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02 - BeirutInhaltsverzeichnis04 - Zweifel

03 - Pascha

Erzählung zum Thema Aufwachen


von TassoTuwas

Am späten Nachmittag des dritten Tages tauchten plötzlich Uniformierte mit gepanzerten Wagen vor dem "Four Seasons" auf, Sprachfetzen flogen hin und her. Erleichtert stellten die im Keller Ausharrenden fest, dass es sich um Militärs der regulären Truppen handelte. Die Soldaten winkten aufgeregt, liefen hektisch herum und gaben ihnen zu verstehen sich umgehend in die Fahrzeuge zu begeben, an deren Rückseiten sich die Türen öffneten. Die Eigeschlossenen drängten aus dem Keller, stolperten die Treppe hinauf, um im Freien in geduckter Haltung, eine Hand vor Augen zum Schutz vor der ungewohnten Helle und nach Deckung Ausschau haltend, zu den Wagen zu hetzen. Um sie herum pfiffen die Kugeln, klatschten die Geschosse in die nur wenige Schritte entfernten Hausfassaden, sirrten die Querschlägen wie todbringende Rieseninsekten gefährlich nah vorbei.
Auf halbem Wege, eng an der Hauswand entlang, vernahm Robert trotz allen Getöses ein jämmerliches Fiepen, das nur aus einem vor ihm liegenden Schutthaufen kommen konnte. Die anderen hasteten an ihm vorbei, weiter, nur weiter. Später konnte er nicht sagen, was ihn dazu bewogen hatte stehen zu bleiben, sich in den Straßendreck zu knien, so tief in die Lücke im Steinhaufen hinein zu tasten, bis er etwas Weiches erfühlt, das er behutsam heraus zog, so als hätte er alle Zeit der Welt, während es um ihn herum nur darum ging das eigene Leben eilends in Sicherheit der gepanzerten Fahrzeuge zu bringen. In der Hand hielt er ein kleines staubiges Kätzchen.
Die Uniformierten schrien unverständliche Befehle, gestikulierten wild, verschossen ihre Magazine in die Luft. Fast alle aus dem Keller hatten schon in atemlosen Zick-Zack-Lauf die Wagen erreicht und waren darin verschwunden. Die Motoren heulten auf, die ersten Wagen rollten an. Robert schob das zappelnde Stückchen Fell mit Augen in die Brusttasche, sprang auf, hetzte alle Vorsicht außer Acht lassend quer über die Straße, erreichte noch so eben die aus der Tür das letzten Fahrzeugs heraus gestreckten Hände, wurde gepackt und schonungslos hinein gezerrt, blieb atemlos keuchend auf dem Boden liegen, die Arme vor der Brust gekreuzt, um seinen Tascheninhalt zu schützen.

Der Konvoi beschleunigte mit durchdrehenden Reifen, raste in halsbrecherischer Fahrt durch Schlaglöcher, über Bordsteine und Trümmerreste, kreischte mit unvermindertem Tempo um Abbiegungen. In der Enge das Gefährtes wurden sie erbarmungslos gegeneinander und hin und her geschleudert. Endlich nach unzähligen Richtungsänderungen verlor das Gerüttel an Heftigkeit, hatte die Kolonne die Ausfallstraße zum Flughafen erreicht. Durch die Sehschlitze blickten sie aufatmend zurück auf die brennende Stadt, in deren Himmel die Rauchsäulen wuchsen.
Erst als sich die Maschine nach dröhnend steilem Startflug der Reisehöhe näherte, als sie im weiten Bogen vom Land weg auf das Mittelmeer hinaus drehte und man tief  unten im Licht der untergehenden Sonne die Küstenlinie erkannte, das Festland langsam in den Hintergrund wanderte und die Stadt sich zum dunklen Punkt verkleinerte um endlich ganz zu verschwinden, bemerkte er das Kratzen und leise Jaulen unter seinem Jackett.
Er griff in die Brusttasche und zog vorsichtig das ängstliche, alle vier Pfoten von sich streckendes Kätzchen hervor, zwei große Augen, zwei spitze Ohren, ein stupsiges Näschen, ein weit aufgerissenes kleines Maul, mit zwei Reihen winziger Zähne. Er sah das halb volle Glas Gin-Tonik vor sich auf dem Klapptischchen, stürzte es herunter, drückte den Rufknopf und gab bei der verdutzt schauenden Stewardess eine neue Bestellung auf, noch einen doppelten Gin -Tonik und ein Schälchen Milch.

Sie waren dem Inferno entronnen, er und der Perserkater, dem er später den Namen Pascha gab und er hätte sein altes Grammphon darauf verwettet, dieser Anfang würde für eine lebenslange Freundschaft reichen.

