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Gedanke zum Thema Allzu Menschliches


von regenfeechen

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„Er hat sein Leben gemeistert“
„Sie hat ihr Leben ganz gut in den Griff bekommen“
„Sie hat etwas aus ihrem Leben gemacht“
„Er hat sein ganzes Leben lang nichts erreicht“
„Sie haben alles herunter gewirtschaftet“
Aussagen, die so schnell gemacht werden und mir zu denken geben.
Denn wann hat man sein Leben gemeistert, etwas erreicht, sein Leben in den Griff bekommen?
Und wer will das, wer darf oder kann beurteilen ob ein Mensch etwas aus seinem Leben gemacht hat.
Wer setzt die Maßstäbe für ein gelungenes Leben?

Da ist ein junges Mädchen, aufgewachsen in einem sogenannten guten Elternhaus. Schon da fängt es an…...was ist ein gutes Elternhaus…?
Sie hat eine gute Schulbildung, lernt einen jungen Mann kennen, verliebt, verlobt, zusammen in eine Wohnung gezogen. Alles gut gelaufen bisher.
Aber dann wird sie schwanger, beide freuen sich auf das Kind, die Schwangerschaft verläuft gut……..bis zur 21 Woche. Sie bekommt Frühwehen, muss liegen. Wochenlang hält sie durch. Versucht optimistisch zu bleiben.
Doch dann gibt es Komplikationen, das Kind muss geholt werden. Viel zu früh….das Kleine ist zu krank, zu schwach und schafft es nicht. Die Eltern sind völlig verzweifelt, haltlos. 
Der Mann geht nach einer Woche wieder arbeiten, hat Ablenkung, hört und sieht wieder etwas anderes und kommt dann nach einiger Zeit wieder einigermaßen zurecht. Aber die Mutter des Kindes ist Zuhause, krank vor Kummer, wird depressiv, kommt mit der Trauer um ihr Kind nicht klar.
Nach vielen Versuchen miteinander einen Weg zu finden trennen die Eltern sich. Immer weiter rutscht die junge Frau in Depressionen hinein, beginnt zu trinken, wird Alkoholikerin……
Hat sie ihr Leben nun verspielt oder wie geht es weiter?
Nach vielen Jahren trifft sie durch Zufall eine alte Freundin wieder. Diese hört zu, horcht auf und hilft. Sie macht einen Termin bei der Drogenberatung für die alkoholsüchtige Freundin. Sie nehmen den Kampf auf, gegen Alkohol, herab schauende Menschen, Armut und Vorurteile. Und sie gewinnen. Langsam geht es bergauf. Die junge Frau kommt mit Hilfe der Freundin wieder auf die Beine. Entzug, eine neue Wohnung, eine neue Arbeitsstelle als Verkäuferin. Aber die Nachbarn, alten Kollegen und Menschen in der Umgebung schauen immer noch komisch, werten ab, verurteilen.
Wer gibt ihnen das Recht dazu? Einmal gestolpert im Leben und schon verloren?
Die junge Frau hat gekämpft und gewonnen. Aber Anerkennung wird sie so schnell nicht bekommen. Dafür sind die Menschen nämlich viel zu dumm.
„Sie hat in ihrem Leben nicht viel erreicht“
Doch, sie hat so viel erreicht. Sie hat gelernt mit der Trauer umzugehen, hat den Entzug geschafft, sich ihr Leben neu aufgebaut. Aber da sie es nicht zu sichtbarem Erfolg gebracht hat mit viel Geld und Ansehen wird da nicht positiv gewertet.

Da ist der Junge aus der Nachbarschaft. Niemand kommt an ihn heran. In der Schule gibt es nur Probleme. Er ist aggressiv und laut, stört die anderen Schüler. Auch die eigenen Eltern wissen nicht so recht wie sie mit ihm umgehen sollen….Irgendwie ist der komisch, keiner will etwas mit ihm zu tun haben.
Dann geht es aus der Grundschule in die Realschule, denn dumm ist er ja eigentlich nicht. Dort aber schaut ein Lehrer mal genauer hin. Beschäftigt sich mal intensiver damit, warum der Junge sich so verhält. Warum ist das so, was könnte dahinter stecken. Und schnell merkt er, dumm ist der Junge nicht, absolut nicht, eher unterfordert. Und er hat Probleme mit anderen Menschen.
Er spricht mit den Eltern, regt sie dazu an den Jungen von einem Psychologen untersuchen zu lassen, einen Intelligenztest machen zu lassen. Dabei kommt heraus, das der Junge Autist ist und überhaupt kein Selbtwertgefühl mehr hat.
Er wurde halt immer nur abgelehnt, mit Vorwürfen und Ärger überhäuft. Dabei ist er sehr intelligent und wird sicher einiges in seinem Leben erreichen können, wenn ihm geholfen wird. Nach einigen Psychotherapien, extra Förderung in der Schule durch zusätzliche Aufgaben, damit er sich nicht langweilt und dann auf dumme Gedanken kommt, und mehr Verständnis von den Eltern erreicht er einen guten Schulabschluss und studiert anschliessend Medizin. Der junge Mann ist ein erfolgreicher Psychologe geworden. Er hat ein eigenes Haus und kann sich etwas leisten.
Auch hier wurde erst abgelehnt, denn der Junge war ja nicht „normal“. Aber jetzt kann man ja sehen, das er etwas geschafft hat. „Er hat sein Leben in den Griff bekommen, etwas erreicht“ Hier kann man sehen, was erreicht wurde.


