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05 - HeimwegInhaltsverzeichnis07 - Beim König und beim Kanzler

06 - Der König

Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Seit 1766 geht in der Grafschaft Werrentheim eine Bestie um...



Im königlichen Schlosspark, zwei Jahre später, im Jahre des Herrn 1768…


König:  "Ah, Herr von Berensiel. Schön das Er gekommen ist. Wir waren uns da nicht so sicher."
E.v.B.:  "Majestät haben gerufen und ich stehe Majestät mit all meiner Kraft zu Verfügung."
König:  "Auch nach dem, was Wir seinem Buch angetan haben?"
E.v.B.:  (zögert) "Ihr werdet Gründe gehabt haben, auch wenn ich die nicht verstehen mag."
König:  "Die hatten Wir, in der Tat, und Er wird sie verstehen, wenn Wir ihm gesagt habe, was es zu sagen gibt. Denn Wir haben einen Auftrag für ihn. Ist Er bereit?"
E.v.B.:  "Ich bin stets bereit, Majestät, und werde mein Bestes versuchen."
König:  "Das mögen Wir an ihm. Er verspricht Uns nicht das Blaue von Himmel an einem regnerischen Tag. Aber Er verspricht Uns zu tun, was Er kann. Mehr kann ein Mann nicht geben und mehr können Wir nicht verlangen." (nickt zufrieden) "Hat Er gehört, was in der Grafschaft Werrentheim vor sich geht?"

E.v.B.:  "Nun ja, gehört ist zu viel gesagt. Es werden ja so manche Schauergeschichten erzählt, von der Art, wie man sie gerne zum besten gibt, wenn die Abende lang und eintönig sind. Werwölfe, Untote, Wiedergänger, Aufhocker und ähnlicher Aberglauben, würde ich sagen, wenn man mich fragen würde."
König:  "Wir stimmen ihm zu. Aberglaube. Der ist immer noch weit verbreitet in unserem Land. Aber in diesem Fall sind die Geschichten sehr nahe an der Wahrheit."
E.v.B.:  "Majestät?"
König:  "Die Menschen in der Grafschaft Werrentheim sprechen von einer Bestie. Mal ist es ein Geist, mal ein Wolf, mal ein Mensch, mal ein Wolf in Menschengestalt, mal ein Mensch in Wolfsgestalt oder der Antichrist. Doch in den letzten zwei Jahren sind an diesem Ort dreiundvierzig Menschen ums Leben gekommen und es wurden ihnen grausame Dinge angetan. Die Rede ist von fehlenden Köpfen, aufgerissenen Körpern, Menschen ohne Arme und Beine."
E.v.B.:  "All das ist bewiesen?"

König:  "Wir fürchten es. Die Berichte stammen von ehrenwerten Personen, besonders einem Doktor Himmelblau, der sich direkt an den Herzog von Klaestedt gewendet hat, im Auftrag des Grafen von Werrentheim, und die Vorgänge eindringlich beschrieben hat. Also konnten Wir diese Vorgänge nicht ignorieren. Wir haben den Oberst Baron von Brachwitz beauftragt, mit seinen Dragonern der Sache Einhalt zu gebieten."
E.v.B.:  (murmelt) "Von Brachwitz…"
König:  "Wir haben uns gedacht, dass Er so denkt. Aber da es heißt, die Bestie gehen in den Wäldern um Werrentheim umher, hat der Baron eine große Jagd durchgeführt. Und dies ist das Ergebnis." (Zieht Papiere aus seiner Rocktasche und reicht sie E.v.B., der sie überfliegt)
E.v.B.:  "Sieben Luchse, dreizehn wilde Katzen, elf Füchse, acht Dachse, sechsundzwanzig Stück Rotwild, siebenundvierzig Rebhühner und zwei Spechte?"
König:  "Eine äußerst erfolgreiche Jagd."
E.v.B.:  "Allerdings, Majestät. Die Zeit der Angriffe toll gewordener Rebhühner scheint damit beendet zu sein. Und auf der Tafel des Barons wird es in nächster Zeit vor gebratenem Wild nur so wimmeln. Ganz nach seinem Geschmack."
König:  "Selbstverständlich hat sich dadurch nichts geändert. Das letzte Opfer starb einen Tag nach der Jagd."
E.v.B.:  "Warum haben Majestät auch den Baron von Brachwitz mit dieser Aufgabe betraut."

