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11 - GrafInhaltsverzeichnis13 - Moritz und Buch und Karl und Frau

12 - & Co

Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Seit 1766 geht in der Grafschaft Werrentheim eine Bestie um. 1768 will der König etwas dagegen unternehmen. Er beauftragt Erik von Berensiel, die Bestie zur Strecke zu bringen. Im gräflichen Schloss trifft er auf den Hausherren und dessen nächste Umgebung.




"Das ist Brecht Killian, mein Kanzler und rechte Hand."
Ein unscheinbares Männlein nickte Erik zu. Seine Kleider waren gepflegt, aber schon lange nicht mehr in Mode.
"Auf der anderen Seite des Bretts, mein Kontrahent für diesen Abend, ist unser Herr Pfarrer Rufus Wadewitz, ein gottesfürchtiger Mann und mächtiger Fürsprecher unseres Herrn."
Der Mann in dem schwarzen Robe blickte Erik finster an, doch seine dürren Spinnenhände zitterten. Vielleicht hatte er dessen Buch ja gelesen.

"Der junge Tunichtgut ist - der Herr möge ihm Verstand einbläuen - mein Sohn und Nachfolger Moritz von Werrentheim. Beachtet sein schlaumeierisches Grinsen gar nicht. Denn dann wirkt er gleich halb so dumm."
Ein Bursche mit blondem Haar, einem offenen und ehrlichen Gesicht und strahlend blauen Augen kam auf Erik zu und schüttelte ihm kräftig beide Hände.
"Ich freue mich wirklich sehr, Euch kennenzulernen, Herr von Berensiel", sprudelte es aus ihm heraus.
"Die Freude ist ganz auf meiner Seite, junger Graf Werrentheim", erwiderte Erik reserviert und förmlich.
"Lasst den Unsinn", fuhr der alte Graf mürrisch dazwischen. Es war nicht klar, wen er damit meinte. Dann schickte seinen Sohn mit einem scharfen Blick und einem Grunzen wieder auf seinen Platz zurück.

"Nun, ich denke die Herren kennen sich bereits."
Er deutete auf den letzten Mann, der von stattlicher Statur war und dessen Gesicht von einem mächtigen und fein gezwirbelten Schnurrbart beherrscht wurden. Mit kalten grauen Augen musterte er Erik abschätzig. Die blankpolierten Knöpfe seine Dragoneruniform glänzten.
"Stimmt. War an einem Morgen vor der Schlacht. Prächtiges Schlagen." Er sprach abgehackt und hart. "Hätte Ihm so viel Mut gar nicht zugetraut. Hat den Feind aber ganz ordentlich verdroschen, wie man sagt."
"Vielen Dank, Baron von Brachwitz. Das Lob eines alten Soldaten bedeutet mir viel."
"Schön wärs", schnaubte der Oberst verächtlich und nicht leise.

Der alte Graf überging das und wandte sich der jungen Frau zu.
"Das ist meine Tochter Amarant." Seine Stimme wurde weich und seine Augen leuchteten. "In der ganzen Grafschaft gibt es keinen größeren Schatz."
Sie erhob sich und lachte. "Ach, Vater, Ihr übertreibt wieder. Der Herr von Berensiel ist ein weitgereister Mann. Ich nehme an er kennt viele Schätze dieser Welt. Und hat sie nicht nur gesehen."
Amarant zwinkerte ihm frech zu. Sie hatte ein  vornehmes weißes Gesicht mit leicht geröteten Wangen und war in ein grünes Kleid gewandet, mit dem sie auch in der Hauptstadt des Reichs in jedem Salon Aufmerksamkeit erregt hätte. Um den Hals trug sie einen blau schimmernden Seidenschal mit einem Muster, in der Erik einen stilisierten Hundekopf zu erkennen glaubte. Je näher sie kam, desto leuchtender wurde ihr rotes, gewelltes Haar, das ihr bis über die Schultern reichte.
"Und doch gibt es stets einen Edelstein, der die anderen immer überstrahlen wird", sagte Erik und küsste mit einer langsamen Verbeugung die Hand, die Amarant ihm hinhielt. Sie kicherte zufrieden

Grunzend und stöhnend - leise genug, dass es als fein gelten konnte und laut genug, dass es jeder hörte - schlurfte der Graf zu dem langen Tisch zurück. Er wartete. bis ein Bediensteter herbeieilte, seinen Stuhl zurechtschob und nahm dann Platz. Die anderen - Erik war jetzt einer von ihnen -, die ihm stehend zugesehen hatten, folgten seinem Beispiel. Es wurde Wein kredenzt, der in den Gläsern matt aussah, leicht säuerlich war und nach verfaulter Rinde schmeckte. Baron von Brachwitz brachte mit ihm ein Hoch auf den König aus und alle stimmten ein, der eine leiser, der andere lauter.

