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Draculas Verwandtschaft

Essay zum Thema Umwelt/Ökologie


von Regina

Fledermäuse, genauer gesagt, verschiedene Arten von Fledertieren, besitzen lange Finger, zwischen denen sich die Flughaut aufspannt. Carl von Linné (Naturforscher, 18. Jhdt.) rechnete diese einzige flugfähige Säugetiergattung in seiner Systematik noch zu den Primaten. In der Tat zeigen diese Tiere in ihrer Vielfalt der Lebensweisen fast menschliche Züge. Die einen leben allein, die anderen in großen Gruppen. Manche von ihnen sind Vegetarier und ernähren sich von Blütennektar. Die europäischen Fledermäuse fangen Insekten. Nur der kleine Verwandte von Graf Dracula, der Vampir, ernährt sich von Blut, selten auch von menschlichem. Er lebt auf dem amerikanischen Kontinent oft in der Nähe von Rinderherden. Bevor er zubeißt, rasiert er die Haut und stellt der Kuh freundlicherweise eine örtliche Betäubung zur Verfügung. Die Desinfektion hat er leider noch nicht erlernt. Sie wäre bei allen Flughunden, Fledermäusen und ihren weiteren Verwandten nötig, denn die Tiere übertragen eine Reihe von Infektionen wie Tetanus, Tollwut und die derzeit grassierende Lungenentzündung. Das Fledertier selbst wird dabei nicht krank. Es entwickelt im Flug regelmäßig Fieber, eine natürliche Abwehr des Körpers gegen Keime. Möglicherweise war das auch die Strategie des sagenhaften feuerspeienden Drachens mit dem heißen Atem. Der Name Dracula rührt von einem solchen her. Der Drache wird oft als Flugsaurier mit vier Beinen und Hautflügeln dargestellt. Die Fledermaus hat nur zwei Füße, mit denen sie sich kopfunter einhängt und so schläft und auch stirbt. Fledertiere halten sich normalerweise in Wäldern auf, wo ihnen Baumhöhlen und dichtes Geäst Unterschlupf zum Tagesschlaf bieten. Erst, wenn dieser natürliche Lebensraum verschwindet, rücken sie näher an den Menschen heran und besetzen Kirchtürme und das Gebälk alter Gebäude. Das Fledertier hört und kommuniziert im Ultraschallbereich, hat aber außer der schnellen Flucht seinen Feinden wie Greifvögeln oder Katzen kaum etwas entgegenzusetzen. Es wird vom Menschen mit Netzen gefangen und in manchen Gegenden samt Kopf gekocht und verspeist. Die steinzeitlich anmutende Jagd auf Wildtiere und der Verkauf lebender Exemplare ohne Hygienevorschriften kostet nun viele Menschen die Luft zum Atmen. Der Jagdtrieb treibt aber auch verantwortungslose Kaufleute um, die bis in die hintersten Winkel der Welt nach Profiten gieren und dabei die Zerstörung der ökologischen Balance in Kauf nehmen.
Die Flughaut der Fledertiere erinnert an die Wachsflügel des Ikarus, der den Traum vom Fliegen bekanntlicherweise mit dem Leben bezahlte. Heute folgt der unnatürlichen Vielfliegerei einer globalisierten Wirtschaft Pandemie.

 
 

Kommentare zu diesem Text


eiskimo
Kommentar von eiskimo (04.04.2020)
Sehr kenntnis- und lehrreich, absolut lesenswert in Zusammenhang mit der Tagesaktualität. Mir gefällt besonders die elegante Flugkurve, mit der Du am Ende punktgenau in der globalen Bedrohungslage landest!
Kompliment!
Eiskimo
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Regina meinte dazu am 04.04.2020:
Danke. Dieses Kompliment freut mich ungemein.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (04.04.2020)
Hallo Gina, ich empfehle dein Essay gerne weiter: Es ist informativ, unterhaltsam und sprachlich auf hohem Niveau.
LG
Ekki
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Regina antwortete darauf am 04.04.2020:
Danke, dieses Lob von kompetenter Seite freut mich besonders.
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AZU20 schrieb daraufhin am 05.04.2020:
Habe ihn gerade gelesen und schließe mich an. LG
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franky
Kommentar von franky (04.04.2020)
Das liebe Regina, ist eine sehr interessante Recherche.
Bin dadurch ein gutes Stück gescheiter geworden.

