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12 - & CoInhaltsverzeichnis14 - Das steinerne Haus

13 - Moritz und Buch und Karl und Frau

Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Der Empfang beim Grafen ist frostig.




Als Erik am nächsten Morgen erwachte, hatte er schlecht geschlafen. Das lag nicht an dem weichen Federkissen - eine solche Freude hatte er schon lange nicht mehr genossen und erwartete es auch gar nicht mehr - oder der wunderbaren Decke. Das Bett selbst hatte ihm im Schlaf Sorgen bereitet. Es war groß, aus Holz, mit erstaunlichen Schnitzereien und einem schweren Baldachin. Aber gerade der erweckte in Erik kein Vertrauen. Wie alles war er aus Holz gemacht und ruhte an der Wandseite auf starken Pfosten. Die andern beiden waren dünn und wirkten gar nicht so, als könnten sie die Last auf Dauer tragen. Er fragte sich, warum man ihm dieses Zimmer an der Westseite der Schlossburg gegeben hatte. Aber das konnte auch alles nur Zufall sein.

Es war an der Zeit etwas zu tun. Also stand Erik auf, wusch sich kurz an der bereitgestellten Schüssel mit kaltem Wasser, bevor er Hose, Hemd, Stiefel, Gamaschen und Rock anlegte. Um richtig wach zu werden, öffnete er die Doppeltür und trat auf den kleinen Balkon, der ein Stück weit über die westliche Außenmauer hinausragte. Sogleich stieg ihm ein strenger Geruch in die Nase. Vorsichtig beugte er sich über die hüfthohe Brüstung aus Stein. Er erspähte einen Misthaufen direkt unter dem Balkon. Eigentlich behandelte man Gäste nicht so. Aber das konnte auch alles nur Zufall sein.

Weil er schon Schlimmeres gerochen hatte, kümmerte es Erik nicht. Er ging zurück ins Zimmer, blickte sich um und prägte sich alles ein. Auf das er erkennen würde, falls sich hier jemand während seiner Abwesenheit zu schaffen machte. Dann verließ er das Zimmer. Auf einer der vielen Treppen kam ihm der junge Graf entgegen. Schon von Weitem winkte er Erik freundlich zu und eilte herbei. Sie trafen sich auf einem Absatz.

"Guten Morgen, Herr von Berensiel."
"Guten Morgen."
"Ihr machen Euch nun auf die Suche nach der Bestie?"
"Irgendwann muss man ja irgendwo anfangen."
"Kann ich Euch vielleicht helfen?", fragte Moritz von Werrentheim eifrig.
"Heute nicht. Aber bei Gelegenheit sicherlich", antwortete Erik, der nicht vor hatte, sich von dem jungen Spund ins Handwerk fuschen zu lassen. Er lächelt ihn dennoch freundlich an. Erst da bemerkte er das Buch unter dem Arm des anderen.
"Was lest Ihr gerade?", wollte er wissen, um nicht gar zu unhöflich zu erscheinen.
Der junge Graf grinste bis über beide Ohren und hielt Erik das Buch direkt vor die Nase. Es war sein Eigenes.
"Ihr wisst, dass es verboten wurde?"
"Natürlich. Aber, Herr von Berensiel, Werrentheim ist eine kleine und abgelegene Grafschaft. Es dauert einige Zeit, bis Neuigkeiten und Anweisungen sich bis hierhin verbreiten. Das ist eine Last, die wir zu tragen haben." Der junge Graf zwinkerte Erik zu. Der musste da kurz lachen.

"Lasst das" - Erik deutete auf das Buch - "aber nicht den Herrn Pfarrer Wadewitz sehen."
"Och, der nimmt meinem Vater gerade die Beichte ab. Und mein Studierzimmer liegt im obersten Stockwerk des Bergfrieds. Die vielen Treppen erspart sich unser Mann Gottes gern. Guten Morgen." Moritz von Werrentheim verneigte sich.
"Guten Morgen." Erik nickte.
Beide waren schon einige Treppenstufen gegangen, als er sich noch einmal umdrehte und den anderen zu sich rief. Begeistert kam der zu ihm hinunter.
"Vielleicht könnt Ihr mir doch helfen."
"Ich will es versuchen."
"Gibt es hier jemanden, der sich mit allen Einheimischen und allem, was so vor sich geht auskennt? Jemanden, an den ich mich wenden kann, wenn ich dieses und jenes wissen will?"
"Das ist dann wohl der Strohkarl" , antwortet der junge Graf ohne zu zögern.
"Wer bitte?"
"Der Strohkarl. Karl Jülich. Der Gesindehauptmann."
"Ihr sprecht in Rätseln."
"Mein Urgroßvater war der Meinung, dass die Sorgen des Gesindes gehört werden müssen. Darum gestattet er diesen, einen Vertreter zu wählen, der jederzeit vom Grafen empfangen werden muss, wenn er Beschwerden hat. Sie wählen ihn aus ihrer Mitte und seit langer Zeit ist es Karl Jülich. Ihn nennen alle nur den Strohkarl, weil sein Haar so blond ist und wie Stroh aussieht. Ein kräftiger Kerl ist er."
Erik überlegte einen Augenblick. Dann fiel ihm der Mann ein, der ihn gestern ansprach, als er das Schloss betrat.
"Danke, ich glaube, ich weiß, wen Ihr meint."
Er würde schon merken, ob der Kerl etwas taugte.



