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Mutterseelenallein

Essay zum Thema Emanzipation


von Regina

Wer in unserer schwierigen Zeit noch Kinder auf die Welt bringt, wird unter Frauen als dumm angesehen. Was schwerer wiegt, ist, dass die Mutter nach dem ersten Lebensjahr des Kindes in den meisten Fällen pleite ist. Es mag der Ehemann noch Geld erwirtschaften oder die Eltern Vermögen zuschießen, die Mutter selbst steigt auf der sozialen Leiter ab, vor allem die alleinerziehende. Das arbeitsteilige Ernährermodell, altbacken und deshalb weniger verbal verfochten als gelebt, funktioniert allerdings  noch immer. Alle anderen Wege haben sich als kaum gangbar erwiesen.
Im konservativen Hinterkopf, vor allem in Bayern, steht das Frauenbild "Bäuerin" noch immer Modell. Das ist eine, die sowieso zu Hause bleibt, weil sie Kühe und Gemüsegarten versorgt, so dass die Schule die Kinder jederzeit unangekündigt entlassen kann. Der konservative Familienvater gibt sich aber auch der alleinerziehenden Bittstellerin gegenüber keineswegs als Unmensch. Als Politiker greift er schon mal jovial-mitleidig in die öffentliche Tasche. Schließlich bedeutet Mutterschaft eine der letzten Nischen, wo der Feminismus noch nicht zugeschlagen hat.
Wo die Gedönspartei das Sagen hat, geht es gnadenloser zu. Kinderlose Frauen, die im Betrieb um Gleichstellung kämpfen, müssen das Thema Mutterschaft verdrängen und verhalten sich darum mütterfeindlich oder zumindest ignorant. Den Vorstellungen ihrer Männer entspricht die Fabrikarbeiterin: Kind in die Krippe schieben, in der Mittagspause schnell einkaufen, am Abend die Wohnung in Schuss halten.  Da es kaum noch Fabriken mit geregelter Arbeitszeit und Werkskinderkrippe gibt, ist auch dieser Ansatz unrealistisch.
Vor allem aber hat sich die öffentliche Kinderbetreuung als völlig ungeeignet erwiesen, Mütter für die Berufstätigkeit freizustellen. Im evangelischen Chaosbetrieb mit seinen absurden Konzepten darf man sich über keine Gefahr wundern, der die Kinder ausgesetzt sind. Die katholische Variante wäre nach außen hin mehr auf Sicherheit bedacht, gäbe es da nicht Geistliche, die ihr Zölibat nicht verkraften.
Alle arbeiten mit Personalmangel und ungeeigneten Mitarbeitern: Vollalkoholikerinnen, Kampfhundesportlerinnen, Nullsprecher des Deutschen, Pädophile und sogar eine Kindsmörderin bevölkern die Betreuungslandschaft, von durchgeknallten Sozialpädagogen angeführt, schlecht ausgebildet und unterbezahlt. Da hauswirtschaftliche Kräfte eingespart wurden, fordert man die Eltern zur Mitarbeit auf, als Einkäufer, Gärtner, Köchinnen, Kuchenbäcker und Eventmanager. Oder die Erzieherinnen müssen alles machen.  Burnout allenthalben, bei Mitarbeiterinnen und berufstätigen Müttern.
Die Konsequenz heißt nicht Verbesserung dieser Saftläden, sondern Boykott. Kindern drohen heute viele und ganz neue Gefahren. Die verantwortliche Mutter schminkt sich Berufstätigkeit bis nach der Pubertät des jüngsten Kindes ab und bietet jeglicher Nötigung die Stirn. Kindererziehung bedeutet Arbeit, Nervenanspannung und erhöhte Wachsamkeit. Später mag frau sich wieder in den Arbeitsmarkt werfen. Alles auf einmal braucht niemand.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Sätzer (77) (10.07.2020)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Regina meinte dazu am 11.07.2020:
Danke dir.
Schicht löst die Notwendigkeit intensiver Kinderbetreuung nicht auf.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (10.07.2020)
Schon zu den ersten beiden Sätzen ein klares "Nein!": Kinderkriegen ist in dieser unserer Gesellschaft sehr anerkannt und akzeptiert. Und zweitens kennt jeder das Phänomen, dass Pärchen, die vorher jeden Cent umgedreht haben, plötzlich keine Geldsorgen mehr haben, sobald das Kind da ist. Klingt zynisch, ist aber so.
Sorry, nach diesen ersten beiden faktisch falschen Sätzen hatte ich verständlicherweise keine Lust mehr weiterzulesen. Falls Du dort die beiden einführenden Thesen widerlegt hast, hast Du mein Lob und meine Zustimmung.
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Regina antwortete darauf am 10.07.2020:
Quatsch.

