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25 - Bericht über den Tod von dem Mädchen Ida ÜmmlerInhaltsverzeichnis27 - Der Mensch

26 - Der Erpresser

Erzählung zum Thema Dummheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Der Graf, sein Umfeld, der Vater eines Opfers und auch einige Papiere erzählen Erik zwar eine Geschichte, bringen ihn Lösung aber nicht näher. Der an der Moderne zweifelnde Pfarrer Rufus Wadewitz entpuppt sich sogar als sein Gegner. Nur der Grafensohn Moritz ist auf Eriks Seite und die Grafentochter Amarant in seinem Bett.





Als Erik am nächsten Morgen erwachte, war Amarant bereits fort. Er hatte damit gerechnet, war aber dennoch ein wenig enttäuscht. Mit hinter dem Kopf verschränkten Armen blickte er zu dem schweren Holzbaldachin über seinem Bett auf. Er ließ seinen Gedanken freien Lauf, nur um sie dann wieder einzufangen. Dafür war später Zeit, vielleicht…

Er stand auf und öffnete die Balkontür. Der Wind stand günstig und wehte den Gestank des Misthaufens nicht zu ihm hinauf. Ein frischer Frühlingsmorgen breitete sich aus. Sperlinge tschilpten und Amseln suchten den frühen Wurm. Das Klappern vorn Gerätschaften klang aus dem Schlosshof. Knechte und Mägde waren bereits bei der Arbeit. Erik sog die Luft einmal tief ein, bevor er zum Schreibtisch ging. Er wunderte sich ein wenig, dass der Bericht über den Tod Ida Ümmlers obenauf lag, denn er war sich sicher, zuletzt den über Reinald Swindeg gelesen zu haben. Ganz in der Nähe hatte der eine Schmiede betrieben und war das einzige Opfer der Bestie, das nicht im Freien gemordet wurde. Wahrscheinlich hatte Amarant der Versuchung nicht widerstehen können. Ob sie sich damit einen Gefallen getan hatte, bezweifelte Erik. Das Geschilderte ließ wenig Raum fürSchönfärberei.

Nach einer kurzen Morgentoilette setzte Erik sich wieder zu den Berichten. Da der Doktor sehr gründlich und sorgsam alles notiert hatte, war Erik sich sicher, dass er hier Antworten finden würde. Zumindest eine Idee, was er als Nächstes tun sollte, musste zwischen den Worten versteckt liegen. Und dann war da noch dieses schwer Beschreibliche. Jenes, das er nicht fassen konnte, etwas, das ihn störte und doch eine Verbindung zwischen all diesen Toten herstellte. Gleich einem Geist, den niemand sah. Es wäre nicht schwer gewesen, das als Teil seiner überdrehten Fantasie abzutun und es kamen Erik auch Zweifel. Hatten nicht schon viele vor ihm all das gelesen? Und hatten sie nicht die falschen Schlüsse gezogen? "Des Doktors Berichte sind peinlich genau verfasst", dachte Erik ein weiteres Mal. Jedes Wort stand da, weil es da stehen sollte. Er hatte keine Märchen und auch keine Schauergeschichten aufgeschrieben, an denen man sich laben konnte, während man selbst an einem warmen Herd in Sicherheit saß. Das hier war wirklich passiert. Was verband die Toten miteinander?

Kurz vor Mittag hatte Erik es begriffen.

Mit einem lauten Schrei sprang er auf. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand zeigte er auf die Berichte. Er drehte den Kopf hin und her, als suche er nach jemandem, dem er das erklären konnte. Natürlich war da niemand. Das zügelte seine Erregung allerdings nicht. Schließlich wurde er zornig. Er hatte es die ganze Zeit gewusst. Er hatte es erkannt. Warum auch nicht? Schließlich war er der Einzige, der alle Toten gesehen hatte. Doch anstatt zu reden, hatte er es vorgezogen, den Mund zu halten. Er hatte geschwiegen und das Morden hörte nicht auf. Wohl hätte er selbst nichts tun können, doch die Jagd nach der Bestie könnte schon viel weiter sein, wenn…

Mit geballten Fäusten stand Erik da. So viel Feigheit machte ihn wütend, ganz gleich wie oft er ihr aufs Neue begegnete. Sogleich schlüpfte er in seinen Rock, legte die Pistolen und auch das Entermesser an. Er eilte aus seiner Kammer, über die Treppen auf den Schlosshof und den Schlossberg hinunter. Der Frühlingsmorgen mitsamt Sperlingen, Amseln, Knechten und Mägden interessierte ihn nicht mehr. Er ging so schnell er konnte, ohne rennen zu müssen. Vor dem Haus angekommen, klopfte er heftig an die Tür. Zuerst hatte er das mit dem Griff einer seiner Pistolen tun wollen. Darauf verzichtete er dann doch. Als das üppige Mädchen mit den rosigen Wangen öffnete, ließ Erik sie gar nicht erst zu Wort kommen. Er schob sie beiseite und stürmte in das Lesezimmer. Sofort fand er sein Buch in dem Bücherregal. Er nickte grimmig und zufrieden.

