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In hoc signo vincesInhaltsverzeichnisKronenschicksal

Pestgestank

Essay zum Thema Leben/Tod


von Regina

Die Geschichte der Seuchen reicht von der Bronzezeit bis heute.
Auch wenn in Europa die Pest mit dem Mittelalter assoziiert wird, kann man nicht behaupten, dass sie völlig verschwunden sei. Zuletzt kam es 2017 auf Madagaskar zum Pestausbruch, davor in Indien 1994. Tief eingegraben ins historische Gedächtnis hat sich die Pestepidemie des ungewöhnlich kalten 14. Jahrhunderts, als diese zwischen 1347 und 1354 ein Drittel der damals 60 Millionen zählenden europäischen Bevölkerung hinwegraffte. Gemälde von Leichenbergen auf Marktplätzen oder Berichte von Pesttänzen auf den Straßen, die die Menschen aufführten, die keine Hoffnung mehr hatten, dem Schwarzen Tod zu entkommen, führen die damaligen Zustände vor Augen. Noch heute gibt es das geflügelte Wort, etwas stinke wie die Pest. Der Pestdoktor, der eine Maske trug, die die Form eines Vogelkopfes darstellte, beeindruckte zwar als Figur, aber die Medizin verfügte über keine Mittel, dem Massensterben Einhalt zu gebieten. Die Klostermedizin, die aus Heilpflanzenanwendungen bestand, griff nicht, und auch die Kräuterhexen mit ihren Zaubersprüchen versagten. Edelsteintherapien, wie sie von Hildegard von Bingen im 11. Jahrhundert entwickelt worden waren, führten bei höhergestellten Personen zu keinem Erfolg. Man spekulierte viel über Ursachen der Krankheit, hielt sie für das Werk böser Geister oder stufte sie als göttliche Strafe ein, wenn nicht gar der Teufel dahinter steckte. Mancherorts bezichtigte man die Juden, das Wasser in den Brunnen vergiftet zu haben und es kam zu Judenpogromen. Das Wissen über Hygiene, wie sie von Griechen und Römern noch beachtet worden war, war unter anderem durch die Zerstörung der Bibliothek von Alexandria verloren gegangen. Erst im 18. Jahrhundert fiel der Zusammenhang mit dem Auftreten der Wanderratte auf und verbesserte sich die Hygiene wieder. So begann man, dieses Tier und seine Flöhe zu bekämpfen, die unter anderen Überträger dieser hochansteckenden Krankheit sind. Warum die einen Menschen sich ansteckten und andere von der Infektion frei blieben, weiß man bis heute nicht, man nimmt aber an, dass es eine genetisch bedingte Immunität gegen die Pest gab, so dass es zu einer Selektion der Immunsysteme kam.
Seuchen mit möglicher Todesfolge führen den Menschen die Fragilität des Erdenlebens vor Augen. Der Körper dient dem Bewusstsein ja nur wie ein Fahrzeug, dass einmal verlassen werden muss, auf die eine oder andere Weise. Das erschütternde Erlebnis, Angehörige, Freunde, Hochgestellte wie einfache Menschen in großer Anzahl dahinscheiden zu sehen, wird aufrütteln und für eine neue, ernsthaftere Betrachtung des Lebens sensibilisieren. Zu einer Pandemie mit weltweiten Pesterkrankungen ist es meines Wissens in der Geschichte, soweit sie überliefert ist, nicht gekommen.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Ralf_Renkking (25.03.2020)
Hi Regina,

dann hast Du offenbar noch nichts von der spanischen Grippe gehört, einer Pandemie in drei Wellen, die von 1918 - 1920 weltweit grassierte und ca. 17 Millionen Menschen das Leben kostete.

Ciao, Frank
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 25.03.2020:
Hallo Frank, ich habe dasmit der Pandemie auf die Pest bezogen, also dass es nicht zu einer Pandemie der Pest gekommen sei.
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Ralf_Renkking antwortete darauf am 25.03.2020:
Also mal ehrlich, Ekki, wenn der Schwarze Tod keine Pandemie war, dann muss ich mir wirklich mein Lehrgeld zurückgeben lassen.
Nun, ich meine allerdings, dass Du, Regina, Dich über die Pest auf das Coronavirus beziehst, denn Du schreibst ja "wird aufrütteln", also müsste sich der letzte Satz auf eine Viruspandemie beziehen, wie sie momentan durch Covid 19 ausgelöst worden ist.
Natürlich gebe ich Dir recht, Ekki, das hat Regina etwas missverständlich ausgedrückt; vielleicht solltest Du, Regina, den letzten Absatz noch einmal überarbeiten, denn falls ich das richtig verstehe, versuchst Du auf eine Gefahr hinzudeuten, die sich zur größten Katastrophe in der Menschheitsgeschichte ausweiten könnte, wenn sie jetzt nicht bald gestoppt wird.

Ciao, Frank
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (25.03.2020)
Hallo Regina, hier sind 8 Beispiele für die Auswirkungen der Pest in Kunst und Literatur aus der Rhein Neckar-Zeitung. die deinen Betrag vielleicht sinnvoll ergänzen:


8 Beispiele für die Pest in Kunst und Kultur
Jahrhundertelang brachte die Pest weiten Teilen Europas Tod und Verderben. Die Situation der Menschen zwischen Hoffnung und Ohnmacht hat Künstler zu unterschiedlichsten Werken angeregt.

