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Erzählung zum Thema Erinnerung


von Mondscheinsonate

Markus Spiegel entdecke Falco und ist der Grund, warum ich heute Rechtswissenschaften studieren kann. Ich habe mich nicht bedanken können, leider haben wir uns nicht mehr wieder gesehen, aber es trug sich zu, dass ich bei einer großen Plattenfirma in Wien Empfangsdame war und dadurch mit Rang und Namen nationaler und internationaler Stars zu tun hatte. Markus kam oft vorbei, stellte sich zu mir und wir plauderten sehr lange, ganz ungezwungen und damals las ich viel Spinoza, Descartes und Kant, oft hatte ich 12 Stunden Dienst und viel Zeit für das Lesen und ich las grundsätzlich niemals oberflächlich, sondern wollte immer etwas, das in die Tiefe geht und so, ich glaube, deshalb war das, dass wir ins Reden kamen, las ich einen Philosophen und er sprach mich darauf an und wir redeten und redeten, plauderten und er meinte irgendwann, dass ich schlau sei, viel zu schlau für diesen Job und ich sollte unbedingt etwas machen, das mich erfüllen würde und er lachte: "Kannst du singen?" Er redete im nasalen Ton, hatte eine unglaublich schöne Sprache, und ich verneinte, meinte, ich würde alle vertreiben, aber ich kann schreiben und da sagte er, ich soll unbedingt, das Wort wiederholte er ständig, wieder in die Schule gehen und etwas aus mir machen, wenn nicht jetzt, dann, wenn ich soweit wäre und es wäre unbedingt, wieder die Wiederholung, an der Zeit etwas aus meiner Begabung zu machen und er sähe Talente, er ist schließlich dafür da, Talente zu sehen und ich lächelte, weil er Falco entdeckt hatte, als er "Ganz Wien" sang, damals noch bei Dradiwaberl, er erkannte das Talent auf Anhieb und das war ein Ausnahmetalent, das gab mir Auftrieb. Auch Georg Danzer, schon gezeichnet vom Krebs, meinte, ich sollte etwas tun, er sagte: "Mädl, mach was, ehrlich, mach was!" Das war ein lieber Mensch, das kann ich erzählen, ein ausnehmend lieber Mensch, genauso wie Markus.
Ich bin froh, dass ich dann irgendwann soweit war und mich in der Schule anmeldete und es war mein Geburtstag, mein 36ster Geburtstag und ich musste an Markus denken, der mir sechs Jahre zuvor die Ausbildung ans Herz legte, ja, mich drängte.
Ich traf auch Falco, kurz bevor er starb, er nahm sich einen neuen Bassisten oder war er Gitarrist? Ich weiß es nicht mehr, auf jeden Fall den Milan, das war der Freund meiner Freundin und irgendwann saß ich bei ihr zuhause und es läutete an der Tür und ich machte auf und Falco stand davor und ich machte die Tür wieder zu und dann wieder auf und lachte, sagte, es täte mir leid, das war der Schock und er lachte, meinte, so schlimm sei er doch auch nicht, Pupperl, ich war damals 20, kurz bevor er starb, ja, und ich konnte nicht aufhören, ihn anzustarren, weil ich fand ihn stets sehr attraktiv, man kann sagen, ein Traummann, er lächelte und ich auch, dann starb er, sehr tragisch, das war für mich schlimm, wirklich schlimm, ich musste an das Lächeln denken.
Und, im Keller der Plattenfirma lagen achtlos die Gold- und Platinschallplatten von Michael Jackson, weil oben schon so viele waren, da war kein Platz mehr und die lagen achtlos im Kellerabteil und für mich war das unfassbar und die Tapes von Falco waren auch drinnen und dann kam es zu einem Wasserrohrbruch und ich lief im Keller hin und her, war nervös, schleppte alles hinaus, ich war alleine, keiner war mehr im Haus, das machte mich ganz fertig, dass ich die goldenen Schallplatten von den Stars aus dem Nass holen musste, ich trug ernsthaft unzählige Schallplatten hinaus und das Wasser stand bis zu den Waden, erst dann kam die Feuerwehr, draußen war, was so selten war, aber genau an dem Tag, ein Schneesturm und sehr hoch lag der Schnee, bedeckte Wiens Straßen und dort, wo ich war, war noch nicht geräumt und da brauchte die Feuerwehr länger und ich trug und trug und die Feuerwehr half mir dann, ein junger Mann half, war auch ganz fertig wie ich und meinte, er trägt eine Schallplatte von Michael Jackson, die hatte er in den Händen, er könne es nicht fassen und ich sagte ihm nicht, dass er die nicht in den Händen getragen hatte, vermutlich nicht, weil die Künstler welche bekommen und die Plattenfirma ebenso, die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, aber er freute sich so, ich wollte ihm die Freude nicht nehmen und ich trug Falcos Platten hinaus und das Wasser überflutete das Abteil ganz, das Rohr war oberhalb gebrochen, da kam es sturzbachartig heraus, bis die Feuerwehr das Wasser abdrehte, aber das tat sie erst, nachdem ich auf der Toilette war, das war lieb, aber auf jeden Fall sehr dramatisch der Vorfall und dann starb Michael Jackson auch noch.
Auf jeden Fall erzählte ich das Markus und auch von Falcos Lächeln und Markus sagte wehmütig: "Ja, der alte Charmeur!!" Und, was den Kellervorfall anging, so meinte er, "Gott sei Dank, den Tapes ist nichts passiert, Dankeschön!"

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von blackdove (12.08.2020)
Inspirierend ist er, dein Text! Ich bin nun 36, überlege mir, ob ich noch eine Ausbildung machen kann, oder nicht schon zu alt bin (so ungefähr jeden Tag, während ich im Mumok auf Kunstwerke aufpasse). Und dann lese ich dich und denke mir, das ist ein Wink des Schicksals

Danke! Und cool, dass du diese tollen Persönlichkeiten kennenlernen konntest... ich kenne sie alle nur aus dem Fernsehen oder halt durch ihre Lieder...


Liebe Grüße, Stefanie
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Mondscheinsonate meinte dazu am 12.08.2020:
Mach! Dringend! Es ist nie zu spät! Mumok...schön! Ich hab viele Ausbildungen seitdem gemacht, Lehrabschluss, Matura, Kurse, ...Rechtswissenschaften und Kriminologie sowie Latein, hab im Sommer 2021 zwei Bachelor, wenn alles gut geht und RW dauert halt noch...egal, mach!
Ja, das war eine schöne Zeit, wirklich, hab 100erte CDs bekommen, lach, ich muss die mal entsorgen.

Antwort geändert am 12.08.2020 um 20:01 Uhr
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Mondscheinsonate
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Veröffentlicht am 12.08.2020, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 12.08.2020). Textlänge: 819 Wörter; dieser Text wurde bereits 55 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 20.09.2020.
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