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Tagebuch zum Thema Aktuelles


von Manzanita

Es ist Wochenende. Tatsächlich gibt es unter den aktuellen Umständen überhaupt noch ein solches. Keine Aufgaben der Lehrer, den ganzen Tag frei, bis auf die Aufgaben für Musik. Die sind für heute. Aber kein Vergleich zu anderen Tagen.

Heute werde ich meine Zeit noch freier einteilen können als gestern. Ich muss nicht ewig an einem Skript arbeiten und auch kein Physik machen. Ich kann machen, was ich will! Und da kommt mir auch gleich die erste Idee: ausschlafen. Warten, bis ich wirklich aufstehen möchte, nicht bis ich mir klar mache, dass ich es irgendwann tun muss. Heute muss ich erst aufstehen, wenn ich will.

Es stellt sich heraus, dass ich möchte, als das Frühstück langsam losgeht. Wenn die anderen langsam aus ihren Betten in die Küche stapfen und etwas in den Mund kriegen wollen. Dann will ich auch! Es ist schon nach halb neun, was bedeutet, dass die Nachrichten zu Ende sind. Dann können wir besser miteinander reden. Das Radioprogramm ist selbst um viertel vor neun immer noch zum Einschlafen gedacht, fällt mir auf. Und da kann etwas im Magen bestimmt auch noch einen positiven Beitrag leisten. Also sofort wieder ins Bett.

Dort werde ich allerdings nicht lange bleiben können, denn weil der Park am Wochenende bestimmt sehr voll ist (trotz Corona!), fahren wir heute einen anderen Weg. Einen sehr schönen. Ich bin froh, denn so werden wir das Wochenende bestimmt noch mehr genießen können, und fahre los.

Ich merke schnell, dass ich unter anderen Umständen wahrscheinlich noch im Bett liegen würde, denn ich war schon mal schneller auf dem Rad. Ich stehe auf den Pedalen auf und trete schneller, um meiner Müdigkeit ein Ende zu setzen. Langsam aber sicher klappt es.

Wir kommen um viertel nach elf zurück, früher als ich gedacht hätte. Ich frage mich, was ich jetzt tun soll, bevor es Mittagessen gibt, und entscheide mich, meiner Legoeisenbahn mal ein bisschen Zubehör zuzufügen. Meine Schwester und ich bauen Bahnsteige für Abstellpositionen, damit die Züge über Nacht nicht an einer Haltestelle stehen müssen. Lego ist auf jeden Fall ein sehr guter Zeitvertreib gewesen, denn bald ist Mittagszeit.

Nach der grünen Sauce warte ich noch auf eine Pressemittteilung vom spanischen Präsidenten, dann muss ich mich wohl oder übel an die Hausaufgaben für Musik rantrauen. Sieben Seiten mit Aufgaben über irgendwelches Zeug, dass wir im Unterricht noch nie besprochen haben. Nein, in der Schule hat unser Lehrer einen ganz eigenen Lehrplan: Als erstes lernen wir ein bisschen Theorie. Wenn wir damit fertig sind, schauen wir erst Filme, dann müssen wir uns in Zweiergruppen zusammen tun und PowerPoint-Präsentationen über Musik in Regionen von Afrika und Amerika machen (für jede Klassenstufe gibt es ein eigenes Thema). Haben wir die nach einem Monat fertig, müssen wir sie der Klasse vorstellen. Wir schaffen vier pro Woche, also zwei pro Stunde. Nun, ist dieser Zeitvertrieb auch zu Ende, schauen wir meistens nur noch Filme, bevor die Sommerferien kommen. Aber bei Distance Learning... Da müssen wir die Theorie schon perfekt können, weit über die, die wir beigebracht gekriegt haben hinaus.

Da nicht mal meine Mutter die Aufgaben lösen kann, versucht sie im Internet selbst ein bisschen dazu zu lernen, wobei sie die Lösungen für die Arbeitsblätter findet (die Blätter haben übrigens ein Copyright...). Wir sind uns darüber einig, dass dieser Stoff nicht lebenswichtig ist (ich werde nächstes Jahr sowieso Musik abwählen) und ich darf sie abschreiben. Danke!

Aber selbst für das abschreiben der sieben Seiten brauche ich so lange, dass ich erst um fünf fertig bin. Wir essen dann ein bisschen Eis aus dem Supermarkt (natürlich nicht aus dem Eisladen) und dann holen wir die Züge von ihren neuen Abstellpositionen und fahren mit ihnen durch die Wohnung. Schön, aber nach einer halben Stunde wird es langweilig. Deshalb haben wir uns auch auf diese Zeit geeinigt.

Zum Abendbrot gibt es wieder grüne Sauce.. Ich hoffe, ich werde während der Corona-Krise nicht dicker! Aber nein, ich habe schon mehrfach festgestellt, dass man nur dicker wird, wenn man es glaubt.

Hoffentlich kommt nach dem Sonntag wieder ein Samstag.

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Manzanita
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Tagebuch eines Selbstversuches der Isolation gegen CoViD 19.
Veröffentlicht am 29.03.2020, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 07.04.2020). Textlänge: 663 Wörter; dieser Text wurde bereits 42 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 01.07.2020.
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