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34 - KriegsratInhaltsverzeichnis36 - Im Verlauf des Tages

35 - Brief von Moritz von Werrentheim an seinen Vater (Auszug, ohne Datum)

Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Bei den meisten Einwohnern der Grafschaft ist er nicht sehr willkommen. Anhand der Berichte von und mit Hilfe von Doktor Himmelblau findet er heraus: Die Bestie ist höchstwahrscheinlich ein Mensch. Dann schlägt sie wieder zu. Das Opfer ist Helene Ümmler, die Stiefmutter des ersten Opfers. Das "gesunde Volksempfinden" treibt die Menschen aus Werrentheim dazu, eine alte Frau als Hexe verbrennen zu wollen. Erik rettet sie aus der Gewalt des aufgebrachten Pöbels.




Mein lieber Herr Vater,

leider sind wir im Streit voneinander gegangen. Ich bin mir sicher, dass Ihr eure Meinung nicht geändert habt. Müsste ich an eurer Stelle sein, würde ich es wohl auch so sehen wie Ihr. Warum ich euren Willen verstehen und ihm folgen kann. Zu meinem tiefsten Bedauern kann ich ihn jedoch nicht befolgen.

(…)

Seit ich ein Knabe war, habt Ihr mir mitgegeben, der Vernunft und dem Herzen zu folgen, so gut ich nur kann für Ausgewogenheit zu sorgen. Auch meine Lehrer haben immer wieder so auf mich eingewirkt. Wie mein Herz von all den Ereignissen getroffen wurde, muss ich Euch nicht sagen. Es geht Euch ja nicht anders. Auch die Jahre werden kaum zu heilen vermögen, was diese Bestie gegen uns angerichtet hat.

Doch ebenso laut ruft mein Verstand mir Fragen zu. Nichts, was ich weiß, vermag ihn zum Schweigen zu bringen. So viel Unbeantwortetes breitet sich vor uns aus. Ein jeder, der all das miterleben musste, weiß, dass es die beantworteten Fragen weit übersteigt.

(…)

Ihr mögt es nicht einsehen wollen, wie die meisten Menschen, die sich in unsere Grafschaft dem Wiederaufbau verschrieben haben. Doch auch wenn sie schon lange schweigt, so wissen wir noch nicht einmal, ob das Leben der Bestie in jener schicksalhaften Nacht ein Ende fand. Ihr könnt womöglich mit dieser Ungewissheit leben und all das, was sonst noch geschehen ist, aus eurem Denken verbannen. Ich, mein lieber Herr Vater, kann das nicht.

Tag für Tag, Nacht für Nacht, plagen mich die Dinge, die ich nicht weiß, die Lücken, die all das Geschehene in mir geschlagen hat. Herz und Verstand können so nicht weiterleben. Ich kann nicht so tun, als sei alles so, wie wir es uns gerne denken. Und darum kann ich euren Wünschen nicht folgen. Ich erbitte eure Verzeihung, ohne zu erwarten, dass Ihr sie mir gewährt.

(…)

Aber ganz gleich, von welcher Seite man es auch betrachten mag, so gibt es doch nur einen Menschen, der all die Fragen beantworten kann, nicht nur, weil er es erlebt hat, sondern auch weil er der klügste Mann ist, den ich jemals kennenlernen durfte: Erik von Berensiel. So bin ich ungehorsam gewesen und habe mich auf die Suche nach ihm begeben. Einiges habe ich bereits herausgefunden. Doch dadurch haben sich die Fragen nur vermehrt. Ich will Euch nicht alle Einzelheiten schildern, auch weil ich noch nicht genug zusammengetragen habe. Es steht nur fest, dass Erik von Berensiel in die Neue Welt abgereist ist.

Lange habe ich mit mir gerungen, habe mich gefragt, ob ich euch auch das noch antun kann. Verzeiht mir, mein lieber Herr Vater. Ich habe ich beschlossen, dass es von Nöten ist. So bin ich nach Hamburg gereist und werde die Passage machen. Auf die Wappen von Emden werde ich mich einschiffen und mich gleichfalls in die Neue Welt begeben. Ihr kennt mich und wisst, dass es immer mein Wunsch war, so viel, wie es nur geht, von der Welt zu sehen. Darum harre ich aufgeregt der Dinge, die da kommen. Die Suche nach Erik werde ich aber immer als Erstes bedenken.

Sobald es Neues zu berichten gibt, werde ich Briefe verfassen und mich auch sonst regelmäßig bei Euch, meinem hochgeschätzten Herrn Vater, melden.


Euer euch liebender, aber ungehorsamer, Sohn
Moritz von Werrentheim




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

15 - Brief von Moritz von Werrentheim an seinen Vater (Auszug, ohne Datum)


Der nächste Teil folgt am Dienstag.


 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (02.08.2020)
Dieser Brief ist ein wunderbarer Einfall, um mehr Licht in die Geschichte zu bringen. Er trägt zu der Vielfalt von Textsorten bei, die in dem Roman zur Anwendung kommen.
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh meinte dazu am 02.08.2020:
Was soll ich sagen? Ich konnte es einfach nicht lassen, den Leser noch etwas mehr auf die Folter zu spannen.

Davon abgesehen: Die letzten beiden Kapitel - Kriegsrat und eben dieses mit dem Brief, kennzeichnen so etwas wie die Mitte des Romans.
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (02.08.2020)
Wenn Erik von Berensiel in die Neue Welt abgereist ist, könnte er doch auch KaVau beitreten!

Das wäre amüsant und sicherlich der Bestie, dem Vater und dem Erzähler gleichermaßen lieb.

Und mir erst!
diesen Kommentar melden
TrekanBelluvitsh antwortete darauf am 02.08.2020:
Leider hat dieser Brief kein Datum...
diese Antwort melden

34 - KriegsratInhaltsverzeichnis36 - Im Verlauf des Tages
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 02.08.2020. Textlänge: 634 Wörter; dieser Text wurde bereits 23 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 10.08.2020.
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