Der Rest des Abends verlief steif und förmlich. Man saß am Tisch und tauschte die Förmlichkeiten, die erwartet wurden und die Höflichkeiten, die üblich waren, aus. Dabei bestritten hauptsächlich der alte Graf, Baron von Brachwitz und Erik das Gespräch. Moritz von Werrentheim stellte immer wieder neugierige Fragen an den Gast und immer wieder wies sein Vater ihn zurecht. Der Kanzler Killian meldet sich nur ab und zu zu Wort, um seinen Herrn und das von ihm Gesagte zu unterstützen. Nichts wirkte wie seinen eigene Meinung. Der Pfarrer bliebt den ganzen Abend lang stumm. Kein Wort kam über seine Lippen. Doch sein Schweigen und seine Blicke, die er Erik entgegenschleuderte, waren beredet genug. Amarant saß auf ihrem Platz, las wieder in ihrem Buch und betrachtete in unbeobachteten Augenblicken den Neuankömmling. Sie schien beeindruckt zu haben, was sie sah, als Erik seinen Mantel abgelegt und dem Kastellan gereicht hatte. Denn dabei kam ein dürrer, aber nicht schmächtiger Mann zum Vorschein, der einen abgenutzten blauen Rock trug, dessen Zustand von vielen Abenteuern kündete. Aber vor allem trug er über ihm zwei sich auf der Brust kreuzende breite Lederriemen, auf denen zwei Taschen aufgenäht waren. In ihnen steckten je eine doppelläufige Pistole. An seinem rechten Oberschenkel war eine weiche Lederscheide befestigt, in dem sich das kurze Entermesser verbarg.
"Man muss, wenn man auf den Straßen dieses Landes unterwegs ist, stets auf alles vorbereitet sein", hatte Erik auf die fragenden Blicke geantwortet und die Waffen dann abgelegt. Der Kastellan brachte sie fort.

Die Zeit verging und es war nicht zu vermeiden, dass mit jeder Stunde mehr Wein auf den Tisch kam und in die Becher wanderte. Das Erik auf Pfefferkörner in seinem verzichtet, fand der alte Graf ein wenig befremdlich. Er erklärte es sich damit, dass sein Gast viele seltsame Länder bereist und deren erstaunliche Sitten womöglich zu sehr verinnerlicht hatte. Das sagte er auch mit saurer Miene. Baron Brachwitz’ Gesicht rötete sich und er wusste immer tollere Geschichten aus den Schlachten, die er geschlagen hatte, zu berichten. Fliegende Husarenmineure waren nicht mehr weit. Kanzler Killian nippte nur an seinem Becher und der Pfarrer schwieg weiterhin eisern. Es war kurz vor Mitternacht, als Erik das Wort ergriff und die Frage stellte.
"Der König hat mich aus einem bestimmten Grund zu Euch geschickt. Was könnt Ihr mir über das Wüten dieser Bestie erzählen?"

Das Reden und Lachen - Baron Brachwitz hatte gerade das erzählt, was er und die anderen für einen lustige Geschichte hielten, in der es in erster Linie um abgehauenen Arme und Beine ging - verstummte sogleich. Der Pfarrer knirschte mit den Zähnen und der alte Graf schlug mit der Faust auf den Tisch. Er suchte den Blick des Kirchenmannes. Der schüttelte kaum merklich den Kopf. Von Brachwitz nahm einen langen Schluck, nur um nichts sagen zu müssen und Moritz von Werrentheim blickte hilflos zu seiner Schwester, die von ihrem Buch aufschaute.
"Dazu habe ich nichts zu sagen, Herr von Berensiel. Ihr seid der mit dem Auftrag. Erfüllt ihn oder nicht, mir ist es gleich. Und alles was Ihr über… über die Geschehnisse der letzten zwei Jahre wissen müsst, erfahrt Ihr beim Doktor Himmelblau. Ich wünsche allen eine gute Nacht!"
Damit war die Tafel aufgehoben.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

06 - Graf & Co


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (03.07.2020)
Die Runde um den Grafen begegnet mit Ausnahme von dessen Sohn Eric nicht mit besonderer Sympathie. Das steigert natürlich die Spannung, weil Eric, auf sich allein gestellt, nicht mit Solidarität rechnen kann.
Erzähltechnisch ist hier die feine Charakterisierung der Tafelgäste hervorzuheben.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 03.07.2020:
Etwas muffelig sind die schon...
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (03.07.2020)
Smalltalk war wohl zu allen Zeiten ein Mittel um die ungeliebten Themen zu vermeiden, aber mit einem Auftrag im Gepäck ist irgendwann Schluss mit lustig. Der Leser fragt sich, wer weiß was oder steckt mi drin?
Um Antwort wird gebeten!
TT
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 03.07.2020:
"Butter bei die Fische" schmeckt nicht jedem.
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11 - GrafInhaltsverzeichnis13 - Moritz und Buch und Karl und Frau
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 03.07.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 03.07.2020). Textlänge: 1.107 Wörter; dieser Text wurde bereits 39 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 30.07.2020.
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