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Kunstexegese. Großer Spaß mit Dieter Rotmund und anderen.

Text


von Willibald

Genießen wir  die kleinen Dinge,
denn eines Tages werden wir  vielleicht zurückblicken und erkennen,
dass es die großen Dinge waren.
Robert Brault



Als Johann Wolfgang Goethe sich etwa drei Stunden mit Theodor W. Adorno, Jan Mukarovsky, Roman Jakobson über Reim, Rhythmus, Sprachspiel, emotive Funktion unterhalten hatte, da war er (und die anderen auch) nicht mehr ganz nüchtern. Sie hatten nämlich einige Flaschen geleert und schwiegen in sich gekehrt seit einiger Zeit.

"Nun ja",  räusperte sich Goethe, „nun ja. Die Beziehung des Dichters zu seinen Texten und der Wirklichkeit erinnert mich an das Backen ohne Ofen. Auch gibt es dazu eine schöne Legende von einem  Fisch und einem Holz sammelnden Zwerg, der die Zahl der sieben Zwerge um einen Zwerg erhöhte. Wenn ich diese Mär  nicht vergessen hätte, so würde ich sie jetzt erzählen …“
Ralf Renkking schnippste mit dem Finger.
„Ja?“, sagte Goethe.
„Die Lösung für Backen ohne Ofen ist doch ganz einfach – Arschbacken.“
Mukarovsky nickte Ralf Renkking  beifällig zu, Roman Jakobson hob den Kopf:
"Da gibt es zu Arschbacken  ein Synonym, das es in sich hat, nämlich Zwieback.“ Mukarovsky keckerte und  patschte sich auf den rechten Oberschenkel.

Die anderen begannen eifrig ein Gespräch über Metonymie und Meronymie und all das.
"Das ist ja alles ganz nett“,  schaltete sich Dieter Rotmund ein, „aber was ist das für ein unglaublich hässlicher Vogelkopf?“
Adorno nickte zustimmend, wenn auch zögerlich,  und sagte: "Ein guter Einwurf das. Nun: Was ist kitschig und hässlich? Röhrende Hirsche im Herbst, Wildschweine im Winterwald, Schmalrehe auf der Lichtung..."
Rotmund unterbrach den Fließtext:
"Einwurf? Wir reden doch hier nicht über Fußball?"
Willibald lächelte entzückt, er freute sich über das korrekt gesetzte "scharfe S" in "Fließtext" und "Fußball" in  unmittelbarer Nähe zu Dieter Rotmund.
„Ach, Dieter!“, äußerte sich niemand, „das ist Kunst. Alles, was man kaum versteht, ist Kunst,  und was man gar nicht versteht,  große Kunst. Nichtverstehen ist der oder das obligatorische Feedback und die hinreichende wie notwendige Bedingung von Kunst."
"Schon", sagte Adorno, "aber sollte es nicht eher 'Merkmal' statt 'Bedingung' heißen?"
„Die Bedingungs", Dieter Rotmund schnaufte kurz durch, ".die  Bedienungsanleitung von meinem Flachbildfernseher ist große Kunst?" Und dann etwas ruhiger:
"Ich mag keine Vögel. Wildschweine im Winterwald sind mir tatsächlich lieber.“

"Dieter hat nicht unrecht", sagte Willibald zu niemand, die Wildschweine im Winterwald machen einem aufmerksamen Betrachter solche Begriffe wie Saurer Regen und Waldsterben bewusst. Es ist gut, daß wir das von der Romantik geprägte Weltgefühl nicht ganz verschwinden lassen müssen, denn ..."
"Hossa", rief Dieter Rotmund, "ich habe vor kurzem nachgeschaut, das scharfe S in daß gibt es gar nicht mehr. Ihr habt mich täuschen wollen. Und ihr täuscht mich nicht mehr."
„Na gut“, meinten niemand und Willibald, „wir sollten vielleicht beim Thema bleiben?“
"Ihr seid nicht bei der Sache und schwurbelt hier rum", sagte Dieter Rotmund zu niemand und Willibald. "Also, was ist das für ein hässlicher Vogel?"

Willibald hob den Arm und  kratzte sich nachdenklich am Kopf, dann meinte er: "Das ist eine Eule, die sich nachdenklich am Kopf kratzt. Allerdings nimmt sie dazu einen Flügel, weil sie eine Eule ist und kein Mensch."
"Da sind mir die Wildschweine und die Röhrenden Hirsche und die Schmalrehe auf der Lichtung aber lieber. Ich hasse Vögel."

