Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
blackdove (25.07.), Mercia (18.07.), Misanthrop (16.07.), Thomas-Wiefelhaus (12.07.), FliegendeWorte (04.07.), Buchstabensalat (04.07.), Lir (04.07.), Mondscheinsonate (02.07.), hanswerner (30.06.), Gehirnmaschine (29.06.), Jedermann (29.06.), Entscheidungsrausch (26.06.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 607 Autoren* und 68 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 15.013 Mitglieder und 437.300 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 03.08.2020:
Ghasal
Das Ghasel ist eine romantische Liedform, die im 8. Jh. zwischen Indien, Persien und Afghanistan entstanden ist und seit dem... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Meine Braut von Didi.Costaire (23.10.19)
Recht lang:  Auf die Gefahr hin, dass ich bloß krakeele (Ghasele) von Didi.Costaire (138 Worte)
Wenig kommentiert:  Der Vergangnen von Hecatus (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  WENN ICH AN DEINE WAHNSINNSSCHENKEL DENKE - geghaselte lust von harzgebirgler (nur 340 Aufrufe)
alle Ghasale
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

blindkohlekopie
von Tiphan
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil hier wohl alle willkommen sind, oder?" (Ganna)

B.G. ist gestorben

Kurzgeschichte zum Thema Alltag


von hanswerner

B.G. ist gestorben

„Stell dir vor, B.G. ist gestorben. Siebenundsiebzig Jahre alt. Nach langer schwerer Krankheit. Krebs!“ Sie nickte, so als wüsste sie schon alles.
„Die Einschläge kommen immer dichter!“ „So ein Quatsch, du bist noch weit davon entfernt mein Lieber!“, sagte sie. „Du bist noch weiter entfernt!“
Uschi ging ihrer Arbeit nach. Das Mittagessen wollte sie rechtzeitig auf den Tisch bringen. Sie weiß nicht aus welchem Grund sie es eilig hatte. Eigentlich aßen sie Abends warm. Das typische Mittagessen war eine Mode aus längst vergangener Zeit. Doch heute hatte sie den Drang etwas früher zu sein als üblich.
„Ich koche uns einen Tee!“ Sie sah ihn nicht an und reagierte nicht, das war für ihn das Signal, Wasser aufzusetzen.
„Der hatte doch den Hitler gespielt!“ Malte knipste den Wasserkocher an. „Ja, und etwas über Berlin oder so!“ sie rührte weiter in ihrer roten Sauce. Es sollte wieder mal die beste Spaghetti Sauce aller Zeiten werden.
„Am Theater soll er eine Ausnahmeerscheinung gewesen sein!“
„Im Theater habe ich ihn nie gesehen.“ Die Sauce kochte und Uschi rührte.
„Ich war schon immer der Meinung, dass wir zu selten ins Theater gehen!“, Malte kippte das kochende Wasser über den Tee in der Tasse.
„Wir gehen nie ins Theater!“, sagte sie.
„Ich muss mich darauf konzentrieren, wie lange ich den Tee ziehen lasse. Zu kurz wird er zu stark und zu lang, wird er zu bitter!“ In der Tasse bildete sich ein Konzentrat, welches er durch ein Sieb in die Kanne goss und diese dann mit dem restlichen heißen Wasser auffüllte.
Sie rührte weiter in der Sauce, schmeckte ab und würzte nach, permanent den Kopf schüttelnd. „Die wird nichts!“ Sie schüttelte weiter den Kopf.
„Ich gieße dir eine Tasse Tee ein.“ Wieder keine Reaktion. „Die Sauce wird so gut wie immer!“ Sie reagierte wieder nicht. Er pinnte Süßstoff in seine Tasse; so viel, dass man einen leichten Geschmack von Tee erahnen konnte. Sie nahm keinen Süßstoff, trank einen Schluck und verbrannte sich den Mund. „Der ist zu heiß!“ Dabei rührte sie weiter in ihrer Sauce.
„Es sterben immer mehr Leute an Krebs!“ Das Würzen der Sauce nahm sie voll und ganz in Anspruch.
„Der Himmel über Berlin!“ „Was meinst du?“, sagte sie. „Ich meine den anderen Film, der B.G. berühmt gemacht hat!“ „Ach so!“ Rühren.
„Das war doch der Film des Wim Wenders.“ „Das kann ich mir merken. Da denke ich immer an den – Großen Preis – mit Thoelke. Wim und Wendelin!“
Sie rührte weiter in der Tomatensauce und schüttelte den Kopf. „Das wird nichts!“
„Du machst dir zu viele Gedanken. Es geht doch nur um Sauce!“
Sie erstarrte in ihrer Bewegung, sah ihn an und warf den Löffel in die Sauce, dass es rote Flecken auf den Herd platschte. „Es kümmert dich nicht, was ich koche, oder wie ich koche! Du frisst doch alles. Für mich soll es perfekt sein.“
Er sah beleidigt auf die Flecken am Herd und um den Herd herum. „Soll ich weiter rühren?“, Malte sah sie vorsichtig an. „Nein!“ Er zuckte zusammen. Sie nahm den Löffel, spülte ihn unterlaufendem Wasser ab und begann wieder zu rühren.
„Es sind in letzter Zeit einige Promis an Krebs gestorben!“ Malte beobachtete seine Frau.
„Die anderen sterben auch!“, sagte sie und rührte.
„Ich meine es waren mehr als in früheren Zeiten.“
„Von den Anderen erfährt man es nicht, da kommt doch nichts im Fernsehen oder in der Presse, die sind halt nicht wichtig; von uns wird niemand Notiz nehmen, wenn wir eines Tages an Krebs sterben!“ Das Rühren wurde langsamer, sie kostete.
„Wer sagt dir, dass wir an Krebs sterben werden? Wir können doch genau so gut bei einem Unfall sterben oder an einem Infarkt!“
„Das stimmt, damit sollte man rechnen!“
„Eigentlich sollte man mit solchen Dingen gar nicht rechnen. Das ist nun mal das Leben. Husch, husch und es ist vorbei!“
Sei rührte heftiger. Die Wut stieg ihr ins Gesicht und sie begann leise zu fluchen.
„Du schmeckst die Sauce vor lauter Gewürzen nicht mehr!“
„Bitte, dann mach du es so, wie du meinst, dass es essbar ist und dass es uns schmeckt. Herr Neunmalklug.“
Er stand auf und setzte sich ins Wohnzimmer eine Zeitung aus dem Ständer neben dem Sessel fischend.
„Ach so, der Herr verdrückt sich, wenn es darauf ankommt!“ „Wusstest du, dass der B.G. Schweizer war?“, rief er in die Küche. „Das ist mir egal. Und wenn er vom Mars gefallen wäre. Meine Sauce kannst du vergessen. Ich schütte sie jetzt weg!“
„Nein, das wirst du nicht machen! Lass mich kosten!“
Er ging in die Küche, setzte ein wichtiges Gesicht auf, schnappte sich einen Löffel und rührte kurz im Topf herum, nahm eine Spitze, pustete sie etwas kühler und nippte daran. Er schmatzte kurz, sah zur Küchendecke und meinte: „Ich denke, da fehlt etwas Rosmarin!“
Sie sah ihn entsetzt: „Soll ich mir etwa die Füße darin waschen?“ „War ja nur ein Vorschlag. So nach meinem Geschmack eben.“
„Du hattest nie einen Rosmarin Geschmack. Wie kommt es, dass du ausgerechnet jetzt nach Rosmarin verlangst?“
„Ich verlange nicht nach Rosmarin, es war nur mein Eindruck.“
Eine Weile herrschte stille. Sie rührte und er las im Wohnzimmer die Zeitung.
„Wusstest du, dass man in der Schweiz zum Beruf des Malers, Anstreichers und Lackierers, Flachmaler sagt?“ Malte faltete die Zeitung zur neuen Seite.
„Was soll das?“, kam es aus der Küche.
„Der B.G. sollte nach dem Willen seiner Mutter Flachmaler werden. Doch der wollte zum Theater. Was für ein Glück!“
„Glück, für wen?“
„Na für die Menschen, die gerne ins Theater gehen!“
„Wir gehen doch gar nicht ins Theater!“ Rühren und würzen.
„Das hatten wir schon!“
„Was interessiert mich dann der Flachmaler?“
„Außerdem war er Träger des Iffland Ringes!“
„Wer? Der Flachmaler?“
„Nein, der B.G.“
„Die Sauce wird nichts!“ Sie rührte noch eine Weile und setzte die Spaghetti auf.
„Ich nehme etwas mehr Salz in das Wasser für die Spaghetti und etwas mehr Zucker für die Sauce!“
„Mach das mein Schatz. Das wird mit Sicherheit unübertroffen schmecken. Wie immer!“ Dabei räusperte er sich.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Buchstabenkrieger
Kommentar von Buchstabenkrieger (05.07.2020)
Hallo hanswerner,