Antananarivo (dpa) - Jahrhundertelang brachte die Pest weiten Teilen Europas Tod und Verderben. Die Situation der Menschen zwischen Hoffnung und Ohnmacht hat Künstler zu unterschiedlichsten Werken angeregt.
VOLKSLIED: "Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord. In den Kesseln, da faulte das Wasser, und täglich ging einer über Bord", reimt 1934 der Drehbuchautor und Schlagertexter Just Scheu (1903-1956). Das Stück wird zum Gassenhauer mit Interpreten wie Freddy Quinn (84), Heino (77) und Achim Reichel (72).
TAGEBUCH: Samuel Pepys (1633-1703), hoher Beamter in England, schildert in seinen Augenzeugenberichten sein Leben in London während der Pest-Epidemie 1665: "Sah heute mit großem Unbehagen (...) drei Häuser mit einem roten Kreuz auf der Tür und darunter die Aufschrift "Gott erbarme sich unser". Ein trauriger Anblick."
ERZÄHLUNG: Der englische Schriftsteller Daniel Defoe (um 1660-1731) greift das Thema ebenfalls auf. Er schildert 1722 in seiner fiktiven Reportage "A Journal of the Plague Year" Hysterie und Not beim Massensterben der Großen Pest in London 1665.
ROMAN: Der französische Literaturnobelpreisträger Albert Camus (1913-1960) verarbeitet in seinem 1947 erschienenen Roman "Die Pest" seine Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Er schildert die Ohnmacht der Menschen im Kampf gegen die Seuche im algerischen Oran.
GEDICHT: Der Chronist des Dreißigjährigen Krieges, Andreas Gryphius (1616-1664), dichtet mehrfach über die Pest. 1663 schreibt er: "Ich bin nicht der ich war, die Kräffte sind verschwunden. Die Glider sind verdörrt als ein durchbrandter Grauß: Mir schaut der schwartze Tod zu beyden Augen aus."
GEMÄLDE: Der Franzose Jules-Elie Delaunay (1828-1891) setzt die Krankkeit mit symbolistischen Elementen in Szene. Im Gemälde "Pest in Rom" zeigt ein Engel Fliehenden einen Ausweg.
FILM: Die österreichisch-amerikanische Kino-Legende Fritz Lang (1890-1976) schreibt das Drehbuch für den Stummfilm "Die Pest in Florenz". Das Werk entsteht 1919. Darin kommt die Seuche wie eine göttliche Strafe über die Renaissance-Stadt, die vom Papst wegen ihres Sittenverfalls mit einem Bannfluch belegt ist.
OPER: Die Oper "Madame La Peste" des Duisburger Komponisten Gerhard Stäbler (geboren 1949) wird 2002 in der Deutschen Oper am Rhein uraufgeführt. Das Musiktheater schildert, wie in Paris die Pest wütet und dort eingeschlossene Menschen ums Überleben kämpfen.
Quelle: https://www.rnz.de/wissen/dossier-wissen/dossier-diepest_artikel,-Dossier-Die-Pest-8-Beispiele-fuer-die-Pest-in-Kunst-und-Kultur-_arid,199860.html

LG
Ekki
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Regina schrieb daraufhin am 25.03.2020:
Vielen Dank für diese Ergänzungen, die zeigen, wie sehr diese Krankheit die Menschen und auch die Künstler beschäftigt. LG Gina
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Sin (55) äußerte darauf am 25.03.2020:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Graeculus
Kommentar von Graeculus (25.03.2020)
Zu einer Pandemie mit weltweiten Erkrankungen ist es meines Wissens in der Geschichte, soweit sie überliefert ist, nicht gekommen.

Das ist ja auch erst möglich, seit alle Kontinente miteinander in Verbindung stehen.
Auf die Spanische Grippe am Ende des Ersten Weltkrieges dürfte das aber zutreffen.
Und wie steht es mit der Syphilis, die sich seit den Conquistadoren von Amerika aus verbreitet hat? Deren Folgen sind natürlich nicht so spektakulär wie eine Pest-Epidemie.
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Graeculus ergänzte dazu am 25.03.2020:
Ich sehe gerade, daß davon oben schon die Rede war und daß Du Deine Aussage wohl nur auf die Pest bezogen hast.
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Regina meinte dazu am 25.03.2020:
Ich habe mich nur auf die Pest bezogen, freilich gibt es eine ganze Reihe weiterer ansteckender Krankheiten. LG gina
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Graeculus meinte dazu am 25.03.2020:
Alles klar.
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wa Bash
Kommentar von wa Bash (25.03.2020)
ich habe letztens oder vor ein paar Wochen einen Bericht über das Massensterben der Indianer etwas gesehen, die starben ja eher an den von den Europäern eingeschleppten Krankheiten. darunter waren ja ziemlich harmlose Erkrankungen wie eben Grippe etc.pp

laut diesem Bericht waren die Spaniern etc.pp aufgrund der Haustierhaltung gegen einige Krankheitserreger immun geworden, die Indianer, die dagegen eben nch nicht restistent waren oder keine Antikörper gebildet hatten, waren somit überhaupt nicht immun dagegen, sieh auch  hier ... übrigens es ist schon sehr auffallend wie sehr die Lebensweise der Menschen bei einem Virenausbruch die Rolle spielt, damals war es scheinbar die Hygiene etc. pp heute die Dezimierung der Tierarten, wo sollen die Viren auch hin, wenn sie keine Wirte mehr haben?
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Regina meinte dazu am 25.03.2020:
Ja, danke, auch das ist ein sehr weiterführender Kommentar. LG Gina
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