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Prater

Erzählung zum Thema Angst


von Mondscheinsonate

Früher war das wirklich ur-typisch Wienerische der Prater, was heute nicht mehr ist. Da sind kaum noch Wiener oder wenn, dann gehören die Dinge irgendwelchen Firmen, keine Ahnung, aber früher war das eine große Familie, das erzählte mir die Christine, die Freundin meiner Schwester, bereits 73 und ihres Zeichens die Tochter eines Pratermoguls aus damaligen Zeiten. Jeder passte auf den anderen auf, besonders auf die Huren, die Praterhuren waren legendär.
Ich war oft im Prater als ich klein war, liebte schnelle Dinge und je höher, desto besser. Heute habe ich Höhenangst und überhaupt Angst und furchtbar ist alles und ich gehe nicht hin, aber wie auch immer, Zeiten ändern sich und so beschlossen Simone, Sonja und ich die Schule zu schwänzen, um in den Prater zu gehen. Wir waren 13 und das war ein Abenteuer. Doch beim Coronabob wurde mir mulmig, denn wir blieben mit der Gondel oben stecken. Vorerst, das war eine Hochschaubahn und oben angelangt, blieb der Wagen stehen und bewegte sich nicht mehr. Sonja wurde blass, Simone weinte und ich erstarrte, mein Erstarren ist bereits legendär in solchen Situationen, wie auch immer, der Besitzer rief hinauf: "Stromausfall!" Simone fragte: "Wie kommen wir wieder hinunter?" Er: "Springt' s owe, san eh nur 10 Meter, wenn's drei schon g' sprungen seids!" Das war weniger lustig. Das Praterpublikum sammelte sich bereits unten und wartete auf das Ergebnis, welches auch immer (Rammstein: SPRING!!!), es tat sich nichts. Sonja begann zu beten: "Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen!" - "Sonja, warum betest du, das ist voll uncool!" schrie sie Simone an. Sonja fing zu weinen an. Ich sagte: "Nein, das ist nicht uncool, lass sie. Sie hat Angst." - "Ich muss auf's Klo!" schrie ich hinunter, langsam entwickelte sich das Ganze zur Farce, es waren schon 25 Minuten vorbei, der ganze Prater lief zusammen, wir waren auf der Bühne. "Scheiß di ned o, Mädl!" - DER TON!
Das funktionierte nicht. Es ging nicht. "Ich werde nie wieder schwänzen!" rief Simone. "Ich auch nicht!" schrie Sonja. "Aber was!" sagte ich.
Ein Mann kletterte zu uns hinauf, er sagte: "Mädls, gleich kommt die Feuerwehr, ned schreckn!" Und, da kam die Feuerwehr und ich musste an mein Baumerlebnis bei Oma denken, dachte, ich habe doch schon Erfahrung mit der Feuerwehr und der Leiter, aber die standen nur unten und blickten hinauf, dann drehten sie sich um und gingen zum Auto und holten ein Sprungtuch. Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht. Sie riefen hinauf: "Springt nacheinander runter! Das sind nur ein paar Meter, das zahlt sich jetzt gar nicht aus mit der Leiter!"
Die "MariaMutterGottesvollderGnade"-Sonja sprang als erste, ernsthaft, so mutig und ich sah ihr zu, sie federte nur leicht nach. Dann sprang Simone, auch sie federte leicht und dann wäre ich an der Reihe gekommen, aber ich bewegte mich nicht. "Spring! Mädl!" (damals gab es das Rammsteinlied noch nicht.) Nein, ich bewegte mich nicht. "Hosenscheißerin!" riefen junge Buben hinauf. Es war mir egal, ich blieb sitzen. "Sei ned deppert!" schrie eine alte Frau hinauf. "Hurenkind!" schrie eine junge Frau. "Geh! Lasst doch das Kind in Ruh'!" meinte ein Vater mit seinen Söhnen. Die Feuerwehrmänner meinten: "Komm, halb so wild!" Ich blieb sitzen. Ich konnte nicht. Niemand bringt mich da hinunter, dachte ich und genau in dem Moment, in dem ich das dachte, bewegte sich die Gondel und ich fuhr mit einem Schwung hinunter und nochmals hinauf und nochmals hinunter und jauchzte vor Angst, nicht Freude, weil ich keine Lust mehr auf Spaß hatte und dann kam sie zum stehen. "Na, ois dann, geht jo!" sagte der Besitzer. Ich hasste ihn. Die Menge löste sich langsam auf. Die Huren standen noch da, eine sagte: "Pupperl, bist a echte Prinzessin!"
Ich glaube, das war kein Kompliment.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Stelzie (55) (30.07.2020)
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Mondscheinsonate meinte dazu am 30.07.2020:
Oh, lieb!
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (30.07.2020)
schwänzen KOMMAum
"Vorerst, das war eine Hochschaubahn und oben angelangt, blieb der Wagen stehen" ???

Zu viele Austriazismen verderben die allg. Textverständlichkeit.

Ansonsten gerne gelesen.

Dem Wiener Prater wurde unlängst mit Die wilde Maus (Österrecuh/Deutschland 2017) ein neues cineastisches Denkmal gesetzt. Von Carol Reeds The Third Man (1949) will ich gar nicht erst anfangen...
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Mondscheinsonate antwortete darauf am 30.07.2020:
Danke. Normalerweise bleiben Hochschaubahnwägen nicht auf Dauer stehen. :-D

Antwort geändert am 30.07.2020 um 18:19 Uhr
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Kommentar von Aha (53) (31.07.2020)
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Mondscheinsonate schrieb daraufhin am 31.07.2020:
Haha!
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Willibald
Kommentar von Willibald (01.08.2020)
Wow!
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Mondscheinsonate äußerte darauf am 01.08.2020:
Merci!
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Kommentar von blackdove (37) (02.08.2020)
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Mondscheinsonate ergänzte dazu am 02.08.2020:
Oh, lieb, Danke. Ja, das war schön früher, echt. Schad....
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RainerMScholz
Kommentar von RainerMScholz (29.08.2021)
Danke für das Rosenkranzgebet, ich hab´s nicht mehr zusammenbekommen.
Grüße,
R.
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Mondscheinsonate
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Veröffentlicht am 30.07.2020, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 31.07.2020). Textlänge: 655 Wörter; dieser Text wurde bereits 168 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 06.10.2021.
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