Antwort geändert am 10.07.2020 um 11:58 Uhr


Antwort geändert am 10.07.2020 um 12:02 Uhr


Antwort geändert am 10.07.2020 um 12:05 Uhr
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Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 10.07.2020:
Deine einleitenden Thesen sind Quatsch? Na, dann bin ich ja beruhigt...

Das war ein "make my day", wie man so schön sagt!
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Regina äußerte darauf am 10.07.2020:
lies hier: https://www.antenne.de/nachrichten/bayern/neue-studie-muetter...
Dein Komm. ist Quatsch, Dieter. Du gehst von subjektiven Eindrücken aus. Ich schreibe nicht von Pärchen, sondern von Müttern.
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Dieter_Rotmund ergänzte dazu am 10.07.2020:
Da magst Du recht haben, alleinerziehende Mütter, das ist eine andere Liga. Vielleicht ist das "altbackene" Ernährungsmodell doch nicht so schlecht? Man kann halt nicht alles im Leben haben, Kind und Karriere und ein iPhone, das gilt sowohl für alleinerziehende Mütter als auch für alleinerziehende Väter.

Lustigste Zeile:
Vollalkoholikerinnen, Kampfhundesportlerinnen, Nullsprecher des Deutschen


Antwort geändert am 10.07.2020 um 12:50 Uhr


Antwort geändert am 10.07.2020 um 12:52 Uhr
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Regina meinte dazu am 10.07.2020:
Im ersten Jahr gibt es Erziehungsgeld, danach geraten aucch verheiratete ins Hintertreffen. Ernährermodel macht sehr abhängig.
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Ralf_Renkking meinte dazu am 12.07.2020:
Was mir an Deinem Beitrag fehlt, ist der Lösungsansatz, Regina, und der ist m. E. n. in der Psyche, allerdings nicht nur in der der (werdenden) Mütter, zu suchen. Ciao, Frank
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Regina meinte dazu am 12.07.2020:
Da hast du sicherlich recht.
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LotharAtzert
Kommentar von LotharAtzert (10.07.2020)
Tolles Wort, läßt viel Raum zum assoziieren, das "Mutterseelenallein".

LG Lothar
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DanceWith1Life meinte dazu am 10.07.2020:
ich hab zuerst Mutterseelenlatein gelesen, hallo, nicht schimpfen, ich war der, der beim Kind geblieben ist.
Und ich fand das den besten Job meines Lebens, das sollte auch mal erwähnt werden.
So sehr das Thema zur Sprache gebracht werden sollte, da ich ja weiß, worum es geht, würde ich mir wünschen, dass wir das wieder menschlich, nicht sozialkritisch und nicht politisch angehen.
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Regina meinte dazu am 11.07.2020:
Rollentausch ändert die Verhältnisse nicht.
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DanceWith1Life meinte dazu am 11.07.2020:
das muss ich bestätigen, die Verhältnisse wirklich verstehen, könnte dazu beitragen. Wir haben so viele nette Etikette, Leistungsgesellschaft z.B. nur es wird kaum erwähnt, dass die Leistung dazu erbracht wird Gier und Konsum zu fördern. Und das Ungleichgewicht, das Alleinerziehende in diese missliche Lage gebracht hat, nicht eine Konsequenz der Leistung sondern der Gier ist.
Die Tanker, die mehr Umweltbelastung darstellen als sämtliche PKWs des Planeten, schippern immer noch ohne entsprechende Aufrüstung durch die Gegend, während eine Gesetzesvorlage für bessere Werte bei VW per Software-update erfüllt werden konnte, hallo, was soll das.
Das nur als Beispiel für unzählige Ablenkungsmanöver, die wir nicht per Gesetz ändern können, da sie, wenn eines entlarvt wird, einfach eine neue Gesetzeslücke suchen und finden. ohne verstärkte Betonung und Erleben menschlicher Werte, kommen wir da keine 5 Millimeter weiter. Siehe die Rolle der Frau weltweit. Das ist ein schlechter Scherz, der aus guten Grund begann, ( da war es noch keiner) aber dann zu etwas moduliert wurde, zu einem Klischee, das überhaupt keine Substanz mehr bekam. Unbewusstheit ist trickreich, wie mir scheint.

Antwort geändert am 11.07.2020 um 14:46 Uhr
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eiskimo
Kommentar von eiskimo (10.07.2020)
Ich möchte nicht alleinerziehend sein; das ist bei der Rundum-Beglückung, die man Kindern heute bieten zu müssen glaubt, nicht zu packen. Vorher schon, bei der Partnerwahl schauen, dass da jemand Verlässliches auftaucht, und selber nicht wegrennen, wenn es Zoff gibt...
Wer da falsch aufgestellt ist, oha, der hat es schwer!

