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28 - MotivationenInhaltsverzeichnis30 - Auf dem Tisch

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Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Bei den meisten Einwohnern der Grafschaft ist er nicht sehr willkommen. Anhand der Berichte von und mit Hilfe von Doktor Himmelblau findet er heraus: Die Bestie ist höchstwahrscheinlich ein Mensch.




Dinge, die unaufgefordert über einen kommen, noch bevor die Sonne ganz über den Horizont geklettert ist, sind selten von guter Natur. So war es auch dieses Mal. Ein wildes Poltern weckte Erik. Zunächst glaubte er, im Traum Trommeln aus den afrikanischen Ländern, die er bereist, oder von den Kriegsschiffen, auf denen er Dienst getan hatte, zu hören. Doch dann wurde er gewahr, das jemand wild an seine Tür schlug, immer wieder und ohne Unterlass. Er erhob sich und öffnete sie. Vor seiner Kammer standen der Strohkarl und hinter ihm Moritz von Werrentheim. Bevor sie etwas sagten, erkannte er an ihren Gesichtern, was geschehen war.

"Die Bestie hat wieder zugeschlagen!", keuchte Karl Jülich. Moritz brachte kaum mehr als ein Nicken zustande. Im Nu war Erik angezogen, mit Entermesser und Pistolen bewaffnet und bereit. Gemeinsam eilten die drei zu den Ställen. Dort war bereits eine Laterne entzündet. Der tumbe Wagenknecht kam aus einem Schuppen und schaute recht blöde, weil er den ganzen Aufstand zu so früher Stunde nicht verstand. Ob sie sonst noch jemand von einem Fenster des Schlosses aus beobachtete, war in der Dunkelheit nicht auszumachen.

Die genügsame Stute trug erneut Erik, während Moritz auf einem braunen Rappen und der Strohkarl auf einem Maulesel saßen. Erik hatte darauf bestanden, dass Letzterer sie begleitete. Er sah in ihm einen Verbündeten. Nach nicht ganz einer Stunde Ritt, während der sich die Sonne langsam über den Horizont schob und der Morgennebel von den Feldern aufstieg, erreichten sie einen kleinen Hain. Soldaten standen zwischen den Bäumen, mit finsteren Mienen auf den Gesichtern und Musketen in den Händen. Aus dem Wald trat ein Offizier und hob die Hand.

"Nicht einen Schritt weiter!", rief er mit lauter Stimme. "Im Namen des Grafen von Werrentheim und des Baron von Brachwitz! Gebt euch zu erkennen!" Dann erkannte er Moritz. "Oh, nun gut, kommt näher." Er blickte Erik an und sagte: "Ihr müsst der Junker von Berensiel sein."
"Und Ihr seid Hauptmann von Leffersingen", erwiderte Erik, stieg von seinem Pferd. Er hielt dem Offizier die Hand hin, die dieser nur zögerlich ergriff. Der Mann zitterte leicht und seine Nase war so rot wie ein Granatapfel. Auch ohne den Geruch von zu viel Wein war es ein Leichtes, den gewohnheitsmäßigen Trinker in ihm zu erkennen.
"Wo ist das Opfer?", wollte Erik wissen.
"Geht nur in den Wald und folgt euren Sinnen. Ihr könnt es nicht verfehlen. Der Doktor ist schon da."
"Neugieriges Volk?"
"Was glaubt Ihr denn, wozu meine Männer und ich hier sind, Herr Junker?", knurrte von Leffersingen. Er war offensichtlich verärgert. Wahrscheinlich weil er in dieser Nacht noch gar nicht ins Bett gekommen war, man ihn direkt von einer Zecherei hierher befohlen hatte. "Mittlerweile kennen wir die… die Prozedur, das könnt Ihr gerne glauben. Ist ja nicht das erste Mal."

Es war einer der letzten kühlen Morgen des vergehende Frühlings. Tautropfen hingen an den bereits kräftig grünen Farnen und den Blättern der Bäume. Die Vögel sangen ihr allmorgendliches Lied und nichts in der Natur deutet daraufhin, dass etwas Ungewöhnliches geschehen war. Das Unterholz knackte bei jedem Schritt. Ein Dachs sah zu, dass er möglich viel Entfernung zwischen sich und die wild herumstapfenden Menschen brachte.

