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Tagebucheintrag; Szene aus der Ilias

Erzählung zum Thema Mond/ Sterne


von toltec-head

Das Handwerk des Lebens, Pavese. Sollte es nicht besser, die Fließbandarbeit des Lebens heißen? Handwerker und Fließbandarbeiter (Fordismus!) schon zu Lebzeiten von Pavese aber bloß noch mythisch. "Großraumbüro Leben". Oder heute dann eben: Das Homeoffice des Lebens. Noch besserer Titel, "Pornos&Limo und Zahnarzt".

***

Ein einziges Mal, noch ziemlich am Anfang, liest man den Eintrag:

25. April 1936
Heute, nichts.


Die restlichen Einträge ist dann aber immer was los. Also bleibt man an diesem einen Eintrag hängen und ist (nachhaltig) verstimmt. Das ungute Gefühl, dass dieser eine und so auch alle anderen Einträge irgendwie "nur" gespielt sind. Um echt zu sein müsste man "Heute, nichts", meinetwegen in leichten Variationen, immer wieder, wenn nicht ständig, lesen. Einwand, dass das dann aber kein literarisches Werk geworden wäre. Eben!!! Der literarische Tagebuchschreiber simuliert Bio-Blogging bloß. Um dem Leser zu zeigen, dass ich nicht Goethe oder Schiller bin, mache ich jetzt mal diesen einen belanglosen Eintrag. Das ist, da literarische Strategie, dann aber auch als bloß Goethe oder Schiller leicht durchschaubar. Der "gute" Bioblogger im Internet, der sich anders als der "schlechte" literarische Tagebuchschreiber keinerlei Raum- und Publikationszwängen ausgesetzt sieht, sollte keine Probleme damit haben, jeden zweiten oder dritten Tag (Stunde? Minute? Sekunde?), auf die ein oder andere Weise "nix, nix, nix" zu schreiben, nein, zu schreien.

***

Dann der berühmte letzte Eintrag:

18. August 1950

Nicht Worte. Eine Geste. Ich werde nicht mehr schreiben.


Wieder das ungute Gefühl, dass dies letztlich doch nur gespielt ist. Beim richtigen Schriftsteller ist selbst noch der Selbstmord literarische Strategie. Alles, und sei es, dass man sich selbst das Klo runterspült, zielt auf das Werk ab, schielt auf das Werk, ist bloße Form. Man beobachtet den Schriftsteller also dabei, wie er selbst noch bei der Betätigung der Klospülung, die ihn im nächsten Moment verschwinden lässt, Effekthascherei betreibt, und ist am Ende - um es, trotz des ja sehr reellen, viel zu frühen Selbstmords, ehrlich zu sagen - doch sehr gegen ihn eingenommen. Beim bloßen Bio-Blogger steht am Ende nicht das Werk, die Form, sondern alles zerrinnt bloß im Ich. Dementsprechend darf auch der Tod beim Bio-Blogger nur von außen kommen. Krebstod, idealer Bio-Blogger-Tod. AIDS war auch gut, eine Art Sex-Krebs. Ich mochte ja den frühen Ausdruck Homo-Seuche recht gerne. Covid-19 geht hingegen gar nicht. Das ist wiederum was für universalistische Großschriftsteller, die sich an jedermann wenden, oder Kreti und Pleti mit Abi, die umsonst bei der SZ "mitmachen" wollen. Ein Virus, der sich durch bloßes Sprechen überträgt, ist wie Literatur, die aus Literatur entsteht, das ist wirklich nur etwas für Leute, die von Literatur auf die eine oder andere Weise (Schriftsteller, Leser) fasziniert sind.

***

In meiner höchst gerechten Wut auf Juli Zeh, Daniel Kehlmann & Co. erfinde ich eine Szene aus der Ilias, die ich zum Spott gerne in Hexametern gesetzt sehen würde. Bringe eine einzige, wenig befriedigende erste Zeile zustande, für dich ich beinahe über eine Stunde brauche. Gebe entnervt auf, draußen scheint die Sonne, möchte schließlich auch noch was anderes heute machen, als Wörter in ein Versschema zu pressen. Was ich bräuchte - also, das wäre wirklich ganz nett -, wäre so etwas wie einen Durs Grünbein zum Sekretär, der freilich bedeutend jünger und hübscher sein müsste. Die Prosafassung geht so:

Als Achilleus aber die wie in einem Film von Tarantino plötzlich aufplatzenden Gedärme Hektors sah und wie die Leber seines Feindes im Staub noch einmal höchst spastisch zuckte, konnte er nicht mehr an sich halten und spritze auf die frische Leiche ab. Das mit dem Sperma vermischte Blut harmonisierte aber auf wunderbare Weise mit dem Kontrast von Fleisch und abstehenden Knochen und so ergab sich die Impression  eines herrlich blubbernden Kochtopfs, der nach starkem Eisen riechende Dämpfe von unter seinem Deckel in das Weltall entlässt. Ein Tropfen Sperma war indes auf die Leber gefallen und es war als zuckten beide,  also die Vereinigung der Farben von Sperma&Leber, ein aller letztes Mal zusammen auf. Postkoitale Traurigkeit des Helden. Und um ihn herum rauschten die Wälder. Und jungfräulich stand am blauen Himmel der Mond.

Irgendwie so...

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toltec-head
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Notizen aus dem Wohnklo.
Veröffentlicht am 18.05.2020, 17 mal überarbeitet (letzte Änderung am 18.05.2020). Textlänge: 672 Wörter; dieser Text wurde bereits 126 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.05.2021.
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