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33 - Gegen den Verstand, gegen die NaturInhaltsverzeichnis35 - Brief von Moritz von Werrentheim an seinen Vater (Auszug, ohne Datum)

34 - Kriegsrat

Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Bei den meisten Einwohnern der Grafschaft ist er nicht sehr willkommen. Anhand der Berichte von und mit Hilfe von Doktor Himmelblau findet er heraus: Die Bestie ist höchstwahrscheinlich ein Mensch. Dann schlägt sie wieder zu. Das Opfer ist Helene Ümmler, die Stiefmutter des ersten Opfers. Das "gesunde Volksempfinden" treibt die Menschen aus Werrentheim dazu, eine alte Frau als Hexe verbrennen zu wollen. Erik rettet sie aus der Gewalt des aufgebrachten Pöbels.




Str.k.:  Das war sehr mutig.
E.v.B.:  Nicht unbedingt. Der Mob ist eher feige und fürchtet die Entschlossenheit.
M.v.W.:  Eine maßlose Untertreibung! Das waren an die hundert Männer und Frauen! Oh, leben wir denn immer noch in so finsteren Zeiten?
E.v.B.:  Nicht, wenn wir das Licht der Vernunft hochhalten.
M.v.W.:  Vernunft. Ja. Aber gerade darum war ich verwundert. Du sprachst von Gott. Ich hatte den Eindruck, dass in deiner Welt Gott schon lange gestorben sei.
E.v.B.:  Da irrst du dich. Ich glaube an Gott, sehe in ihm den Allmächtigen. Woran ich nicht glaube, ist Mutter Kirche.
Str.k.:  Der Herr Pfarrer würde Euch widersprechen und sagen, dass es das eine ohne das andere nicht gibt.
E.v.B.:  Weil er nur so ein gutes Leben führen kann und sich um das, was in der Bibel steht, keine Gedanken machen muss.
Str.k.:  Halleluja!
(Alle drei lachen.)

E.v.B.:  Aber wenn wir so unter uns sind, sagst Du Erik, mein Freund Karl.
Str.k.:  Was?
E.v.B.:  Gott hat uns alle gleich geschaffen. Meister und Diener sind eine Erfindung des Menschen. Beileibe nicht seine Beste. Wir müssen dort leben, wo wir sind und uns an die Ordnung halten, die dort ist. Doch zumindest hier können wir ausbrechen.
M.v.W.:  Zu wenige tun das.
E.v.B.:  Du weißt, dass ich das auch so sehe. Aber lassen wir das für den Augenblick. Karl, wie geht es den beiden? Ich schätze Maja kümmert sich gut um sie?
Str.k.:  Sie tut was sie kann.
M.v.W.:  Was nicht wenig ist.
Str.k.:  Sie ist klug. Viel klüger als ich. Der Herr Doktor lächelt immer, wenn er bemerkt, was sie alles schafft. Und er lächelt nicht sehr oft. Auf jeden Fall schlafen ihre Tante und Trudwin sehr viel und das kann nichts Schlechtes sein.
M.v.W.:  Warum hat sie Dich so angeschrien, Erik? Die alte Tante meine ich.
E.v.B.:  Ich weiß es nicht. Es war auch nicht das erste Mal. Als ich mit Amarant in den Wald, in dem sie lebt, geritten bin, ist so etwas schon einmal passiert.
M.v.W.:  Als ob sie dich kennt. Hast Du sie schon einmal gesehen?
E.v.B.:  Wie gesagt, zwei Mal. Und jedes Mal hat sie mich angebrüllt. Als sei ich der Leibhaftige selbst. Dabei habe ich sie zuvor noch nie getroffen, so viel ist sicher.
Str.k.:  Vielleicht sieht sie ja tatsächlich mehr als wir, hat das zweite Gesicht?
E.v.B.:  Niemand kann jemand wiedererkennen, wenn er ihn zum ersten Mal sieht!
M.v.W.:  Das denke ich auch.
Str.k.:  Seltsam.

E.v.B.:  Ja, dass ist es. Aber es ist nicht das, worüber ich mir Gedanken mache. Im letzten Herbst hat der Baron Brachwitz die große Jagd durchgeführt. Einen Tag danach hat die Bestie, wenn wir sie so noch nennen dürfen, zugeschlagen. Und dann war Ruhe. Sehr lange Ruhe. Den Berichten nach hat die Bestie noch nie so lange geruht. Immerhin ist es jetzt schon bald Sommer.
M.v.W.:  Oh! Das habe ich gar nicht bemerkt. Aber es stimmt, ja.
Str.k.:  Vielleicht haben wir die Ruhe einfach genossen ohne zu begreifen, dass es nur ein Atemholen war, zu viel gehofft und zu wenig getan.
M.v.W.:  Hm…
E.v.B.:  Vorwürfe bringen uns nicht weiter. Außerdem gewinne ich immer mehr dein Eindruck, dass hier nichts ohne Grund geschieht. Kaum bin ich etwas länger als eine Woche hier, da schlägt die Bestie wieder zu.
M.v.W.:  (entsetzt) Aber was hast Du denn damit zu tun?
E.v.B.:  Gar nichts. Und alles. Vielleicht. Ich meine nicht mich. Aber sobald jemand mit königlichem Auftrag in Werrentheim auftritt, ist es vorbei mit der Ruhe. Und nicht nur das. War es wirklich ein Zufall, dass Helene Ümmler das Opfer war?
M.v.W.:  Zu der Ümmler kann ich nichts sagen. Ich weiß nur, dass es nicht an dir liegen kann, denn eigentlich haben wir dich - also einen königlichen Abgesandten - viel früher erwartet. Die Papiere waren auf jeden Fall schon länger unterwegs. Was bedeutet, dass, wenn Du eher hier gewesen wärst, die Bestie erst nach Monaten wieder zugeschlagen hätte.
E.v.B.:  Das macht Sinn. Und die Sache wieder komplizierter.
Str.k.:  Geht es womöglich um den Bericht? Dazu wüsste ich etwas.
M.v.W.:  Welchen Bericht?
E.v.B.:  (eifrig) Ja, den Bericht. Den Bericht von Brachwitz an den König. Darüber weißt Du etwas?
Str.k.:  Das muss nicht stimmen. Vielleicht ging es auch um einen anderen. Ich habe nur geraten.
E.v.B.:  Keine langen Vorreden, die nichts bringen. Erzähl was du weißt!