Mit hochrotem Kopf kam das Mädchen ihm nach und wollte protestieren. Erik blickte sie mit derart kalten Augen an, dass sie nur ein angestrengtes Pfeifen von sich gab.
"Hohl den Doktor! Sofort!" befahl er. Das Mädchen gehorchte. Kurz darauf erschien Friedrich Himmelblau im Lesezimmer. Seine Laune war noch schlechter als bei Eriks erstem Besuch.
"Ich hoffe doch sehr, dass Ihr eine Erklärung für euer Eindringen habt", sagte er in einem Ton, der klar machen sollte, dass es keine solche gab. Sein Brustkasten hob sich und er schnaubte aufgebracht. Erik kümmerte sich jedoch nicht um ihn. Er schaute das Mädchen an und sagte gebieterisch: "Raus mit Dir!"
Hilflos suchte die den Blick des Doktors, doch bevor der antworten konnte, fuhr Erik dazwischen. "Schau nicht ihn an! Ich habe gesagt: Raus mit Dir! Und ich bin im königlichen Auftrag hier. Das wiegt allemal schwerer als der Titel eines Doktors der Medizin! Also: Raus mit dir!"
Friedrich Himmelblau nickte seiner Bediensteten zu, die sich daraufhin – den Tränen nah - zurückzog und die Tür hinter sich schloss. Die beiden Männer waren allein.

Der Doktor wollte etwas sagen, doch Erik gebot ihm mit erhobenem Zeigefinger Schweigen. Ohne Zögern wandte er sich dem Bücherregal zu und zog sein Buch heraus. Er öffnete das Geheimfach dahinter, griff nach dem Leuchter mit den sieben Armen. Den hielt er Friedrich Himmelblau unter die Nase und vor das schwere Kreuz, dass er wie immer um den Hals trug.
"Ich nehme an, dass Ihr als Jude geboren wurdet", begann Erik kalt, "und nun seid Ihr ein guter Christenmensch. Zumindest wollt Ihr das alle glauben machen. Der bekehrte Sohn Judäas, der den Weg in den Schoß von Mutter Kirche gefunden hat. Ist auch nicht schlecht fürs Geschäft, was? Ich frage mich dann nur, warum Ihr ein heimliches Fach in diesem Regal haben, in dem Ihr eine Menora versteckt?"

Der Doktor zitterte. Die Augen hinter seiner Brille blitzen feindselig auf. "Sie Schweinehund sind nichts anderes als ein gemeiner Erpresser!", knurrte er.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

12 - Wahrheiten und doch nicht einen Schritt weiter


 
 

Kommentare zu diesem Text


LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (22.07.2020)
Außer ein paar Schlampigkeiten, die verzeihlich sind (kennt jeder selbst), ist die Geschichte noch immer interessant. Natürlich würde ich rigoros kürzen und manches Wort anders setzen, aber ich lese trotzdem voller Erwartung, was da noch kommt.

Lieben Morgengruß vom Bürotisch
Lotta
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 22.07.2020:
Ich wollte einen Gedankengang darstellen. Und der soll nicht von A zu B zu C führen. Vielmehr sollen bestimmte Dinge wiederholt werden um deutlich zu machen, dass Eriks Gedanken sich an bestimmten Punkten "festkrallen". D.h, sie sind in seinem Kopf präsenter als andere.

Dabei sollte eine "vorzeigbare" Erzählstruktur beibehalten werden. Vielleicht war das aber auch ein Fehler, bzw. gäbe es dazu eine Alternative. Mit einem Dialog (ein weiterer folgt noch) und den Berichten habe ich ja schon andere als klassische Proselemente eingebaut. Vielleicht ist das eine Überlegung wert, zumal es beim Schreiben dieser Geschichte durchaus meine Absicht war, verschiedene Erzählelemente einzubauen - oh, das habe ich ja schon gesagt!
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (23.07.2020)
Geheimfach, Buch, siebenarmiger Leuchter, so mancher braucht weniger für eine schöne Verschwörungstheorie
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 23.07.2020:
In Coronazeiten erleben wir das ja weltweit und auch hier auf KV wieder.
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25 - Bericht über den Tod von dem Mädchen Ida ÜmmlerInhaltsverzeichnis27 - Der Mensch
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 22.07.2020, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 22.07.2020). Textlänge: 1.010 Wörter; dieser Text wurde bereits 42 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.08.2020.
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