Gleich die erste Magd, die er ansprach, als er auf den Hof trat, wusste, wo der Strohkarl zu finden war. Erik traf ihn in einer der Werkstätten an, wo er bemüht war, eine Egge zu richten. Neben ihm stand eine blasse Frau mit glatten schwarzen Haaren und einem ernsten Gesicht.
"Karl Jülich?"
Der Strohkarl drehte sich um, erkannte Erik, zog sofort die Mütze vom Kopf und errötet.
"Herr von Berensiel! Verzeiht, dass ich gestern so…"
Erik unterbrach ihn sogleich.
"Du bist deinem Herrn ein guter und aufmerksamer Diener. Kein Gast darf Dir das zur Last legen. Ich werde einen aufmerksamen Geist nicht dafür schelten, dass er das ist. Nein, darum bin ich nicht hier. Man sagte mir, dass Du dich in und um Werrentheim am besten auskennst, über Land und Leute viel zu sagen hast, womöglich auch das, was man sonst nicht sagt."
"Nun ja, Herr, es liegt an meiner Aufgabe als Gesindehauptmann. Außerdem bin ich mein ganzes Leben lang nicht von hier weggekommen und arbeite so lange ich denken kann für den Herrn Grafen."
Erik nickte. "Das ist gut. So jemanden könnte ich gut gebrauchen. Du weißt, warum ich hier bin?"
Verlegen blickte der Strohkarl zu Boden. "Nun, Herr von Berensiel, Werrentheim ist ein kleiner Ort und das Schloss ist noch kleiner. Ein Geheimnis bleibt hier nicht lange eines."

Erik nickte erneut. Er war weder erbost noch verwundert. "Dann ist Dir aber auch klar, dass ich im königlichen Auftrag hier bin. Ich handle an seiner statt."
"Ja, Herr."
"Gut. Denn ich könnte mir vorstellen, dass ich des öfteren deine Hilfe bitter nötig habe, wenn ich dem, was hier geschieht, Einhalt gebieten soll."
"Dass diese Bestie endlich zur Strecke gebracht wird, liegt auch in meinem Interesse, Herr", antwortete Karl Jülich ernst.
"Das freut mich zu hören", sagte Erik und dachte: "Wenigstens einer."
"Aber zunächst sollst Du mir nur zu sagen, wo ich den Doktor Himmelblau finde."
Darauf wusste der Strohkarl zu antworten. Erik bedankte und verabschiedete sich. Die  Frau mit den glatten schwarzen Haaren hatte die ganze Zeit kein Wort gesagt, Erik aber nicht aus den Augen gelassen.

Als er aus dem Schloss trat, verhielt er und ließ seinen Blick schweifen. Die ersten Bäume standen erst ein gutes Stück hangabwärts, so dass er weit schauen konnte. Das leicht gewellte Land war geprägt von Feldern auf denen kleine Figuren bei der Arbeit waren. Zwischen ihnen lagen vereinzelt stehende Höfe, die aus der Ferne besehen die Romantik vom Bauern und dem Leben auf der eigenen Scholle befeuerten, einige ausgedehnte Wälder und hie und da das dünne blaue Band eines Baches. Nichts von dem sagte Erik irgendetwas. Dieser Landstrich hätte sonst wo im Reich daliegen können, die friedliche Heimat für brave Bürger ohne mehr und als die alltäglichen Probleme. Bald würde er sich hier besser auskennen, dessen war Erik sich sicher. Und er würde herausfinden, wo sich die Bestie hier verkroch.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

06 - Graf & Co


 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (04.07.2020)
Da scheint es doch einige undurchsichtige Personen im und ums Schloss zu geben. Der junge Graf könnte in seiner Unbekümmertheit eine Hilfe sein, Näheres zu erfahren.
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 04.07.2020:
Da warten in der Tat Knüppel, sobald Erik ein Bein vorsteckt.
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12 - & CoInhaltsverzeichnis14 - Das steinerne Haus
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 04.07.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 06.07.2020). Textlänge: 1.154 Wörter; dieser Text wurde bereits 39 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 01.08.2020.
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