Str.k.:  Es ist einen Monat her, vielleicht auch ein wenig mehr, zwei Monate. Maja und ich hatten einen dummen Streit. Nichts, was es zu berichten oder zu streiten lohnt. Später hat es uns beiden sehr Leid getan. Auf jeden Fall hatte ich eine Stinkwut. So bin ich in die Goldene Hirschkuh gegangen und habe getrunken. Ich habe mehr getrunken, als es gut ist. Sternhagelvoll war ich, ganz ehrlich. Dann, der Wirt wollte schon dicht machen und mich, war der Letzte, vor die Tür setzen, da kommt ein Offizier hereingetorkelt. Gegen den war ich stocknüchtern. Brüllt nach Wein und setzt sich zu mir. Kreischt, plärrt und weint. Ihn rauszuschmeißen hat der Wirt sich nicht getraut. Außerdem war er spendabel. Wir haben zusammen gesoffen wie die Stiere. Alle drei.
E.v.B.:  Wenn ich raten müsste: Hauptmann Hinrich von Leffersingen!
M.v.W.:  Sturzbetrunken. Wie immer.
Str.k.:  Ja, aber das habe ich erst später erfahren oder begriffen. Und ich kann euch sagen, ihr solltet nicht so hart über ihn urteilen. Das erzähle ich später. Auf jeden Fall haben wir so manchen Humpen geleert. Da konnte ich mich hinterher nicht mehr an viel erinnern. Doch zwei Dinge, ja, die wusste ich noch. Er beschwerte sich, dass der Baron ihn angeschnauzt hätte, als sei er ein Gemeiner, weil er einen Bericht, anstatt ihn abzuschicken, monatelang in seinem Rock mit sich getragen hätte. Einen Bericht über diese verschissene Knallerei. Genau das hat er gesagt: diese verschissene  Knallerei.
M.v.W.:  Die Jagd des Baron!
E.v.B.:  Ohne Zweifel. Und was war dann?
Str.k.:  Ich denke, der Herr Hauptmann ist ein sehr feinfühliger Mensch. Irgendwann hat er erzählt, dass der Baron im Kriege einhundert Gefangene hat füsilieren lassen. Einfach so, ohne Befehl, weil ihm danach war. Er war sehr erschrocken und ich denke, da hat er mit dem Trinken angefangen. Der Oberst war sein großes Vorbild, aber wenn er nun von ihm erzählte, nannte er ihn nur noch Baron von Mörderwitz.  (zögert)  Zumindest glaube ich, dass es so war. Aber ihr könnt ja den Wirt fragen. Womöglich erinnert der sich noch. Gehört haben muss er es. Außerdem hatte er am wenigsten von uns dreien intus.
(Stille)

E.v.B.:  Das alles ist seltsam. Und womöglich hat es gar nichts mit unserer Sache zu tun. Aber zumindest weiß ich endlich, was ich tun sollte.
M.v.W.:  Und was?
E.v.B.:  Ich sollte mit dem Herrn von Leffersingen mal reden. An einem abgeschiedenen Örtchen und bei einer guten Flasche Wein. Das wird seine Zunge schon lösen. Aber eins nach dem anderen. Zunächst einmal werde ich mich auf die Suche nach dem Versteck unser Bestie machen.
M.v.W.:  Versteck?
E.v.B.:  Jeder Mensch braucht ein Versteck.
M.v.W. und Str.k.:  (zusammen)  Jeder Mensch?
E.v.B.:  Oh ja, ein Mensch. Unsere Bestie ist kein Tier, kein Monster und auch keine Heimsuchung des Himmels. Ein Mensch hat all das angerichtet. Mit seinen eigenen Händen. Warum dieser Mensch das tut, weiß ich nicht. Aber ich bin mir sicher, dass dem so ist. Und ich habe auch so eine Ahnung, wo ich zu suchen habe.
M.v.W. und Str.k.:  (zusammen)  Wo denn?
E.v.B.:  Im Hexenwald!




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

14 - Kriegsrat


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (01.08.2020)
Zu den stilistischen Möglichkeiten der analytischen Detektion gehört selbstverständlich auch der Dialog, den du hier gekonnt einsetzt.
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TrekanBelluvitsh meinte dazu am 02.08.2020:
Danke. Dialoge schreiben macht aus Spaß.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (19.08.2020)
Ein interessanter Wechsel im Erzählstil.
Diesmal ein ganzes Kapitel in Dialogform!
TT
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TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 19.08.2020:
Dialoge schreiben macht Spaß. Außerdem ist es - wenn man sich nur auf das Geschriebene konzentriert - eine Möglichkeit, viel Informationen auf wenig Raum zu präsentieren.
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33 - Gegen den Verstand, gegen die NaturInhaltsverzeichnis35 - Brief von Moritz von Werrentheim an seinen Vater (Auszug, ohne Datum)
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 01.08.2020. Textlänge: 1.312 Wörter; dieser Text wurde bereits 39 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.09.2020.
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