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Nachtgedanken XXVIII: rückblick

Prosagedicht


von Habakuk

da war dieses weben - gestalt & klang
am wimpernrand – im eisernen brustkorb ein schatten
                      aus rotem gefieder

dem rankten sich töne ums singende haupt
aus trockenen kehlen vom straßenstaub das elend der worte nur
ein erinnern wie fernes leuchten – kindheitsgerüche
enthäutete sommer

                                                                (zusammengewürfelt)

zerstückelte echos – einmal hört ich
sie singen ins licht (eine hymne dem erdigen traum): „tritt näher
du mit geplünderten augen der blauen stirn

den blick in die nacht geschlagen …
unentrinnbare nacktheit des seins mit offenen lippen küsstest den stein
          (am fuße des berges)
hattest die schreie der vögel verlernt ... mag sein     

auf der anderen seite ein abend
mit dreifachem mond wo kalte hände sich strecken zur sonne –
kinder sind dort

                                  (mit großen augen)

die werfen worte hoch in die luft – ich hörte sie flüstern:
                          engel sind wir wissen es nicht – jedes lachen ist uns gebet
im schwanengesang verewigt unsterbliches seufzen
                                                                      verwaister scholle“

dass zeit sei zu gehn ... ein geknicktes rohr
(brachst es nicht) – ein glimmender docht im steten tropfen
                              ungelöscht

                                                im sommer als wind durch die gräser fuhr –
                  nichts war jemals so wie du denkst


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Kommentare zu diesem Text


ViktorVanHynthersin
Kommentar von ViktorVanHynthersin (12.05.2020)
Ich hätte die Klammern weggelassen, aber sonst - sehr gerne gelesen!
Herzlichst
Viktor
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Habakuk meinte dazu am 19.05.2020:
Danke dir!

BG
H.
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (12.05.2020)
Hallo Habakuk,
ich lese momentan Novalis. Dem hätten deine Nachtgedanken best4immt auch gefallen.
LG
Ekki
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Habakuk antwortete darauf am 19.05.2020:
Das freut mich, Ekki. Danke.

BG
H.
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wa Bash
Kommentar von wa Bash (12.05.2020)
im Sommer als Wind durch die Gräser fuhr... sehr schön, wie auch der Rest des schönen Gedichtes...
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Habakuk schrieb daraufhin am 19.05.2020:
Danke dir.

H.
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juttavon
Kommentar von juttavon (17.05.2020)
Ein Experiment mit wörtlicher Rede und Klammern (wobei ich die Rede innerhalb eines solchen Gedichts zu lang finde, ich verliere den Anfang beim Lesen) - neben Deinen wieder gelungenen eindringlichen Bildern und Klängen, lieber H.

Ein Rückblick bis in die Kindheit: "kindheitsgerüche" und "kinder sind dort".
Viel Schmerz ist spürbar: eisernen brustkorb - das elend der worte - enthäutete sommer - geplünderten augen - unentrinnbare nacktheit des seins - unsterbliches seufzen -, um nur einige Stellen zu nennen. Ein Schmerz, der sich aus der Kindheit weiter zieht.

"dieses weben" schafft eine Grundlage an Erfahrungen - "gestalt & klang" - , ganz zart und verletzbar - "am wimpernrand" - ; hier schon in den ersten Zeilen die Ambivalenz von Hartem und Weichem: " im eisernen brustkorb ein schatten / aus rotem gefieder." Wobei auch die Farbe Rot mehrdeutig sowohl Gewalt als auch Lebenssaft symbolisiert.

"zerstückelte echos" - die Erinnerungen aus der Kindheit? oder ein Ahnen von heilem Singen?

Die Worte "mag sein" und das abwägende "auf der anderen Seite" bedeuten einen Perspektivwechsel, der das Sprechen aus einem gewissen Abstand heraus ermöglicht. Nun verändern sich die Bilder hin zu Andeutungen von der heilen Seite des Lebens: - kalte hände sich strecken zur sonne - engel sind - jedes lachen ist uns gebet - .

Der Schluss ist voller Spannung und offen:
" dass zeit sei zu gehn ..." - wohin? in ein neues Leben? in den Tod?
"ein geknicktes rohr / (brachst es nicht) – ein glimmender docht im steten tropfen / ungelöscht"
- ein Bild höchster Ambivalenz: die Tropfen müssten eigentlich schon längst den glimmenden Doch gelöscht haben, - der Schmerz das Leben ausgelöscht -, doch trotz allem "ungelöscht"! - welch fast unerträglich starke Spannung in diesem Bild!

Die Offenheit der Perspektive wird explizit; auch der Rückblick erlaubt keine Prognose...:

" im sommer als wind durch die gräser fuhr –
nichts war jemals so wie du denkst".


Einige Bilder bilden rote Fäden im Gedicht: Hell und Dunkel, Singen und Sprechen, auch ganz stark das Bild "enthäutete sommer", das wieder aufgenommen wird in "unentrinnbare nacktheit des seins".

Sehr fein!

HG Jutta
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Habakuk äußerte darauf am 19.05.2020:
Sehr feiner Kommentar, liebe Jutta. Bedanke mich herzlich.

HG
H.
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Habakuk
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Veröffentlicht am 12.05.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 12.05.2020). Textlänge: 173 Wörter; dieser Text wurde bereits 100 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 27.06.2020.
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