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Mondanschlag

Kurzgedicht zum Thema Treue


von Ralf_Renkking

Mehr als wir denken
können wir fühlen
aber auch nicht besser

bist Du mehr als ich
bin ich mehr wie Du

mehr Silber
als Gelb oder Gold
der Blick in den Mond.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Alazán
Kommentar von Alazán (21.03.2020)
Beim ersten Mal Lesen fand ichs erst platt und belanglos, aber dann wird immer mehr offenbar, beim 4.-7.x (brauche manchmal länger).

Sehr schön gefällt mit die Syntax id ersten Strophe, die ja dazu zwingt, anders zu lesen als der Zeilenumbruch es lesen lassen will: "Mehr als wir denken können. // Wir fühlen aber auch nicht besser", was dann mehr erwarten lässt, also was sei nun "mehr" oder so schlecht?.

Dann die zweite Strophe, ein Lyrik-Schatz! Aber warum sei das schlecht? Ein lyrisches Du in solch romantischer Form sei ja meist etwas Himmlisches, Romantisches.

Auch hier wieder die Syntax, die der Phrasierung und den Umbrüchen inhaltlich komplett widerspricht (mega gut): "Ich bin mehr Silber / als Gelb oder Gold / (nämlich) der "Blick in den Mond".

Der Blick in den Mond (Silber) ist mehr wert als Bling Bling, ok.

Aber warum also so vielfach den Deutungsunterschied zwischen den Lesarten via gegebenem Zeilenumbruch und Syntax? Das macht nur Sinn durch eine Synopse beider Varianten.

Ich stellte gerade die Lektüre der syntaktischen Lesart vor, ohne der wäre der Inhalt ein anderer, so viel langweiligerer und zwar:

"Wir können besser fühlen, als wir denken können. Aber beides gleich schlecht. Bist du mehr als ich, bin ich mehr wie du. Der Blick in den Mond ist mehr Silber als Gelb oder Gold, also gar nicht so wertvoll."

Das bedeutet das Gegenteil, auf Basis der gleichen Worte. D.h. du kreierst eine Meta-Ebene auf der Voraussetzung des subjektiven Verständnisses aus dem Gedicht selbst heraus, welches auch genau davon handelt. Yay! Das ist wie Celans Meridian-Rede zum Büchner-Preis . Meisterhaft.

Kommentar geändert am 21.03.2020 um 04:15 Uhr
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Ralf_Renkking meinte dazu am 22.03.2020:
Oh Mann, erst einmal vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar, der mir echt die Spucke raubt, denn neben Barock und Expressionismus finde ich noch Celan am spannendsten, im Gegensatz zu seinen Arbeiten besteht obiges Gedicht allerdings aus einer Collage von Verselementen, die ich auf unterschiedliche Weise lesbar zu machen versucht habe, die Quintessenz mündet sowohl in einer Verwundbarkeit des lI als auch des lD und zusätzlich in einer gemeinsamen, voneinander unabhängigen Stärke. Daher überlege ich, den Titel in "Achillesverse" umzubenennen, da dies ziemlich genau meiner Intention entspricht.
Obwohl ich Celans Texte faszinierend finde, habe ich bisher nur sehr sporadisch Zugang zu ihnen gefunden, Dein Kommentar eröffnet mir in dieser Hinsicht ganz neue Perspektiven und auch dafür danke.

Ciao, Frank

P.S.: ... und ein drittes Mal danke für Deine Empfehlungen.
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (21.03.2020)
Passt irgendwie auch zum Blick auf ein sanierte Gebiss ... ist aber trotzdem äscht nätt.

LG
der8.
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Ralf_Renkking antwortete darauf am 21.03.2020:
Super 8l, denn einerseits zeigst Du eine Schwäche des Gedichtes auf, die ich leider nicht berücksichtigt hatte, andererseits lässt sich diese Schwäche jedoch in das mir vorschwebende Gesamtbild integrieren, da ich mehr den Silberblick des unglücklich Verliebten angepeilt hatte, der zwar dem goldigen Eidottergelb eine Absage erteilt, jedoch weiterhin hofft, so dass die "Achillesverse" der letzten Strophe durch Deine Sichtweise eine Bereicherung erfahren. Weil mir der Titel sowieso nicht gefallen hat und irgendwie auch überhaupt nicht zum Gedicht passt, überlege ich noch, ob die Überschrift, die Du mir da suggeriert hast, nicht angemessener ist. Danke besonders für diese Anregung.

Ciao, Frank.

Antwort geändert am 21.03.2020 um 14:33 Uhr
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Kommentar von aliceandthebutterfly (21.03.2020)
Hallo Ralf,

Alazáns Kommentar half mir besser zu verstehen. Es ist ein kompliziertes Gedicht, doch ein schönes.

Das Silber ist immer immer der Mond. Für mich sieht das lyrische Ich, wenn es seine Geliebte ansieht (Mond, Silber = weiblich) bis auf den Mond! Welch zauberhafte Vorstellung. Doch das lyrische ich, das doch eigentlich wie die Sonne Gelb oder Gold sein soll (=männlich) wird mehr Silber... nimmt auch die weiblichen Anteile in sich wahr. Doch vor allem: liebt es!

Sehr gern gelesen.

Liebe Grüße, Stefanie
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Ralf_Renkking schrieb daraufhin am 22.03.2020:
Hi Stefanie,

ja klar, Alazáns Kommentar half auch mir, mein Gedicht besser zu verstehen, jetzt allerdings brauche ich nur noch jemanden, der mir hilft, seinen Kommentar zu verstehen, aber mal im Ernst, er wertet das Gedicht regelrecht auf, da seine Herangehensweise an das Stilmittelbudget tatsächlich eine professionellere ist als meine, da gibt es auch keine Entschuldigung für mich, ich werde mich in Zukunft halt mehr mit Größen wie Benn, Meister und Celan befassen müssen.
Deine Interpretation hat es aber auch in sich, Hut ab vor allem, weil sie so positiv ist, wie es das Gedicht auch verkörpern sollte, was mir allerdings so gut wie nie gelingt, ich hatte auch in diesem Fall nicht damit gerechnet, danke dafür und natürlich auch die beiden Sehsternchen.

Ciao, Frank
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aliceandthebutterfly äußerte darauf am 24.03.2020:
Ralf_Renkking ergänzte dazu am 24.03.2020:
Die Lyrics sind richtig gut, danke auch dafür.

Ciao, Frank
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