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Vanillepudding bei Frau Oberbauer

Erzählung zum Thema Erinnerung


von Mondscheinsonate

Bei Frau Oberbauer gab es immer selbstgemachten Vanillepudding und in ihrer Badewanne schwammen manchmal Fische, denn der Herr Oberbauer war ein Fischer und dann erschlug er sie mit einem Prügel und die Frau Oberbauer musste das Bad danach putzen. Die war so lieb, die Frau Oberbauer, die passte auch sehr auf mich auf und es war überhaupt so, dass die Mama manchmal sagte, dass sie "gleich kommt", da war ich sieben oder acht und dann kam sie drei Tage später erst wieder und da lernte ich, dass man sich selbst versorgen musste und da läutete ich bei den Nachbarinnen, die mir zu essen gaben. Ich war aber nicht unglücklich, eher, wenn die Mama wiederkam, weil dann war sie betrunken und zumeist brachte sie jemanden mit und dann konnte ich ewig nicht aus meinem Zimmer, weil sie Sex hatte und unsere Zimmer waren so blöd angelegt, dass man durch alle Zimmer durchgehen musste und meines war ganz hinten und dann saß ich und musste schon so dringend aufs Klo und manchmal hielt ich es nicht aus und lief schnell durch, aber sie war zu betrunken, um zu merken, dass ich durchlief. Und, ich fand das so ekelig, dass die Mama stets wechselnde Partner hatte und manchmal bekam sie auch Geld, aber nicht wie ein Hure, sondern sie bat um Geld für ihre Tochter zum Essen kaufen, ging aber damit wieder saufen. Unser Kühlschrank war immer leer, aber ich hatte die Frau Oberbauer oder die Frau Frühwirth, auch den Ronny oder die Dagmar. Ich glaube dennoch, dass ich davon einen Schaden davon getragen habe, weil ich würde jetzt niemals bei den Nachbarn läuten, wegen nichts. Und, auch schockierte mich, dass der B. genauso war wie meine Mutter, ganz gleich, exakt in jeder Bewegung. Alles habe ich nochmals erlebt, jede Einzelheit, nur, dass diesmal Sex im Spiel war und das mit mir. Genug.
Auf jeden Fall, der Herr Oberbauer starb während des Stuhlgangs, er bekam einen Herzinfarkt auf der Toilette und kam ur-lange nicht heraus, das machte die Frau Oberbauer unrund und sie rief den Hausmeister an, dass er ihr die Toilette aufsperren hilft und dann riefen sie die Rettung an, aber es war zu spät und da waren noch Fische in der Badewanne, die nahm die Frau Oberbauer heraus, gab sie in einen Kübel mit Wasser und ging mit den Fischen zum Donaukanal hinunter, warf sie dort hinein. Sie sagte: "Die sollen wenigstens noch leben."
Frau Pfenning schüttelte den Kopf, schrie ihr nach: "Hilde! Was hast denn mit die Fisch g' macht?"
Wir saßen alle im Hof und sahen ihr nach wie sie in sich gekehrt vorbeiging. Die Frau Anders meinte: "Na ja, der Mann war ihr einziger Lebensinhalt, jetzt hat sie keine Aufgabe mehr."
Ich hörte das und läutete bei Frau Oberbauer an und sagte: "Mach mir bitte einen Pudding! Du brauchst eine Aufgabe!"
Sie sagte: "Von wem hast denn das schon wieder? Von den alten Waschweibern da unten? Komm rein, ich mach dir einen Pudding, aber weil ich das gern mach!"
Und, da machte sie mir am Tag der Beerdigung ihres Mannes einen Pudding und wir aßen beide traurig. Ich war nicht nur wegen dem Herrn Oberbauer traurig, sondern auch wegen der Mama, weil sie diesmal nicht drei Tage, sondern schon fünf weg war und da rief die Frau Oberbauer meinen Papa an und der sagte, dass er jetzt eine neue Familie hat, er kann sich nicht um mich kümmern. Das war so damals, aber der Pudding war gut.
Die Mama sagte: "Geh nicht immer zu der Depperten!"

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (07.08.2020)
hallo Cori, diese Texte berühren mich sehr, weil du weder klagst noch anklagst.
Liebe Grüße
Ekki
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Mondscheinsonate meinte dazu am 07.08.2020:
Danke.
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minze
Kommentar von minze (08.08.2020)
sehr lebendig. diese lustigtragisch, unebdarft kindliche Perspektive finde ich schön, v.a. wenn du drin bleibst und nicht in eine Wertung der nun Erwachsenen etc. übergehst.

ich finde den letzten Satz zu viel.die Schilderung der Mutter ist so stark,es braucht keine solche platzierte äußere Wertung. schade, dass du B. abkürzt, denn sonst werden ja Namen verwendet. aber es macht dem Text nichts aus, ein Minifurzdetail.

Kommentar geändert am 08.08.2020 um 07:14 Uhr
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Mondscheinsonate antwortete darauf am 08.08.2020:
Du hast recht, ich gebe den Satz weg. Dank dir!
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Mondscheinsonate
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Veröffentlicht am 07.08.2020, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 08.08.2020). Textlänge: 587 Wörter; dieser Text wurde bereits 41 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.09.2020.
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