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10 - Schleswigsche Monatsschrift vom Mai 1752 (Auszug)Inhaltsverzeichnis12 - & Co

11 - Graf

Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Seit 1766 geht in der Grafschaft Werrentheim eine Bestie um. 1768 will der König etwas dagegen unternehmen. Er beauftragt Erik von Berensiel, die Bestie zur Strecke zu bringen.




Der Bau war von Außen besehen eine einzige Katastrophe. Das lag daran, dass sich über die Jahrhunderte die unterschiedlichsten Baumeister an ihm ausprobierten und ganz offensichtlich hasste jeder seine Vorgänger. Aus diesem Grund war die Heimat des Grafen von Werrentheim eine Schlossburg, oder, je nach Sichtweise, ein Burgschloss. Es gab ein großes Tor, das mit einem mächtigen Fallgitter gesichert werden konnte. Zumindest war das früher einmal so gewesen. Denn seit langer Zeit war es fort, in einem der zahlreichen Kriege der letzten zweihundert Jahre genommen und in Kugeln gegossen. Auf den Mauern links und rechts davon war ein Wehrgang auf der Mauer zu erkennen. Auf der linken Seite waren Zinnen und Schutzdach entfernt worden, um den Bewohnern das Wandeln mit Aussicht zu ermöglichen. Es gab einen Bergfried. Der war auf halber Höhe abgeschnitten worden um Platz für einen Plattform zu schaffen auf der, dass konnte man schon aus der Ferne erkennen, zwei dürre Bäume ohne viele Blätter an den Ästen ihren Platz hatten. Das Wohngebäude wirkte auf der einen Seite trutzig, auf der anderen sollten zahlreiche Steinarbeiten einen Eindruck von Schönheit vermitteln. Was jedoch nicht gelang. Sie reichten nur bis auf halbe Höhe. Ganz offensichtlich war den Auftraggebern irgendwann das Geld ausgegangen. Darum war das Schloss auch an vielen Stellen aus unterschiedlichem Stein gefertigt.

All das machte auf Erik von Berensiel keinen Eindruck, was nicht daran lag, dass er schon so viel in seinem Leben gesehen hatte, oder wegen der Dunkelheit bei seiner Ankunft nichts sehen konnte. Er war mit seinen Gedanken schon bei dem Kommenden. Ohne langsamer zu werden schritt er durch das Tor und beobachtete im Schein von Fackeln und Laternen Knechte und Mägde, die zwischen den Wirtschaftsgebäuden und Ställen hin- und hereilten. Einer der Männer, ein kräftiger Kerl mit blondem Haar wie Stroh, kam ohne zu zögern auf ihn zu und sprach ihn an.
"Kann ich Dir helfen?", fragte er nicht unfreundlich,  aber bestimmt.
Erik schlug die Kapuze seines Mantels zurück und lächelte. "Mein Name ist Erik von Berensiel. Ich werde vom Grafen erwartet. Zumindest hoffe ich das."
Der Mann zog schnell die Mütze vom Kopf und wollte sich entschuldigen. "Verzeiht, ich konnte nicht wissen…", begann er.
Doch Erik unterbrach in sogleich: "Keine Sorge, ich weiß auch nichts."



Der Kastellan, der ihn durch die kalten Gänge führte, war noch größere und magerer als Erik. Er hatte ein hartes Gesicht, was den ehemaligen Soldaten verriet. Dazu passte auch das misstrauische Gesicht, mit dem er an der Tür des Haupthauses, zu dem der blonde Kerl Erik geführte, ihn musterte. Vielleicht hatte er zum 4. Regiment gehört, dessen Motto Immer auf Wacht lautete. Deren Veteranen waren als Kettenhunde sehr beliebt.
Über mehrere Treppen erreichten sie eine große Doppeltür. In die rechte war eine kleine eingelassen worden, die der Kastellan nun öffnete und so in den Raum dahinter gelangte. Er trat ein wenig zur Seite, damit Erik eintreten konnte und rief mit kräftiger Stimme: "Der Junker von Berensiel!"