 
 

Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (01.09.2020)
Hallo mein Freund, deine fesselnde Erzählung hat nur einen Nachteil: das Thema "Aufwachen". Wie kannst du nur meinen, dass man dabei einschläft?
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TassoTuwas meinte dazu am 01.09.2020:
Hallo Ekki,
da triffst du einen wunden Punkt, denn trotz der großen Auswahl, so richtig glücklich bin ich damit nicht.
Sollte noch was Treffenderes finden, ändere ich es.
Herzliche Grüße
TT
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TassoTuwas antwortete darauf am 01.09.2020:


Antwort geändert am 01.09.2020 um 17:27 Uhr
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (01.09.2020)
Very schön, Tasso,

und fulminant beendet. Erinnert mich stark an gelungene Shortstories amerikanischer Machart.

Daumen hoch und viele Grüße
der8.
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TassoTuwas schrieb daraufhin am 01.09.2020:
Dear Achter,

thank you very knatter. Ei feel mich matsch geehrt
And hope es geht so on.

Liebe Grüße
TT
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AchterZwerg äußerte darauf am 02.09.2020:
Ich saachmaso: Es geht täglich on und onner.
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AchterZwerg ergänzte dazu am 02.09.2020:
Ich saachmaso: Es geht täglich on und onner.
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AchterZwerg meinte dazu am 02.09.2020:
Ich saachmaso: Es geht täglich on und onner.
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AchterZwerg meinte dazu am 02.09.2020:
Ich saachmaso: Es geht täglich on und onner.
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AchterZwerg meinte dazu am 02.09.2020:
Ich saachmaso: Es geht täglich on und onner.
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AchterZwerg meinte dazu am 02.09.2020:
Ich saachmaso: Es geht täglich on und onner.
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TassoTuwas meinte dazu am 02.09.2020:
Muss ich mir jetzt Sorgen machen?!?!
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Al-Badri_Sigrun
Kommentar von Al-Badri_Sigrun (01.09.2020)
Lieber Tasso,

nur gut, dass sich die Menschen aus dem Kellerverlies nach drei Tagen retten konnten. Die Geschichte mit Pascha, dem Kätzchen, ist hierbei besonders berührend.

Doch wie mag es Robert jetzt gehen, nachdem sich Dorothee zusammen mit seinem geliebten Kater auf und davon gemacht hat?

Gibt es noch einen vierten Teil?

Herzliche Grüße
Sigrun
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TassoTuwas meinte dazu am 01.09.2020:
Hallo Sigrun,
freu mich, du bist voll im Geschehen!
So viele Fragen lassen sich leider nicht in einem Kapitel beantworten aber in vieeeelen weiteren.

Liebe Grüße
TT
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (01.09.2020)
Es ist ein gut dokumentiertes Phänomen, dass Menschen - insbesondere auch Soldaten - im Chaos des Krieges besonderes Mitleid für Tiere entwickeln können. Und das hast du hier gut und passend beschrieben.
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TassoTuwas meinte dazu am 02.09.2020:
Meine einfache Erklärung geht so.
Menschen töten aus Hass, weil sie sich im Krieg als Feinde sehen.
Tiere hassen nicht, sind immer Opfer!
TT
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LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (01.09.2020)
Schön bildlich- ganz mein Geschmack, mein Lieber.
❤️
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TassoTuwas meinte dazu am 02.09.2020:
Ja, manche Suppe schmeckt auch beim zweiten Ma(h)l.

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ViktorVanHynthersin
Kommentar von ViktorVanHynthersin (04.09.2020)
Eigentlich wollte ich warten bis die Geschichte verfilmt wird, jetzt habe ich sie doch gelesen. Und, sie gefällt mir! Mehr davon.
Herzlichst
Viktor
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TassoTuwas meinte dazu am 06.09.2020:
Viktor, du musst noch etwas warten.

Es gibt mehrere Angebote.
Emmerich will ein Weltuntergangsdrama daraus machen und Tarantino einen Western!

Hoffnungsvoll grüßt
TT
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AvaLiam
Kommentar von AvaLiam (17.10.2020)
Nicht jeder kann von sich behaupten, dass er froh ist, einen Kater zu haben.

In einer zerstörten Welt - zwischen Schutt und Asche, Staub und sterbender Hoffnung auf eine bessere Welt - ein kleines Wesen zu finden, dass daran erinnert, dass es immer Hoffnung gibt, dass die Welt, in der die Szenerie gerade spielt, nicht nur kaputt ist, nicht nur voller Hass und Clan-Kriminalität, sondern auch hier noch Wärme, Herzlichkeit und Leben neben der Hoffnung existieren und man nur nach ihr greifen muss - auch auf die Gefahr hin, dass den eigenen Kopf und Kragen kostet.

Gern les ich weiter.
Herzlich - Ava
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TassoTuwas meinte dazu am 18.10.2020:
Das sind die Situationen, zu denen man später keine Erklärung findet.
Ich denke, dass sind Entscheidungen, bei denen der Verstand ausgeblendet wird und der Mensch in einer Ausnahmesituation aus einem unbewussten Automatismus heraus das Richtige tut.
So werden manche zu Helden!
Liebe Grüße
TT
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02 - BeirutInhaltsverzeichnis04 - Zweifel
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Ferne Lichter so nah..
Veröffentlicht am 01.09.2020, 4 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.09.2020). Textlänge: 576 Wörter; dieser Text wurde bereits 158 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 19.10.2020.
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