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27 - Der MenschInhaltsverzeichnis29 - Vierundvierzig

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Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Bei den meisten Einwohnern der Grafschaft ist er nicht sehr willkommen. Anhand der Berichte von und mit Hilfe von Doktor Himmelblau findet er heraus: Die Bestie ist höchstwahrscheinlich ein Mensch.




Lange wurde geschwiegen. Das der Mensch böses tut, war für beide Männer nicht überraschend. Zu viel hatten sie gesehen, Erik auf seinen Reisen, während der Doktor dazu nur aus der Haustür hatte treten müssen. Und doch ist Mordlust wie alles, was der Mensch tut: Sie ermüdete mit der Zeit und viele werden ihrer, wie bei allem, was sie tun, schnell überdrüssig. Sie suchen nach anderen Vergnügungen. Das Geschehene und Begangene existiert dann nur noch als lustige Erzählung aus vergangenen Tagen, wie ein guter Witz oder ein nächtlicher Ritt auf einem Schwein des verhassten Nachbarn. In der Regel ist der Mensch wie die Zeiten, in den er lebt. Im Frieden ist er friedlich, in unruhigen Zeiten unruhig und im Krieg kriegerisch. So ist und handelt er, ohne groß zu überlegen und findet auch nichts dabei. Sind die anderen nicht genauso? Und was die anderen dürfen, darf man selbst das nicht schon lange? Darum hören die Ausbrüche von Gewalt auch nicht auf, überkommen die Menschen immer wieder wie Ebbe und Flut. Nachher glaubt man stets aus dem gelernt zu haben. Nie wieder wird so etwas geschehen. Doch der Mensch ist vergesslich. Was er nicht direkt vor der Nase hat, kennt er zwar, doch es berührt ihn nicht. Und vergiften die Juden nicht die Brunnen? Bringen die Zigeuner nicht den schwarzen Tod selbst in das kleinste Nest? Und nennt man die Wilden etwa umsonst Wilde? Ganz zu schweigen von Hexen im Speziellen und Frauen ganz im Allgemeinen. Die Frauen und der Suff, die reiben den Menschen uff, heißt es ja.

Doch war all das nicht mit dem zu vergleichen, was in Werrentheim vor sich ging. Seit zwei Jahren wütete die Bestie. Sie hörte nicht auf. Sie machte sich regelmäßig an ihr schauriges Werk. Sie war vorsichtig. Sie ging planvoll vor. Und sie wurde von Hass angetrieben. Einem nicht enden wollenden Hass. So schien es wenigstens zu sein.

Man verabredet, sich an einem anderen Tag noch einmal zu treffen und die Berichte gemeinsam zu sichten. Im Augenblick wussten beide Männer nichts mehr zu sagen. All das war dennoch wichtig gewesen. Es ist  etwas anderes, eine Sache zu begreifen, oder sie vor einem anderen auszusprechen. Zwei Fragen hatte Erik noch, bevor er sich verabschiedete.
"Wieso sind die Berichte bei Euch gewesen und nicht in der Kanzlei des Grafen, dort wo sie hin gehören?"
"Der Graf hat alle Berichte gelesen. Zunächst nahm sie auch Brecht Killian an sich. Doch als die Fälle sich mehrten, wollte der Graf nichts mehr davon wissen. All das schmerzte ihn so sehr, dass er es leugnete. So hält er es bis heute. Also gab man sie mir stets zurück."
"War Reinald Swindeg der einzige, der in einer Behausung gemordet wurde?"
"Ja. Seltsam nicht?"



Zurück im Schloss schaute Erik zunächst nach Trudwin Ümmler. Er hatte leicht zugenommen und seine Haut und seine Augen hatten ein wenig Farbe bekommen. Maja, die Frau von Karl Jülich - jene mit dem blassen Gesicht, dem  glatten schwarzen Haaren und dem großen Ernst in den Augen - kümmerte sich um ihn. Weil ihm das etwas besonders schien, fragte Erik den Strohkarl danach.
"Maja ist die Schwester von Hilla Niederwalter. Deren Tod, den ihrer Nichte und ihres Neffen und der Selbstmord ihres Schwagers hat sie sehr getroffen. Und was sie trifft, trifft auch mich. Wir wollen, dass diese Bestie zu Strecke gebracht wird."
Erik legte dem anderen seine Hand auf die Schulter. Um ihn zu trösten und weil ihm nicht viel mehr einfiel. Ernst schaute der Gesindehauptmann auf und nickte. Die Geste schien ihm zu gefallen.

Zurück im Schloss auf der Treppe auf dem Weg zu seiner Zimmer veranlasste ein leises Zischen Erik, der ganz in Gedanken war und das Erfahrene in eine nachvollziehbare Reihenfolge zu bringen versuchte, den Kopf zu drehen. Hinter einer Säule auf einem Treppenabsatz hatte sich Amarant versteckt. Sie drehte den Kopf in alle Richtungen, dann warf sie sich ihm an den Hals und küsste ihn. Seine Hände fuhren durch ihr feuerrotes Haar.

"Hast Du ein wenig Zeit für mich?", flüsterte sie.
Da musste Erik tief durchatmen. "Nichts wäre mir lieber. Aber ich habe Neuigkeiten und muss noch einmal die Berichte durchgehen, muss sie daraufhin untersuchen. Womöglich habe ich etwas übersehen. Oder auch nicht, wer weiß das schon."
"Oh, Du kennst die Lösung?", fragte Amarant überrascht.
"Ich habe eine Spur", war Eriks Antwort. Sogleich ärgerte er sich ob dieser Worte. Es war ihm klar, dass er übertrieb, und das allein darum tat, weil er vor Amarant angeben wollte.
"Na, dann werde ich wohl ausreiten müssen. Alleine ausreiten müssen."
Sie verschwand mit einem Lächeln auf den Lippen, das Erik nicht zu deuten wusste. Aber Frauen hatte er noch nie besonders gut verstanden. Mit Büchern und Geschriebenem kannte er sich besser aus.




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

12 - Wahrheiten und doch nicht einen Schritt weiter


 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (24.07.2020)
Im ersten Teil dieses Kapitels finde ich nachvollziehbare Gedanken über die Verhaltensweisen des Menschen; in Abhängigkeit zum Geschehen in seiner Umwelt!
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 24.07.2020:
Es mag nicht sehr populär sein, doch meistens verhalten die Menschen sich eben durchschnittlich. Und dieses "durchschnittlich" lässt sich gut bestimmen.
diese Antwort melden
EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (24.07.2020)
Bald wieder mit Kommentar.
LG
Ekki
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 24.07.2020:
Wie es dir beliebt.
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27 - Der MenschInhaltsverzeichnis29 - Vierundvierzig
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 24.07.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 24.07.2020). Textlänge: 819 Wörter; dieser Text wurde bereits 52 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.09.2020.
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