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16 - VergebungInhaltsverzeichnis18 - Nicht ganz richtig

17 - Die Nachforschungen beginnen

Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Der Empfang beim Grafen ist frostig. Doch schließlich hält Erik einige Papiere in Händen.





Grafschaft Werrenthei, im Jahre des Herrn 1768…


Die Arbeit des Doktors war akribisch. Zu jedem Opfer war er gerufen worden. Jeden der Unglückseligen hatte er untersucht und den Befund genau festgehalten. Diese Papiere lagen nun vor Erik von Berensiel ausgebreitet. Er sich zwang, sie zu lesen. Aus ihnen sprach das Grauen. Da war die Rede von abgerissenen Köpfen und Gliedmaßen, zerfleischten Gesichtern. Andere wiederum waren am Körper heil geblieben, doch der Schmerz und der Schrecken war in ihren Antlitzen noch erkennbar. Eine Familie, Niederwalter hatte sie geheißen, war innerhalb von zwei Monaten völlig ausgelöscht worden. Zuerst hatte es Walli, die jüngste Tochter getroffen. Sie hatte man nur noch anhand eines Amuletts, das sie um den Hals - oder dort, wo man den Hals vermutete - trug, identifiziert können. Ihre Mutter, Hilla, war ertrunken in einem Weiher gefunden worden. Doch tiefe Bissspuren zeigten, das sie mit Gewalt dorthin gezogen worden war. Der Sohn, Frodewin, war ohne Füße in einem kleinen Tal im Wald gefunden worden. Zwei Tage später hatte man den Vater ganz in der Nähe tot aufgefunden. Seine Adern waren geöffnet. Eigentlich glaubten alle, dass er dies aus Verzweiflung selbst getan hatte. Doktor Himmelblau bestand in seinem Bericht allerdings darauf, auch Engelhard Niederwalter ein Opfer der Bestie zu nennen. So oder so hatte er damit Recht.

Das Mittagessen verpasste Erik. Ganz gleich wie sehr ihn all das schaudern ließ, konnte er nicht von den Papieren lassen. Mit der Zeit begriff er, warum man von einer Bestie sprach. Die Verletzungen und Todesarten waren derart vielfältig, dass man sie kaum einem bekannten Tier zuordnen konnte. Es schien, als wütete in der Grafschaft ein wildes Rudel aus Wölfen, Löwen, Flusspferden, Bären und sonst noch allerlei seltsamen Getier. Dazu schien keines von ihnen sich so zu verhalten, wie man es von ihm kannte, sofern man sie kannte. Vor allem aber war diese Bestie unsichtbar. Es gab nicht einen Zeugen, der sie zu beschreiben vermochte. Sie tauchte auf, löschte Leben aus und verschwand wieder. Jeder, der ihr begegnete, war verdammt. Das Einzige, worauf man dann noch hoffen konnte, war ein schneller Tod.

Am späten Nachmittag hatte Erik alle Papiere gelesen. Mit einem müden Seufzen lehnte er sich in dem Stuhl vor dem Schreibtisch zurück, den der Kastellan in sein Gästezimmer gestellt hatte. In groben Zügen war er über die Geschehnisse der letzten zwei Jahre nun im Bilde. Zwei Fragen stellten sich ihm sogleich. Die Erste war, wieso diese Berichte Doktor Himmelblau verwahrte und warum sie nicht in der Kanzlei des Grafen zu finden waren. Wo sie eigentlich hingehörten. Das war mit einem Wort an den Kanzler Brecht Killian herauszufinden.

Die zweite Frage war komplizierter. Eriks Eindruck war, dass er etwas übersehen hatte. Etwas sprach aus diesen Berichten, auch wenn der Doktor es nie beim Namen nannte. In einem Punkt waren alle Fälle gleich, das spürte Erik, konnte es jedoch nicht benennen. Und er war sich nicht sicher, ob ihm diese Frage jemand beantworten konnte. Womöglich bildete er sich auch nur etwas ein.

Weil ihm nicht klar war, was er tun sollte, nahm Erik sich noch einmal den Bericht über das erste Opfer vor. Ida Ümmler war nur sieben Jahre alt geworden. Die Bestie hatte ihr den Kopf abgerissen. Der Vater fand sie, aber die Stiefmutter alarmierte die Dragoner. Von Brachwitz’ Adjudant, Hauptmann Hinrich von Leffersingen, benachrichtigte den Grafen und der ließ nach dem Doktor rufen. Jener stellte fest, das der kleine Körper des Mädchens unversehrt war. Nur das ihr Kopf fehlte. Als er die Wunden am Hals beschrieb, blieb er allerdings seltsam vage.