ein paar Kleinigkeiten (Beispiele):

„Die Einschläge kommen immer dichter!“ „So ein Quatsch, du bist noch weit davon entfernt mein Lieber!“, sagte sie. „Du bist noch weiter entfernt!“
--> Neue Zeile bei Sprecherwechsel. Hast du öfter. Ganz unten hast du es korrekt

Er stand auf und setzte sich ins Wohnzimmer eine Zeitung aus dem Ständer neben dem Sessel fischend.
--> Sehr kompliziert. Vorschlag:
Er stand auf und setzte sich ins Wohnzimmer, fischte sich eine Zeitung aus dem Ständer neben dem Sessel.

Uschi ging ihrer Arbeit nach. Das Mittagessen wollte sie rechtzeitig auf den Tisch bringen. Sie weiß nicht aus welchem Grund sie es eilig hatte. Eigentlich aßen sie Abends warm.
--> weiß = wusste (Vergangenheit)

oder so!“ sie rührte
--> sie = Sie (Neuer Satz)

die beste Spaghetti Sauce
--> Ein Wort. Spaghettisauce

„Ich war schon immer der Meinung, dass wir zu selten ins Theater gehen!“, Malte kippte das kochende Wasser über den Tee in der Tasse.
--> kein Komma, da neuer Satz: gehen!“ Malte

„Soll ich weiter rühren?“, Malte sah sie vorsichtig an.
--> Auch hier. Kein Komma nach der wörtlichen Rede, da es kein Redegebleitsatz ist, sondern ein neuer Satz anfängt.

LG, Buchstabenkrieger
diesen Kommentar melden

© 2002-2020 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2020 keinVerlag.de