Nun, sagte die Eule  kursiv geneigt, worüber ich nachsinne, das ist zum einen, was das für eine Legende sein mag, die vom Fisch und dem Holz sammelnden Achten Zwerg. Undeutlich ist mir in Erinnerung, dass darinnen eine mephistophelische Figur behauptet, der Mensch, der kleine Gott der Welt, bleibe stets vom gleichen Schlag und so verwunderlich als wie am ersten Tag.
„Oh, trefflich, trefflich  memoriert“, Goethe hob die Hand und skandierte, „jetzt fällt´s mir wieder ein. Ein Skeptikus, eine mephistophelische Figur, spricht mit den beiden, dem Zerg und dem Fisch,  und warnt sie vor dem Menschengeschlecht. Diejenigen,  welche den Bedürftigen, Unglücklichen oder einfach Ratsuchenden gegenüber hilfsbereit sind, hätten nur Mitleid mit sich selbst. Sie hofften, man werde es ihnen erwidern, wenn ihnen der gleiche Mangel widerführe.
„He?“, sagte Rotmund.

„Ich aber“, sagte Goethe, „wundere mich über diese etwas gezwungene Deutung. Gewöhnlich hat man keinen Anlass, sich von denen viel zu versprechen, die man aus dem Elend gezogen hat. Und wenn uns etwas  zustieße, würden die anderen sich kaum an unser Beispiel halten. Aber warum will man nicht zugestehen, dass in Handlungen aus Mitleid das Empfinden von Menschlichkeit eingeht? Es ist sehr lobenswert, den Bedürftigen zu Hilfe zu kommen, weil man sich vorstellt, was man sich wünschen würde, wenn man an ihrer Stelle wäre.“

„He, Leute“, meldete sich der Fisch dieses Forums hier. „Ich bekomme  die Kunstexegese nicht in mein Zimmer, sie verfehlt, durch meine Tür zu passen.
Durchs Fenster vielleicht, Fisch?
Fenster?
Okay, vergessen wir das. Ich frag auch gar nicht, was du mit einer Kunstexegese in deinem Zimmer möchtest. Ich wundere mich freilich, wo du sie verbauen willst, dein Zimmer ist klein, feucht und von Ordnung emanzipiert. Essensreste faulen, und deine wenigen fingerfleckigen Bücher sehnen sich nach alphabetischer oder chronologischer Reihenhaltung.
Bücher?
Und danach, mal richtig durchgelesen zu werden - freilich.

Mein Problem ist die Sperrigkeit der Kunstexegese oder - ja - die geringe Ausdehnung des Zimmerschlupfes.
Weshalb trennst du sie nicht mittig in zwei Handlichkeiten und baust sie dann in deinem Zimmer, wo auch immer, wieder zusammen?
Trennen? Ist sie dann nicht entzweit?
Ja, vorübergehend. Du kannst ja zunächst die Kunst hineinschaffen, die müsste ja wohl lässig hindurchpassen.
Anschließend versuchst du mit der Exegese das gleiche, also mit der 'exegese'. Die ist für sich noch immer recht sperrig, heißt, du mußt gegebenenfalls dein Hirn einschalten.

Hm. Und wenn ich sie nicht wieder zusammenbekomme?
Dann wartest du halt, dass sich Herr Rotemund einschaltet.
„Jetzt bleibt mal auf dem Boden“, sagte Dieter Rotmund, „´Rotemund´ist falsch. Es heißt ´Rotmund´.“



 
 

Kommentare zu diesem Text


Ralf_Renkking
Kommentar von Ralf_Renkking (07.04.2020)
Die Lösung ist doch ganz einfach: Arschbacken!!!
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Willibald meinte dazu am 07.04.2020:
Mukrovsky nickte nach der Lektüre von R. Renkkings Kurzkommentar.
Roman Jakobson hob den Kopf vom Handy:
"Da gibt es mit Zwieback ein Synonym, das es in sich hat."
Die anderen begannen eifrig ein Gespräch über Metonymie und Meronymie.

Antwort geändert am 07.04.2020 um 10:28 Uhr
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niemand antwortete darauf am 07.04.2020:
@ Ralf
Wir kriegen hier im Grunde gar nichts gebacken, Ralfi,
also kann man auch auf Feedback verzichten
diese Antwort melden
Ralf_Renkking schrieb daraufhin am 07.04.2020:
@niemand
Sei mal nicht so pessimistisch, meine Liebe, ein guter Sandkuchen ist gar nicht zu verachten, die Assoziation dazu lautet Sandbild und wenn das keine Kunst ist, haben nicht nur wir auf Sand gebaut.