König:  "Er soll sich bedeckt halten!" (Der König hebt den Zeigefinger.) "Er muss nicht regieren! In mancher Schlacht war der Baron Uns ein treuer Gefährte und wenn Kanonendonner übers Feld hallt, wollen Wir niemanden anderes an unserer Seite wissen. Er ist tapfer, ohne Angst und voll wildem Furor. Doch einem Problem auf den Grund zu gehen, ist seine Sache nicht, dass wissen Wir. Allerdings gehört die Grafschaft Werrentheim zu seinem Regiment. Wir mussten ihn beauftragen, für Frieden zu sorgen. Und Wir haben verkünden lassen, dass dem Treiben dieser Bestie Einhalt geboten wurde und den Baron belobigt."
E.v.B.:  "Aber sagtet Ihr nicht, dass letzte Opfer sei nach der Jagd zu Tode gekommen?"
König:  "Er hat richtig gehört. Hier kommt nämlich die höhere Politik ins Spiel. Wie Er weiß, unterstützen Wir die Ansicht, dass Menschen, die frei sind und tun dürfen, was sie möchten - natürlich immer gebunden an die weltlichen und göttlichen Gesetze -, sehr viel nützlichere Untertanen sind und viel mehr zum allgemeinen Wohlergehen beitragen können. Das jeder Mensch, selbst die Frauen, Lesen und Schreiben lernen sollten, weil niemand vorankommen kann, weder an Geist noch an der Seele, wenn er nicht selbst Bücher in die Hand nimmt. Doch im Adel gibt es nicht wenige Vorbehalte dagegen. Die Meisten folgen ihrem König nicht. Und die Pfaffen sind gleich dagegen. So suchen jene Subjekte nach jeder kleinen Schwäche, die sie Uns vorhalten können und berufen sich auf die göttliche Ordnung der Dinge. Fast möchten Wir sagen: Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann?“ (seufzt, kleine Pause) Doch Wir können nicht leugnen, dass Wir auf diese Leute angewiesen sind. Also müssen Wir ihnen entgegenkommen und können nicht alles tun, was Uns richtig und nötig erscheint. Nun gab es gerade unter den Pfaffen welche, die Uns die Toten in die Schuhe schieben wollten, weil Wir uns wider die göttliche Ordnung versündigten. Darum hat die Jagd des Baron von Brachwitz alle Probleme gelöst und das Unheil aus der heimgesuchten Grafschaft Werrentheim vertrieben."
E.v.B.:  "Das ist aber nicht die Wahrheit."




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

03 - Der Auftrag


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (25.06.2020)
Hallo Trekan,
die Wörtliche Rede bringt nicht nur stilitisch angenehme Abwechslung,, sondern zeigt, dass dein Schauerrorman auch wertvolle historische Einsichten über die Regierungsform der Monarchie bringt.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 25.06.2020:
Eine Geschichte spielt immer in einer Welt. Und "1768" und "Werrentheim" erfordern zumindest eine kleine Einordnung.
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susidie
Kommentar von susidie (25.06.2020)
....und so mach' ich mir die Welt, wie sie mir gefällt....
schwinge den bunten Pinsel über das Grauen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Wohlstrukturierter Text, der nach dem letzten Satz die Spannung auf den nächsten Teil erhöht.
Liebe Grüße zu dir, Su
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 25.06.2020:
Der König erkennt schon das Richtige. Aber an der Macht bleiben möchte er schon. Darum das, was man Realpolitik nennt.
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AchterZwerg schrieb daraufhin am 26.06.2020:
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (25.06.2020)
Ein durchaus brauchbarer König, so der erste Eindruck.
Schau wir mal ob es dabei bleibt.
TT.
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 25.06.2020:
Ja, den Satz "Früher hätte es das nicht gegeben" wird man wohl kaum aus seinem Mund hören.
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (26.06.2020)
Ein Unheil mit der Wahrheit zu vertreiben ist manchmal schwieriger als es zunächst aussieht.
Ansonsten: Möge Er sich in meinem Wohlgefallen suhlen,

liebe Grüße
der8.
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05 - HeimwegInhaltsverzeichnis07 - Beim König und beim Kanzler
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 25.06.2020. Textlänge: 861 Wörter; dieser Text wurde bereits 29 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.07.2020.
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