Liebe Grüße

Von
Franky
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Regina äußerte darauf am 04.04.2020:
Ja, Franky, ich habe mich ein bisschen über diese Nachtfliegenden eingelesen, es gäbe noch mehr Interessantes über sie, aber ich habe mal das zusammengefasst, was mir im Zusammenhang mit der momentanen Situation wichtig erschien. Danke LG Gina
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (04.04.2020)
a) Also sind Fledermäuse - je nach Unterart - also auch, zumindest bedingt, Zivilisationsfolger?

b) Ich habe ebenfalls große Bedenken, ob des ausufernden Flugverkehrs. Allerdings halte ich es für eine nicht unproblematischen These, von der Quantität der Globalisierung auf eine Pandemiegefahr zu schließen. Im Mittelalter waren ein weit überwiegender Teil der Menschen ortsfest. Und dennoch konnte der "Schwarze Tod" in der Mitte des 14. Jhd. seinen Weg nach Europa schaffen und wüten.

Also können schon sehr wenige mobile Menschen solche Pandemien auslösen. Daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass alle Menschen ortsfest leben müssen, ist heute weder durchzusetzen noch populär.

Die Frage ist eben immer auch, in welchem Zustand eine Krankheit eine Gesellschaft vorfindet. So ist z.B. die westliche Welt allein aufgrund ihrer allgemeinen Hygiene gegen viele Krankheiten gefeit. Selbst erneute Ausbrüche der Lungenpest wie im 14. Jhd. könnte zur Zeit gut bekämpft werden*. Weil diese eben wie die meisten Krankheiten bekannt sind. Das Problem mit Sars-Covid 2 ist eben, dass wir es mit einem bis dato unbekannten Virus zu tun haben. Und das ist der einzige Punkt, der die von ihm ausgelösten Krankheit Covid-19 das "pandemische Potential" gibt. Wären Virus und Krankheit NICHT unbekannt, wären alle besser geschützt, bis hin zu den den sogenannten Risikogruppen.

Das ist auch der Grund, warum die Staaten im Augenblick auf die - ihm wahrsten Sinne des Wortes "mittelalterliche" - Idee der Quarantäne zurückgreifen. Mit dem Anwachsen unseres Wissen über Virus und Krankheit werden die Maßnahmen auch spezifischer werden. Doch dazu ist Zeit von Nöten.

Andersherum macht diese Tatsache zu einer solchen Bedrohung. Sie ist im Augenblick zeitlich und räumlich nicht begrenzt, verhält sich wie ein weltweiter Super-Gau.



*=Auf gesellschaftlicher Ebene bzw. gemessen an den gesellschaftlichen Folgen. Für den einzelnen Betroffenen wäre es weiterhin eine Katastrophe.
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Regina ergänzte dazu am 04.04.2020:
a) Überall da, wo ihnen der natürliche Lebensraum genommen wird, und das ist in Asien derzeit der Fall, suchen sie sich Wohnplätze in der Nähe des Menschen. Damit steigt die Infektionsgefahr, umso mehr als sie in Südchina z.B. lebendig gefangen werden und mit bloßen Händen berührt und verkauft werden, am ende evtl. noch unhygienisch gekocht.
b) Der Überträger des originalen Pestvirus war die Wanderratte, also die Ratte wanderte, nicht der Mensch. Als man dies schließlich erkannte, bekämpfte man die Ratte und die Pest verschwand. Allerdings werden in der Literatur auch andere Infektionen "Pest" genannt.
c) Die höhere Mobilität mag nicht die einzige Ursache für eine Epidemie/Pandemie sein, aber sie begünstigt sie auf jeden Fall. Die Italiener z.B. lassen ihre original italienische Mode in Asien nähen. In Bayern begann die Krankheit bei einem Autozulieferer mit Chinakontakten. Bei Tirschenreuth habe ich gerätselt. Offiziell wird hier ein Bierfest als Auslöser angegeben, aber sie haben dort Porzellanindustrie, zumindest machen sie ihren traditionellen Stempel drauf.
Ich meine, dass das alles zusammenspielt: Zerstörung der Lebensräume der Tiere, deren Umzug in die Nähe des Menschen, mangelnde Hygiene, hohe Mobilität und Massenveranstaltungen mit viel Tuchfühlung und neue Viren, Zoonosen, die von Wildtieren kommen, die sich bisher mehr vom Menschen fernhielten, das aber nicht mehr können. LG Gina
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Ralf_Renkking meinte dazu am 04.04.2020:
Einspruch zu b), Gina, denn erstens wird die Pest durch ein Bakterium ausgelöst und zweitens wird die Krankheit nicht direkt über "Rattus Norvegicus" auf den Menschen übertragen, sondern durch den Biss des Rattenflohs.

Ciao, Frank

P.S.: Ich habe das gerade mal nachgelesen, weltweit werden auch heutzutage lt. WHO noch 1000 - 3000 Pesttote registriert.