Antwort geändert am 07.04.2020 um 13:03 Uhr
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AchterZwerg äußerte darauf am 07.04.2020:
(extrem)
diese Antwort melden
DanceWith1Life ergänzte dazu am 07.04.2020:
vor allem die "Feedbacken"
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (07.04.2020)
Nett, aber was ist das für ein unglaublich hässlicher Vogelkopf?
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Willibald meinte dazu am 07.04.2020:
Adorno nickte bei Dieter Rotmunds Einwurf und sagte: "Was ist hässlich? Röhrende Hirsche im Herbst, Wilschweine im Winterwald, Schmalrehe auf der Lichtung..."

Rotmund unterbrach den Fließtext: "Einwurf? Wir reden doch hier nicht über Fußball?"

Willibald lächelte entzückt, denn er freute sich über das korrekt gesetzte "scharfe S" in unmittelbarer Textnähe zu Dieter Rotmund.
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niemand meinte dazu am 07.04.2020:
@ Dieter
Das ist Kunst. Alles, was man kaum versteht ist Kunst
und was man gar nicht versteht große Kunst.
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Willibald meinte dazu am 07.04.2020:
Insofern, liebe niemand, ist Dieter ein großer Kunstversteher.
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 07.04.2020:
Die Bedienungsanleitung von meinem Flachbildfernseher ist große Kunst?
Ich mag keine Vögel. Wildschweine im Winterwald sind mir tatsächlich lieber.
diese Antwort melden
Willibald meinte dazu am 07.04.2020:
"Dieter", sagte Willibald zu niemand, "hat nicht Unrecht. Die Wildschweine im Winterwald machen einem aufmerksamen Betrachter solche Begriffe wie Saurer Regen und Waldsterben bewusst. Es ist gut, daß wir das von der Romantik geprägte Weltgefühl nicht ganz verschwinden lassen müssen, denn ..."
"Hossa", rief Dieter Rotmund, "ich habe vor kurzem nachgeschaut, das scharfe S in daß gibt es gar nicht mehr. Ihr habt mich täuschen wollen. Und ihr täuscht mich nicht mehr."
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niemand meinte dazu am 07.04.2020:
diese Antwort melden
Willibald meinte dazu am 07.04.2020:
"Ihr seid nicht bei der Sache und schwurbelt hier rum", sagte Dieter Rotmund zu niemand und Willibald. "Also, was ist das für ein hässlicher Vogel?"
Willibald kratzte sich am Kopf, dann meinte er: "Das ist eine Eule, die sich nachdenklich am Kopf kratzt. Allerdings nimmt sie dazu einen Flügel, weil sie eine Eule ist und kein Mensch."
"Da sind mir die Wildschweine und die Röhrenden Hirsche und die Schmalrehe auf der Lichtung aber lieber. Ich hasse Vögel."



Antwort geändert am 07.04.2020 um 10:55 Uhr
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (07.04.2020)
  Onkel Uhu

Kommentar geändert am 07.04.2020 um 12:37 Uhr
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Kommentar von Fisch (55) (07.04.2020)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (07.04.2020)
@ Dieter

Der Sachverständige erkennt sofort (!), dass es sich hier um alpenländische Volkskunst handelt. Oben herum mit leicht phallischem Einschlag.

Kopfschüttelnde Grüße
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (07.04.2020)
Da scheint ein neues herrliches Werk den Literaturhimmel zu erobern, Willibald.
Allerdings lebst du nicht ganz am Puls der Zeit: Backen ohne Ofen (aber mit Kühlschrank) funktioniert seit Jahrzehnten.
Backen ohne Hefe nicht. - Nur für den Fall, dass du kein Freund von Mürbeteig bist.
Hefe ist nämlich aus. Genau wie Klopapier. - Man soll es sich jedoch aus Weizenbier selbst herstellen können.
Davon gibt es in deiner Gegend ja genug ...

Also, mach voran
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Moja
Kommentar von Moja (07.04.2020)
Lesevergnügen pur!
Groß- und gar nicht artig

Amüsiert grüßt,
Moja
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Kommentar von Aha (53) (07.04.2020)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Willibald meinte dazu am 08.04.2020:
Huh! Aha!!
Das sind sieben Schraubendrehungen weiter und eine Metametakiste machst du auch noch auf.

Vielleicht sollte man doch damit eine neue Geschichte aufmachen?

greetse
ww

Antwort geändert am 08.04.2020 um 07:43 Uhr
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Willibald meinte dazu am 08.04.2020:
Willibald dankt allen Schenkern von Lob aufs herzlichste, den herrlichen Beiträgern niemand, ralf, fisch, rotmund, Aha, goethe, Adorno u.a. aufs herzlichste.

Was nämlich könnte in der Literarischen Kunst wirkungsvoller und suggestiver sein als der Wallungswert wuchtiger Worte? Und die Komik ebenderselben?

www

Antwort geändert am 08.04.2020 um 18:58 Uhr
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