So kam Erik nicht weiter. Er brauchte mehr und er wusste auch schon, wer ihm mehr liefern konnte. Immer zwei Stufen auf einmal nehmend eilte er aus seiner Kammer die Treppen hinunter ins Erdgeschoss und aus dem Wohnhaus hinaus. Diese Mal fand er den Strohkarl in der Gesindeküche, in der gerade das Abendessen, eine herzhafte Gemüsesuppe, zubereitet wurde. Die  blasse Frau mit den glatten schwarzen Haaren und dem ernsten Gesicht tat dies. Ein würziger Geruch erfüllte den ganze Raum.

"Ja, Trudwin Ümmler kenne ich gut", antwortete der Strohkarl und nickte traurig. "Oder ich sollte besser sagen, kannte ich gut. Nein, er ist noch nicht tot. Früher war er ein fröhlicher Bursche gewesen. Doch nach dem Tod seiner ersten Frau wurde er schweigsam. Die zweite Frau machte ihm und Ida das Leben nicht gerade leicht. Und der Tod des Mädchens hat ihn schwer erschüttert. Danach war er nicht mehr derselbe."

"Aber er ist noch am Leben?", wollte Erik wissen.
"Ja. Helene, seine zweite Frau, hat seinen Hof an den Bauern Hartwig verkauft. Bei ihm hat sie sich vor ihrer Heirat als Magd verdingt und tut es wieder. Trudwin liegt aber nur da und sagt kein Wort. Schon der Verkauf des Hofes, auf dem seine Vorfahren so lange gelebt haben, schien ihm gleich zu sein."
Da musste Erik nicht lange überlegen.
"Mach Dich bereit. Wir treffen uns gleich am Tor!", befahl er. Er lief zurück in sein Gästezimmer und legte dort Pistolen und Entermesser an. Dann kam ihm eine weitere Idee. Es dauerte auch nicht lange, bis er Moritz von Werrentheim gefunden hatte. Er traf den Sohn des Grafen in seiner Kammer an, tief über ein Buch gebeugt.
"Wollte Ihr mir immer noch behilflich sein?", fragte er den jungen Mann.



Zu dritt, Erik, Moritz und Karl, trabten sie den Schlosshügel hinunter. Bis zum Hartwighof sollte es nicht mehr als eine halbe Stunde sein, eine Strecke, die im Laufschritt zu bewältigen war. Erik und der Strohkarl waren eine solche Anstrengung gewohnt. Nur Moritz von Werrentheim schnaufte ordentlich.
"Ich weiß immer noch nicht so recht, wie ich Euch helfen kann", keuchte er, etwas hinter den beiden anderen zurückbleibend. Der Stohkarl grinste und Erik ließ es ihm durchgehen.

"Die Sache ist ganz einfach. Das Schreiben des Königs mag den Grafen, den Kanzler oder einen Doktor beeindrucken. Doch bei Bauern habe ich da so meine Zweifel. Es fängt wohl schon damit an, dass die meisten von ihnen gar nicht lesen können. Und da kommt dann Ihr ins Spiel. Ihr seid der Sohn des Grafen. Ihr seid Autorität. Vor Autorität haben die Menschen Respekt und genau das brauche ich. Das ist viel besser als jeder Brief."
"Und warum…" Moritz schluckte laut. "Und warum habt ihr eure Pistolen dann dabei?"
"Man kann ja nie wissen", erwiderte Erik und dachte an den Grobian aus der Schenke. "Man kann nie wissen…"




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

08 - Muselmanisches Schwinden


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (10.07.2020)
Wenn ich selber nachforschen müsste, würde ich wegen der unterschiedlichen Verstümmelungen der Opfer niemals von der Voraussetzung ausgehen, es mit einem Tier zu tun zu haben.
Man darf gespannt sein, welche Methoden Eric einsetzt.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 10.07.2020:
Auf jeden Fall ist er ja mal auf dem Weg zu einer menschlichen Behausung...
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16 - VergebungInhaltsverzeichnis18 - Nicht ganz richtig
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 10.07.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 10.07.2020). Textlänge: 1.077 Wörter; dieser Text wurde bereits 44 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.09.2020.
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