Der Raum war überraschend großzügig ausgestattet. Es gab goldene Kerzenhalter und Kandelaber, die entzündet waren. An den weißen Wänden fanden sich feine Stuckarbeiten und im hinteren Teil waren auf einem Dutzend Säulen Büsten aufgestellt, die Ahnenreihe derer von Werrentheim, wie Erik vermutete, angefangen mit Volkher dem Gläubigen, welcher der Sage nach von einer Hexe zu Tode gequält worden war. Andere Wände waren mit Teppichen behangen, dich nicht billig gewesen sein konnten. Der geflieste Boden war makellos und ohne Kratzer. Alle Möbelstücke waren von der Zeit edel gealtert worden und strahlten in einem ehrwürdigen Braun, das fleißige Hände polierend in Schuss hielten. Ein Deckengemälde zeigte die Ankunft der Königin von Saba bei König Salomon in Jerusalem. In vergangenen Zeiten hätte man es für ein wenig frivol gehalten. Es gab einen langen Tisch, an dem zwei Bedienstete gerade die Reste des Abendessen abräumten. Davor saßen sich zwei Männer an einem Schachbrett gegenüber und drei andere schauten ihnen zu. Etwas abseits saß eine schöne junge Frau mit feuerrotem Haar in einem Sessel und las in einem alten Buch. Sie war die Erste, die aufblickte, Erik musterte und das Buch in der Schublade eines Tischchens neben dem Sessel verschwinden ließ. Dann blickten alle anderen ihn an, warteten jedoch, bis der Ältere der beiden Männer, die an dem Schachbrett saßen, sich erhob und auf Erik zuging. Er hatte graues Haare, einen leicht gebückten Gang und den säuerlichen Gesichtsausdruck von jemandem, der nichts hatte, aber für alle sorgen musste.

"Herr von Berensiel. Wir hatten Sie schon eher erwartet", sagte er.
"Ich wurde aufgehalten, Graf Werrentheim", antwortete Erik darauf nicht ganz unwahr und richtig ratend.
"Ihr seid Uns angekündigt worden. So habt Ihr ja sicher nichts dagegen, wenn Ihr uns das königliche Geleitschreiben zu eurer Beglaubigung aushändigt."
"Natürlich nicht.2
Erik griff in seinen Mantel, zog einen kleine Schriftrolle heraus und überreichte sie dem Grafen, der sie ausrollte und kurz überflog.

"Ah, sehr gut. Seid herzlich willkommen", sagte er mit einer Andeutung eines Lächeln auf dem Gesicht, das gar nicht verbergen sollte, wie unwillkommen der Gast ihm war. "Wenn ich Euch den anderen Herren vorstellen darf?", sagte der Graf. Er führte Erik mit schweren Schritten zu der kleinen Versammlung, die immer noch um das Schachbrett stand, so steif wie die Köpfe der Ahnen derer von Werrentheim.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

06 - Graf & Co


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (01.07.2020)
Der die Aufklärung bringen soll, ist dem Grafen unwillkommen. Das lässt n ichts Gutes ahnen.
Den Meister eines Romans erkennt man daran, dass Beschreibungen des Ambiente niemals dem Bemühen um Handlungsspannung zum Opfer fallen.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 01.07.2020:
Ja, ein wenig komisch ist der Graf schon...

Beschreibungen sind gut, sollten jedoch nicht Überhand nehmen. Zumindest dann nicht, wenn die Geschichte "im Fluss" ist. An anderen Stellen, kann es angebracht sein.
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (01.07.2020)
Hi Trekan, mir fehlt jetzt ne Erklärung, wo der Erik plötzlich herkommt. Es hieß doch, der sei verschollen.
Vermutlich kommt die noch?

Itzo ist die von Manguetti ein wenig charivarisieret.
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 01.07.2020:
Das Erik verschollen ist, stand in einem Journal aus dem Jahre 1752. Die Geschichte selbst spielt in 1768. Das Journal war also ein Rückblick.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (03.07.2020)
Immer wieder interessant sind Vergleiche.
Früher war das Durcheinander am Bau an der Tagesordnung.
Heutzutage sorgen allerorten Gesetze für eine schöne Einheitlichkeit!
Gottseidank bis zur Heckenhöhe in den Kleingärten.
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TrekanBelluvitsh schrieb daraufhin am 03.07.2020:
Wenn historische Bauten, an denen jahrhundertelang gebaut wurden, nicht irgendwann einer Generalüberholung unterzogen wurden, ist dieses Phänomen tatsächlich zu beobachten.

Oder man deutet Dinge später falsch. Beispiel: Die äußeren Stützbögen der gotischen Kathedralen. Bis vor kurzer Zeit hielt man die gar für ein Kennzeichen für solche Bauten. Doch vor wenigen Jahren fand man heraus, dass diese Bauten zunächst ohne diese Stützen errichtet wurden. Die Folge war, das einige Kirchen in Nordfrankreich zusammenstürzten, weil die Mauern ein zu hohes Gewicht tragen mussten. So wurden die Stützbögen später hinzugefügt, um den Druck abzuleiten. Zuweilen gibt es sogar zwei "Generationen" von äußeren Stützbögen zu bewundern, weil die ersten zu klein dimensioniert waren.
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (24.07.2020)
Nach wie vor spannend!
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TrekanBelluvitsh äußerte darauf am 24.07.2020:
Und es geht ja noch waaaita!
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10 - Schleswigsche Monatsschrift vom Mai 1752 (Auszug)Inhaltsverzeichnis12 - & Co
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 01.07.2020, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 03.07.2020). Textlänge: 884 Wörter; dieser Text wurde bereits 75 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.01.2021.
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