Antwort geändert am 04.04.2020 um 14:21 Uhr
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Regina meinte dazu am 04.04.2020:
Siehe mein Artikel "Pestgestank" hier in dieser Sammlung. Soviel ich weiß, gibt es auch kein Medikament gegen die Pest. Ich habe gelesen, dass es mehrere Tiere gibt, die die Pest übertragen, u.a. die Wanderratte und deren Flöhe. Pestausbrüche: 1994 Indien, 2017 Madagaskar. Aber da man die Ursachen kennt, kann man sie bekämpfen. Du hast recht, es ist eine Bakterie.

Antwort geändert am 04.04.2020 um 16:32 Uhr
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Ralf_Renkking meinte dazu am 04.04.2020:
Danke, Gina,den Artikel werde ich mir beizeiten mal durchlesen. Meines Wissens nach gibt es mittlerweile Antibiotika, die gegen die Pest Wirkung zeigen und um einen Menschen mit der Pest zu infizieren, müsste die Ratte ihn schon beißen oder ihn zusabbern, ersteres kommt zwar schon mal vor, der Hauptverursacher ist allerdings dieser bekloppte Floh, der diese bekloppten Bakterien auf uns bekloppte Menschen überträgt.

Ciao, Frank

P.S.: Menschen untereinander sabbern sich natürlich auch zu, von wegen Tröpfcheninfektion und so, das zeigt natürlich, warum Italien und Spanien von Covid 19 ungleich stärker als Deutschland betroffen sind, womit ich jetzt allerdings nicht andeuten möchte, dass Italiener und Spanier bekloppter als Deutsche sind.
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Kommentar von Ralf_Renkking (04.04.2020)
Ich mag Fledermäuse, allerdings weder in der Suppe, noch sonstwie zubereitet und auf das Coronavirus kann ich auch verzichten (zuerst waren es Fledermäuse, dann Gürteltiere und nun Schlangen = Fake News for ever, ), hätte jedoch nichts dagegen, durch den Biss einer Fledermaus in einen Vampir verwandelt zu werden.

Ciao, Frank

Kommentar geändert am 04.04.2020 um 14:58 Uhr
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Regina meinte dazu am 04.04.2020:
Als Fakenews sehe ich das nicht, aber zunächst Theorien. Diese Sars-Viren, die die Fledertiere als Wirt benutzen, kennen die Forscher allerdings schon eine Weile, dann gibt es noch das Pangolin, dessen Schuppen in China ebenfalls verzehrt werden als möglichen Zwischenwirt. Von Schlangen habe ich noch nichts gelesen. Zu den Zoonosen gehören auch die relativ neuen Krankheiten Ehec und Ebola. Eine Fledermaus solltest du wegen der Infektionsgefahr allenfalls mit einem Handschuh anfassen. Den Markt in Wuhan hat man geschlossen, wo diese Wildtiere lebend verkauft wurden. LG Gina

P.S. Du wärst gern ein Vampir? Mit solchen Reinkarnationswünschen wäre ich vorsichtig. Der Vampir stirbt, wenn er einmal keine Blutmahlzeit bekommt. Aber frag Lothar Atzert, wie du dich aufführen musst, um einer zu werden.

Antwort geändert am 04.04.2020 um 16:36 Uhr
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Ralf_Renkking meinte dazu am 04.04.2020:
Sorry, da habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt, ich meine nämlich, dass es sich dabei deshalb um Falschmeldungen handelt, weil meist die Gewissheitsschublade gezogen wird, also gestern war sich die Presse sicher, dass es die Hufeisennase war, heute sind die Pangoline dran und morgen werden erst einmal die Schlangen vorgeführt. Das Netz ist übrigens voll von Meldungen, dass die jetzt als Überträger herhalten müssen.
Apropos Fledermaus, ich habe als Jugendlicher mal eine in der Hand gehalten, damals war das noch kein Problem und Ozzy hat einer 1985 sogar den Kopf abgebissen, jetzt hat er zwar Parkinson, einen Zusammenhang würde ich da aber nicht unbedingt sehen.

Ciao, Frank

P.S.: Das ist doch kein Reinkarnationswunsch, sondern nur so ein Metamorphosenhokuspokus und Du kannst einen drauf geben, dass ich, falls ich diese Möglichkeit zur Verwandlung hätte, immer an frisches Blut käme, zur Not täten es allerdings auch Blutkonserven.
L. A. frage ich besser nicht, da muss ich sowieso wieder nur am Mond links im dritten Haus seitwärts schräg am Saturn vorbei dreimal über die Schulter auf den Mars spucken, usw., nee, da lasse ich mich lieber beißen, das macht zwar auch schwindelig, ist aber nicht so kompliziert.
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