Als das junge Paar ein Baby erwartet, freuen sie sich. Stolz beobachten sie, wie ihr kleines Mädchen zu einer jungen Dame heran wächst. Das Lernen fällt ihr leicht und so schafft sie einen guten Schulabschluss auf dem Gymnasium. Die Bewerbung bei der Bank für eine Ausbildung zur Bankangestellten wird angenommen und die Arbeit macht ihr Spaß. Die Anerkennung ihrer Vorgesetzten lässt nicht lange auf sich warten, sie wird befördert und nun ist sie Filialleiterin. Tolle Klamotten, schönes Auto, ein eigenes Haus, alles super.
Ihre Eltern leben einsam in einem Altersheim, das Elternhaus wurde verkauft, damit sie die Tochter unterstützen konnten.  Ohne Kontakt zu ihrer Tochter für die sie alles getan haben. Sie will nichts mehr von ihren Eltern wissen.
„Ja, die junge Frau hat doch etwas aus ihrem Leben gemacht, sie hat etwas erreicht“
Oberflächlich gesehen mag das stimmen. Aber wenn man genauer hin schaut lässt der Charakter doch zu wünschen übrig. Und bisher musste die junge Frau noch nie um etwas kämpfen. Was passiert, wenn mal nicht alles so glatt läuft.
Wird sie „ihr Leben auch dann noch im Griff“ haben? Oder stürzt sie dann ab?

Und schauen wir weiter, das ist das Paar, beide Mitte Fünfzig. Sie arbeitet als Lehrerin, er als Informatiker. Also verdienen beide gutes Geld. In den vergangenen Jahren haben sie sich viel aufbauen können. In der Ehe sind sie beide glücklich. Na klar hat es auch mal Diskussionen, Streit gegeben, nicht immer ist alles nur gut gelaufen. Aber sie haben immer wieder zueinander gefunden. Eines Morgens steht der Mann im Badezimmer. Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Unruhe. Er geht ins Schlafzimmer zurück zu seiner Frau. Er will ihr sagen, das er sich nicht wohl fühlt. In dem Moment bricht er zusammen. Er kann nicht mehr richtig reden, ist benommen, der Arm ist taub.
Seine Frau reagiert schnell und geistesgegenwärtig. Sie ruft den Notarzt und Krankenwagen. Im Krankenhaus wird ein Schlaganfall diagnostiziert. Gut, das er so schnell eingeliefert wurde. So können die Ärzte ihn schnell behandeln und nach knapp drei Monaten wird er in die Reha entlassen. Angst und Unsicherheit was nun kommen wird beschäftigt das Ehepaar Nach einem halben Jahr geht es ihm wieder einigermaßen gut. Er kann wieder richtig reden und hat keine Lähmungen zurück behalten. Er kann nicht mehr arbeiten, sondern musste in Rente gehen. So ist das Geld weniger geworden und sie ziehen aus der Luxuswohnung aus in eine kleinere aber auch schöne Wohnung.
Auch wenn die Verwandten und Bekannten, die Nachbarn erst viel Verständnis hatten……...einige Jahre später bekommen sie zu hören: „Na ja, viel erreicht habt ihr ja eigentlich nicht.“ Doch haben sie viel erreicht, sie haben sich einiges aufgebaut, waren immer füreinander da und haben zusammen alles durch gestanden. Und ein Leben gerettet.

Es wird so schnell geurteilt, ohne genauer hin zu sehen. Wie sehr einige Menschen kämpfen müssen, um zu erreichen, das sie leben können. Gesund leben, lachen können, füreinander da sein und zusammen halten. Nicht unbedingt mit viel Geld, aber glücklich und zufrieden mit dem was sie erreichen konnten. Die Voraussetzungen für das was wir schaffen können sind zu verschieden.  Der eine Mensch muss mehr kämpfen, dem anderen wird es leichter gemacht, so ist das Leben.
Aber urteilen darüber, wer was erreicht hat, das steht keinem Menschen zu.
Aber Anerkennung und Achtung zeigen für jeden Menschen, der nicht aufgibt.
Hilfe für diejenigen, die es alleine nicht schaffen können, weil sie zu krank sind, das steht uns allen zu.
Und so sollte jeder vielleicht erst einmal genauer hinsehen, bevor er seine Meinung äußert zu dem Leben anderer.

Anmerkung von regenfeechen:

Akzeptieren, nicht urteilen


 
 

Kommentare zu diesem Text


franky
Kommentar von franky (28.07.2020)
Hi liebes Feechen!

Zu deinen Erzählungen könnte ich auch mein Leben hinzufügen, wie ich als erblindeter mein Leben in den Griff bekommen habe und nun Glücklich mit meiner Frau bald gemeinsam die Pension genießen kann.

Bin sehr beeindruckt von deinen ausführlichen Schilderungen.

Liebe Grüße

Von
Franky
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regenfeechen meinte dazu am 28.07.2020:
Danke Dir, Franky
und meine Hochachtung.
Alles Glück der Welt für dich und deine Frau
LG das Regenfeechen
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