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Das Leben ist kein Konjunktiv. Linguistisch infizierte Szene.

Text


von Willibald

Personen:

Vroni
(Konjunktivfrau "warad"/"wäre", "Wenn + Konjunktiv*)
Georg
(Konjunktionsmann, „Wenn + Indikativ“)
Willibald
("Schlaubischlumpf", linguistischer)
...............................................................................................

GEORG:.
Fahren wir zusammen weg…
Lassen wir die Bagage hinter uns.
Zusammen, das ist es, was was bringt.
Wenn wir dann landen, oh, das wird schön,
wirst sehen.
Stoß´ ma an?

VRONI:
Jo, des warad schon wos.

GEORG:
Morgen am Abend geht der Aeroplan, äh, der Flieger, das Flugzeug.
Wenn wir fliegen und dann dort sind...

VRONI:
Morgen – ohja - schon.
Des is aber schnell.
A Doppeldecker?

Verlegenes Schweigen.

GEORG:
Um zehne könn` ma scho aufs Meer schauen.

VRONI:
Könnten, ….

GEORG:
Des richtige Leben is ka Konjunktiv, Vroni.
Jetzt pass auf: Wenn wir fortfliegen .....

VRONI:
Wenn ma  furtfligaten ....

WILLIBALD:
Einen Moment!
Vroni!  Dein Konjunktiv "furtfligaten"  in Kombination mit "wenn" signalisiert  eingeschränkte Gültigkeit. Von der Möglichkeit bis hin zur Unmöglichkeit.  Das "wenn wir fortfliegen" bei Georg hingegen  signalisiert die theoretische Möglichkeit und ihre Bejahung. Vergleicht man die beiden Formulierungen, so überwiegt bei  Dir, Vroni,  die reale Unmöglichkeit gegenüber der theoretischen Möglichkeit,  die Georg mit  „Wenn + Indikativ“  favorisiert.  Und  Georg insistiert  darauf, dass das „Wenn+Indikativ“ erstmal genügt, weil ...

VRONI und GEORG (unavoce):
Wos is?

Kurzer Blickwechsel zwischen den beiden, dann  höflich zu Willibald.

Wir taten jetzt fortgehn.


(Georg, Szenenfoto)

 
 

Kommentare zu diesem Text


AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (05.05.2020)
Derzeit fällt mir dazu nur : ""Gecancelt" ein.
Es sei den, uns' Georg schöbe den Aeroplan mit seinen Riesenpratzen selber an.
Vroni bliebe dann vermutlich bei Willibald, dem eher zart behändeten ...

hofft
der8.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (05.05.2020)
Hallo Willibald, man muss lernen im Konjunktiv zu leben. dann kann man sich viel vorstellen und es ist viel möglich.
LG
Ekki
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Willibald meinte dazu am 05.05.2020:
Salute, lieber 8. und lieber Ekki,

danke für die feinen Offerten!

Hier ein ächter Beitrag zu Indikativ, Konjunktiv und Genitiv, ein Gustostückerl:

Die Herrschaft des modernen Pöbels äußert sich in einer besonderen Form des Sprachverfalls, der kaum noch wahrgenommen wird. Am auffälligsten ist der Ver­lust des Konjunktivs: der Pöbel hat keinen Möglichkeitssinn, ihm fehlt daher selbstredend auch der rechte Sinn für die Wirklichkeit.

Die Konjunktivlosigkeit raubt dem Indikativ die Bestimmtheit und die sprachlichen Weichmacher blühen. Der Pöbel denkt abstrakt und redet schablonenhaft; die geistige Vulgarität ist sein Stil, für den er zuvörderst Toleranz fordert; der Pöbel ist liberal mit seinesgleichen.

Nicht nur der Konjunktiv ist dem Pöbeldeutsch abhanden gekommen, sondern auch das Plusquamperfekt und die vollendete Zukunft, weil in jeder Vollendung alles Pöbelhafte getilgt ist.

Der Pöbel als personifizierter Zerfallsprozeß haßt alle Vollkommenheit, die der Vergangenheit wie die der Zukunft. Auffällig ist auch das Verschwinden des Genitivs; dieser Fall beantwortet bekanntlich die Eigentumsfrage; aber wessen Sache etwas ist, kümmert jenes Gesindel nicht, das sich daran ver­greifen will.

Ein tieferes Gefühl für die wahren Besitzverhältnisse in Westdeutschland zeigen hingegen jene großstädtischen Kleinbürger, die dem angelsächsischen Genitiv zu seiner großen Sichtbarkeit verholfen haben, indem sie z.B. ihren Frisörladen Peter’s Barber Shop nennen.


 Deutsches Kolleg
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AchterZwerg antwortete darauf am 06.05.2020:

Tatsächlich birgt der Konjunktiv ein schichtspezisches "Problem":
Nur wenige lieben ihn mit fortdauernder Leidenschaft; und das sind immer die Gleichen,

weiß
der8.
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Kommentar von Fisch (55) (05.05.2020)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Willibald schrieb daraufhin am 05.05.2020:
Intressant und fein beobachtet, aber wem sage ich das, lieber Fisch. Übrigens ist das auch spannend, wenn Modalverben wie "können" oder "müssen" in den Konjunktiv gesetzt werden.
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Fisch (55) äußerte darauf am 05.05.2020:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Willibald ergänzte dazu am 05.05.2020:
Wow.
Hugh.
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