweren Tür. Grauhaar klopfte. Er klopfte auffallend laut.
"Eines müssen Sie wissen", sagte er an mich gewandt. "Der Herr Professor ist ein wenig schwerhörig. Leider ist er, was seine Gesundheit betrifft, ein wenig eigen und weigert sich strikt, einen Arzt zu konsultieren. Sie werden also ein wenig lauter sprechen müssen."
Ich nickte.
Die Tür wurde geöffnet.

Der Professor war ein hagerer Mann. Das schüttere Haar war von seiner Stirn gewichen und eher weiß als grau. Seine kleinen Äuglein flogen erst zu Grauhaar, dann zu mir, dann wieder zu Grauhaar.
"Sie können gehen", sagte er ein wenig zu laut und ein wenig zu scharf. Dann lächelte er mich an und reichte mir die Hand.
"Kommen Sie herein, kommen Sie nur herein. Ich freue mich, dass wir uns endlich einmal persönlich kennenlernen."
"Oh, die Freude ist ganz auf meiner Seite", antwortete ich, ebenfalls ein wenig zu laut. So konnte ich meine Verwunderung verbergen. "Dass wir uns endlich einmal persönlich kennenlernen." Wenn ich ihn so reden hörte, konnte man meinen, dass er von mir und ich von ihm wusste. Dem war jedoch, nach allem, was mir erinnerlich war, nicht so.



- Fortsetzung folgt -

 
 

Kommentare zu diesem Text


Graeculus
Kommentar von Graeculus (18.03.2020)
Ein Rätsel gelöst - wo ist das ominöse Haus? -, ein anderes tritt an seine Stelle. Die Spannung wird, jedenfalls für mich, auch dadurch gehalten, daß Du Dich außerhalb Deiner sonstigen Metiers bewegst.
Die Erzählung verspricht einiges.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 18.03.2020:
Zu dem Metier werde ich noch etwas sagen/fragen. Wenn die Erzählung beendet ist.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (18.03.2020)
hallo Trekan,
Liebhaber der Literatur kommen mit deinem Test auf ihre Kosten. Wer nimmt sich heute noch die Zeit, Einzelheiten zu beschreiben, zum Beispiel den feindlichen Passanten, den seltsamen Zugang zum Hause des Professors, sein ungewöhnliches Haus, den imposanten Butler und schließlich den Professor selbst. Die Kette der Rätsel wird weiter gesponnen, der spannende Inhalt von der Liebe zur Beschreibung der Details retardiert.
Ich genieße die Schilderungen und bin gleichwohl auf die Lösung der inhaltlichen Rätsel gespannt.
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 18.03.2020:
Da ich genau das beabsichtigt habe, freut mich dein Lob umso mehr.
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Serafina
Kommentar von Serafina (18.03.2020)
Wie gut, dass die Fortsetzung Heute so früh kam .
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 18.03.2020:
Und morgen folgt der dritte Teil.
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (18.03.2020)
Auch hier erkennt der Leser einmal mehr, dass der Akademiker an sich (mit Ausnahme von Ekki )zu faul ist, seine Hecken zu beschneiden!
Und aus dem selben Grund mit hoher Wahrscheinlichkeit, gleichsam prävirös, Lebensmittel ohne Ende gehortet hat. Und überhaupt.

Ganz anders der 8. Bergwerksarbeiter:
Klein und extrem genügsam
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 18.03.2020:
Und der hat keinen Virus als Erklärung!

Es freut mich, dass wenigstens eine Userin die Stoßrichtung meiner Erzählung erkannt hat!
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AZU20
Kommentar von AZU20 (18.03.2020)
Du hälst die Spannung aufrecht. LG
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (18.03.2020)
Toll! Ein paar Kleinigkeiten noch und ich würde den Text genauso schreiben. 👍
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (18.03.2020)
"Dass wir uns endlich einmal persönlich kennenlernen".
Jetzt schon eine Vermutung zu äußern, was sich dahinter verbirgt, ist zwar tollkühn aber doch reizvoll.
Es gibt sie, bleibt aber unter Verschluss
TT
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Borek
Kommentar von Borek (19.03.2020)
Liebe Freundin,
Eine Geschichte die durch erzählende Feinheiten Spannung aufbaut. Ein verwinkeltes Holzhaus hinter Bäumen
Ein verstecktes Hexenhaus zumindest mit einem Geheimnis
Fortsetzung abwartend mit Grüßen
Borek
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TrekanBelluvitsh ergänzte dazu am 19.03.2020:
Freut mich, dass du es so siehst. Immerhin wollte ich genau das erreichen.

Nichtsdestotrotz: Freund.
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Dies ist ein Teil des mehrteiligen Textes Das Bild aus der Vergangenheit.
Veröffentlicht am 18.03.2020, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 18.03.2020). Textlänge: 920 Wörter; dieser Text wurde bereits 61 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 30.03.2020.
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