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Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Der Graf, sein Umfeld, der Vater eines Opfers und auch einige Papiere erzählen Erik zwar eine Geschichte, bringen ihn Lösung aber nicht näher. Der an der Moderne zweifelnde Pfarrer Rufus Wadewitz entpuppt sich sogar als sein Gegner. Nur der Grafensohn Moritz ist auf Eriks Seite und die Grafentochter Amarant in seinem Bett.




Zu dessen großen Überraschung lächelte Erik. "Ihr irrt Euch. Mir ist es völlig gleich, an wen oder ob Ihr glaubt, ob Ihr vorgebt zu glauben oder was Ihr seid. Christ oder Jude, mir ist das völlig gleich."
"Aber…"
"Nur das warum würde mich doch interessieren."
Friedrich Himmelblau ließ sich in einen Stuhl nieder und fiel in sich zusammen. Er begriff, dass er in Erik keinen Feind vor sich hatte.

"Mein Herr, ich habe die Schnauze voll!", begann er nach einer Weile. "Ihr seid viel umhergekommen. Vielleicht wisst Ihr darum nicht mehr, was es heißt, in diesem Land ein Jude zu sein. Die Blicke, das Tuscheln und hin und wieder wird einer von uns auch einfach totgehauen. Schafft man nichts, ist man ein Geschwür und schaffen man etwas, ist man der Bösewicht, der hinter allem Übel steckt. Mit seinem Geld. Alles Gesindel darf einen anspucken oder von der Straße scheuchen. Jeden Tag lebt man in Angst, ob einem nicht das Dach über dem Kopf ansteckt wird. Ich wollte so nicht mehr weiterleben. Ich wollte leben. Schon lange hatte ich diese Idee. Doch erst nachdem meine Eltern gestorben sind, traute ich mich. Ich bin nun ein Christ. Jeder kann das sehen. Doch bete ich so, wie es meine Altvorderen taten. Und auf diesen Schwindel bin ich stolz!"

Doktor Friedrich Himmelblau reckte das Kinn und Erik erkannte, dass sich hinter der scheinbaren ständigen schlechten Laune des anderen große Aufmerksamkeit und Vorsicht verbarg. Er stellte den Leuchter zurück in sein Geheimversteck, schloss es und schob sein Buch wieder an seinen Platz.
"Ich finde, Ihr solltet noch etwas wegen eurem Namen machen", sagte er dann.
Der Doktor lachte verächtlich. "Himmelblau! Ich weiß. Pah! Das ist, als würde ich eine Stern auf meiner Kleidung tragen, auf dem groß Jud steht."
"Streicht doch einfach das blau. Dann kommt Ihr sogar dem Himmel ein Stückchen näher."
Da mussten beide Männer lachen.
"Herr von Berensiel, das ist eine gute Idee. Das werde ich eines Tages sogar machen, eines Tages, wenn ich von hier weggehe, fort aus Werrentheim. Das mir im Augenblick aber noch als Versteck dient." Der Doktor straffte sich wieder. "Doch frage ich mich immer noch, was Ihr von mir wollt, was dieser Überfall soll?"
Nun waren die beiden Männer zwei Verschwörer in derselben Sache. Nichts anderes war Eriks Absicht gewesen.

"Ich will, dass Ihr endlich zugebt, was Ihr denkt und wisst, zumindest mir gegenüber."
"Was meint Ihr", fragte der Doktor unsicher.
Erik begann in dem kleinen Zimmer auf und ab zu gehen. Mit den Händen deutet er auf etwas in der Luft vor ihm. "Ich habe die letzten Tage damit verbracht, mir die Berichte anzusehen. Sehr akkurat habt Ihr alles aufgeschrieben. Ein Schreckenskabinett und doch die Wahrheit. Ihr seid der Einzige, der alle Opfer der Bestie gesehen hat. Ich wunderte mich, warum man die Jagd nicht in eure Hände legte. Wo sich doch niemand besser mit allem auskennt. Jetzt weiß ich… aber lassen wir das. Die Dummheit ist in Werrentheim wohl noch größer als die Furcht. Da lässt man schon gerne einmal den ein oder anderen über die Klinge springen und faselt von Gottes Urteil. Anstatt das nahe Liegende zu tun. Bis es einen selbst erwischt. Aber dann ist es zu spät und… Verdammt, ich rede mich in Rage und… Wo war ich? Ach ja…" Erik blieb kurz stehen, um sich und seine Gedanken zu sammeln.

"Als ich das begriff", fuhr er fort, "wurde mir klar, dass da etwas ist, was alle Toten verbindet. Ihr habt es nicht in Worten aufgeschrieben, dafür sind Sie zu klug - ich verstehe jetzt besser, warum Ihr das so tatet und nicht anders - …zu klug gewählt. Aber Ihr haben es erkannt. Ihr wolltet die Oberen nicht bloßstellen. Man stelle sich vor: Ein einfacher Doktor vom Lande erfasst, was die Barone, Kanzler und Grafen dieser Welt nicht begreifen. Ein Doktor der noch nicht einmal Christ von Geburt ist, sondern bloß ein unzuverlässiger Konvertit! Das kann Gott nicht wollen, erbarme dich unser!" In gespielter Aufwallung warf Erik die Hände in die Luft. "Am Anfang war es mir nicht klar, doch dann habe auch ich es entdeckt."
"Was habt Ihr entdeckt", fragte Friedrich Himmelblau. Es war offensichtlich, dass er die Antwort kannte.
"Den Zusammenhang habe ich entdeckt."
"Und was ist dieser?"
"Dieser Zusammenhang ist meiner und eurer Meinung nach Hass!"

Eine ganze Zeit lang war es still im Raum. Schließlich begriff der Doktor, dass er zu lange geschwiegen hatte, um zu widersprechen.
"Ja", seufzte er. "Das wunderte mich gleich bei der kleinen Ida Ümmler, dem ersten Opfer dieses Untiers. Und bei den anderen setzte es sich fort."
"Dann seid Ihr also auch der Meinung, dass diese mordende Bestie nur eines antreibt, nämlich Hass, ein unstillbarer, unglaublicher Hass?"
"Ja, das glaube ich fest."
Erik nickte ernst.

"Ihr seid ein Mensch, ebenso wie ich, der nicht an Gespenster, Hexerei, Fabelwesen oder Bösewichte aus Märchen glaubt. Die gibt es nur in Geschichten, warum auch immer. Vielleicht sogar zum Glück. Dies ist aber keine Geschichte. Es ist das Leben. Ein Leben, in dem eine Bestie den Tod gibt. Ich frage euch, Herr Doktor, welches Tier kennt Ihr, das aus Hass und nicht, weil es überleben muss, tötet?"
Friedrich Himmelblau wagte es nicht aufzuschauen.
"Nur eines, Herr von Berensiel."
"Und das wäre?"
"Der Mensch."



- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

12 - Wahrheiten und doch nicht einen Schritt weiter


 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (23.07.2020)
Ob uns wohl der große Unbekannte schon begegnet ist?
Auf dem Schloss vielleicht?
Oder im Gasthaus?
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 23.07.2020:
Um das zu beantworten, bedarf es noch zwei oder drei Kapitel...
...und dann noch zwei oder drei Kapitel...
...und dann noch zwei oder drei Kapitel...
...und dann noch zwei oder drei Kapitel...
...und dann noch zwei oder drei Kapitel...
etc.
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26 - Der ErpresserInhaltsverzeichnis28 - Motivationen
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 23.07.2020. Textlänge: 948 Wörter; dieser Text wurde bereits 49 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.09.2020.
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