Kommentar geändert am 10.07.2020 um 21:15 Uhr
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Regina meinte dazu am 11.07.2020:
Partnerwahl, ja, müsste bewusster eingegangen werden.

Es sollte kein Text über Alleinerziehende sein.
Die "Falschaufstellung"; mit der du Lebenssituationen beschreibst, resultiert aus Weltanschauungen und sozialen Schieflagen.
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AvaLiam meinte dazu am 11.07.2020:
Naja...

selbst mit dem "richtigen" Partner kann es schwer werden.
Und niemand sucht sich sein Leben aus.

Eine Freundin von mir hat ihren Mann sehr früh verloren - 32 war er gerade mal und der gemeinsame Sohn 5 Monate.

Sicherlich nicht der Regelfall. Aber auch kein einzelner.

Und was ist richtig und was ist falsch?
Ich habe durch meinen Ex-Mann große und viele Schwierigkeiten meistern müssen.
Sicher keine Partnerwahl - betrachte man das Negative.

Aber hey - ohne ihn würd ich gar nicht mehr hier sitzen und längst nicht die sein, die ich bin. Ohne ihn hätte ich mein Leben nicht mehr - weder tot noch lebendig.

War er also der falsche Partner? Oder war unsere Zeit nur einfach abgelaufen? (um das mal ganz einfach zu formulieren?)

Ich möchte mir nicht ausmalen, wie alles verlaufen wäre unter anderen Vorausetzungen.
Da kann man lange philosophieren.

In einem habt ihr/hast du natürlich Recht: ohne einen unterstützenden Partner ist es sehr schwer.
Und manchmal reichte da schon ein nüchterner Blick, oder jedenfalls ein zweiter durchs rosarot.

Liebe Grüße
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AvaLiam
Kommentar von AvaLiam (11.07.2020)
Liebe Regina,

sicherlich lesen sich deine Worte zum Thema sehr komprimiert und damit beinahe erstickend in ihrer Aufzählung.
Man könnte fast meinen, all das existiert hier nicht in unserer Welt - nicht so...nicht so oft...in dieser Form...

Und jeder, der es nicht ganz so schwer hatte, wird deinen Zeilen nicht folgen können. Das liegt dann aber an der Unschätzbarkeit von entsprechenden Verhältnissen und mangelnder Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen. Empathie ist nicht jedem gegeben.

Schade.
Denn du zeigst genau das auf, was immer und immer wieder unter Wehklagen, Wuttränen und Hasstiraden passiert...jeden Tag...in so vielen Familien.
So befremdlich das Bild zunächst in seiner gefassten Form erscheint, so deutlich und entsprechend ist das, was es zeigt.

Ich selbst bin alleinerziehend - seit vielen Jahren und ich könnte mich verbal an so vielen Punkten deines Essays vergehen, mich auslassen, dir zustimmen und all den Druck und alle Last der letzten Jahre zwischen die Kommentarzeilen schleudern.

Vollzeitarbeit - Nebenjob und trotzdem Hartz IV - Ehrenamt - für alle da - nicht gesund... das Kind ebenfalls nicht...keine Unterstützung. Und vor allem keine Perspektive.
Jeden Tag aufwachen und ins Grau zu stolpern. In einen existentiellen Nebel, durch den kein Licht mehr dringt.
Das alleinerziehend war dabei vielleicht so eine Art Königsdisziplin. Disziplin trifft es vor allem!
Insgesamt macht mich besonders traurig, dass es immer mehr "vollständige" Familien betrifft. Der Abwärtsspirale dieser Entwicklung blicke ich durch deinen Text erneut in Auge - nicht zuletzt durch die Folgen von Corona.

Ich könnte und wollte noch so viel mehr schreiben. Denn da ist so viel ungebremste Wut, Unverständnis über so viel Milchmädchenrechnung und die Ignoranz in die Vergeblichkeit bisheriger Modelle.

Man könnte so viel ändern. Man könnte so viel erreichen.


Es ist so schade um die Zukunft eines jeden Kindes. Schade um das Familiengefühl, Geborgenheit, Schutz, Wärme und Zeit miteinander.
So viel bleibt auf der Strecke.

So viel hab ich jetzt geschrieben und noch lang nicht genug...dem Thema nicht genug...nie genug.

Und jede laute Stimme ist wichtig.
Gut, dass du es angesprochen hast.

Herzliche Grüße - Ava

Kommentar geändert am 11.07.2020 um 23:52 Uhr


Kommentar geändert am 11.07.2020 um 23:54 Uhr
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Regina meinte dazu am 12.07.2020:
Danke, Ava, für deine Stellungnahme.
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