Schon aus der Ferne sahen sie einige Soldaten beieinanderstehen. Sie brauchten nicht lange um sie zu erreichen. Die Männer hatten verstörte Gesichter und einer von ihnen kleine Brocken seiner letzten Mahlzeit auf der Uniformjacke. Kriegserfahrung hin oder her, so etwas hatten sie wohl kaum erwartet. Die Männer nickten stumm.
"Ich bin froh, Euch bei mir zu haben", sagte Erik nachdem sie ein weiteres Stückchen gegangen und die Soldaten aus Hörweite waren, "und setze auf eure Unterstützung. Doch niemand muss das sehen, wenn er nicht mag." Er schaute seine Begleiter an. Beide schüttelten den Kopf.
"Wer A sagt, muss auch B sagen", meinte der Strohkarl ernst und Moritz griff als Zeichen der Bestätigung nach seinem Arm.

Der süße Geruch von Blut und stinkendem Gedärm empfing sie. Doktor Himmelblau kniete über dem Körper und suchte ihn mit einem Vergrößerungsglas ab. Als er Schritte hinter sich hörte, drehte er sich um.
"Ah, Herr von Berensiel. Mebst Begleitung. Kommt ruhig näher, wenn ihr Vertrauen in euren Magen habt." In seinen Worten steckte auch nicht nur ein wenig Ironie.
Die Bestie hatte der Frau - eine Frau war es ganz eindeutig - den Leib zerfetzt. Die Bauchdecke war aufgerissen und Teile der Eingeweide quollen hervor. Eine halbverdaute Apfelkitsche, die sie kurz vor ihrem Tod in einem Stück heruntergeschlungen haben musste, lag neben der Toten. Ein Gestank von menschlichem Unrat lag in der Luft. Der Unterleib war so sehr geschunden worden, dass die blanken Beckenknochen hervorstanden. Ein Bein war abgerissen, von dem anderen fehlte der Unterschenkel. An den nackten Oberarmen waren blutige Kratzspuren zu sehen. Das Gesicht schien unversehrt. Der Schrecken lag noch auf den erkalteten Zügen, doch die linke obere Schädeldecke fehlte. Überall war Blut, an dem sich bereits das erste Kleinstgetier labte.

Moritz hielt dem Anblick nicht lange stand. Er stammelte einige unverständliche Worte, dann drehte er sich um, tat einige Schritte zurück in den Wald und übergab sich stöhnend so lange, bis sein Magen vollends geleert war. Der Strohkarl sagte nichts, doch auch in seinem Mundwinkeln zeigte sich ein leichtes Zucken. Erik zwang sich näherzutreten. Viel hatte er bereits gesehen, doch niemals so etwas. Natürlich lagen auch auf Schlachtfeldern schrecklich verstümmelte Körper in der Sonne, doch damit kamen die meisten besser zurecht, weil man dort damit rechnete. Das hier war wegen Zeit und Ort etwas ganz anderes und Vergleichbares war hier in den letzten zwei Jahren schon dreiundvierzig Mal zuvor geschehen. Kein Wunder, dass alle nur von einer Bestie sprachen.
"Ihr erkennt die Tote?", fragte Doktor Himmelblau und holte Erik aus seinen Gedanken.
"Ja", antwortete dieser. "Wenn ich nicht gänzlich falsch liege, war das einmal Helene Ümmler."




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

12 - Wahrheiten und doch nicht einen Schritt weiter


 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (25.07.2020)
Mach ein Drehbuch daraus und ich garantiere, Tarantino reißt es dir aus den Händen
TT
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 25.07.2020:
Ja, kotzende Menschen sind im modernen Film sehr beliebt.
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28 - MotivationenInhaltsverzeichnis30 - Auf dem Tisch
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 25.07.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 27.07.2020). Textlänge: 990 Wörter; dieser Text wurde bereits 49 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.09.2020.
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