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Blickwechsel

Erzählung zum Thema Begegnung


von Moja

Vier Minuten, las Elke auf der Anzeige, der Bahnsteig füllte sich. Ein Mann, zweizentnerschwer, bezopft, verfolgte beharrlich jeden ihrer Schritte. Sie sah weg, geradewegs in das Gesicht eines Unbekannten, der auf sie zu kam und langsam vorüberging. Unauffällig hatte er sie gemustert. Er sah gut aus in seiner hellblauen Jeans, dem hellen Hemd und dem tiefen Blick seiner Augen. Sie wandte sich ab, lief auf und ab, die Blicke des Dicken unablässig auf sich gerichtet. Leute standen gelangweilt herum, lehnten gegen Wände, eine Gleichmut ausstrahlend, die ihre Augen Lügen straften.
Elkes Blick huschte über jeden Neuankömmling, sie erfand Geschichten zu jedem, mischte sich für einen kurzen Moment in ein anderes Leben. Wer war sie in den Augen anderer? Sie wusste es nicht.
Der Fremde, vielleicht ein Marokkaner oder Algerier, umrundete sie in immer kürzeren Kreisen, jedes Mal hefteten sich ihre Blicke ineinander, wie absichtslos. Seine Augen waren wirklich tiefbraun. Sie ging in die entgegengesetzte Richtung.
Noch zwei Minuten. Der Fremde stand nun am Ende des Bahnsteigs, ihr zugewandt, tat, als sähe er sie nicht. Der Zug fuhr ein, sie stieg vorn ein, setzte sich in ein Abteil zu zwei jungen Frauen. Der Mann näherte sich ihrem Abteil, trat durch zur Mitte und hielt sich an der Stange fest. Seine zartgliedrige Hand fiel ihr auf. In der Spiegelung der Scheiben erblickten sie sich und wichen sofort aus. Vor ihr die jungen Frauen in ein Gespräch vertieft, dahinter fing er jeden ihrer Blicke ab. Sein zaghaftes Lächeln griff auf sie über, sprang als Lächeln zu ihm zurück. Alles schien klar.
Nervös nestelte er an seinem Rucksack, er würde gleich aussteigen. Er sah sie fragend an. Ihr fiel nichts ein, sie blieb sitzen, sah ihm nach, als er ausstieg – und lächelte. Wenn er jetzt geht, war es ein schöner Moment, dachte Elke ohne Bedauern.
Er stand auf dem Bahnsteig, sah sie unverwandt an, beide fingen laut an zu lachen, man konnte es im ganzen Zug hören. Schnell sprang er wieder hinein. Die jungen Frauen waren ausgestiegen. Er setzte sich ihr gegenüber. Sie lachten beide, nun unbefangen.
Dann stiegen sie gemeinsam aus.
„Es ist mir peinlich, Sie anzusprechen“, sagte er und senkte die Lider. „Was machen wir nun?“, fragten beide gleichzeitig und sahen sich erwartungsvoll an. Er würde das sonst nie tun, beteuerte er. „Und das soll ich glauben?“ Elke blickte ihm fest in die Augen. „So etwas kommt von Herz zu Herz“, sagte er schlicht. Sie nickte und dachte, es klingt nur so abgedroschen in diesem Land.
Züge fuhren aneinander vorbei, der dröhnende Lärm löschte seine Worte, sie hörte noch: „Ich bin Ägypter, …im Süden an den Sudan“, und verstand, wovon er sprach.
Elke glaubte ihm nicht. Sie achtete auf seinen Akzent. Etwas war falsch, fühlte sie. Aber was war falsch? Sie würde es erfahren, wusste sie genau.

 
 

Kommentare zu diesem Text


ViktorVanHynthersin
Kommentar von ViktorVanHynthersin (14.09.2020)
Letztens kaufte ich Wechselstrom und fragte ich die Verkäuferin, ober Sie mir Wechselgeld herausgeben könne. Daraufhin hatten wir in der Wechselstube wechselwarme Blickwechsel mit anschließendem Stellungs- und Wildwechsel. Das Wechselbalg ist jetzt ein Jahr alt geworden und sein Foto steckt in einem Wechselrahmen. ... was war nochmals das Thema?
Verwechselte Grüße
Viktor
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Moja meinte dazu am 14.09.2020:

WECHSELKURS - konnte Ihnen damit geholfen werden?

wixliwaxli,
Moja
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ViktorVanHynthersin antwortete darauf am 14.09.2020:
Nach dem Wachwechsel schon
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (15.09.2020)
Handwerklich top, aber irgendwie geht es um nichts.
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Moja schrieb daraufhin am 15.09.2020:
Danke, Dieter!
Dein Kommentar ermutigt mich zum Weitermachen, das ist nur der Beginn einer längeren Erzählung, zeigt die erste Begegnung der beiden Hauptfiguren.

Schönen Grüße,
Moja
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Sätzer äußerte darauf am 15.09.2020:
Na, dann bin ich mal gespannt wie es weitergeht.
LG Sä
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Moja ergänzte dazu am 15.09.2020:
Danke, Sätzer!
Ich arbeite dran...

Lieben Gruß,
Moja
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 16.09.2020:
Neeee, so richtig packend ist das nicht, da hilft auch kein bemühter Cliffhanger ("Sie würde es erfahren, wusste sie genau."). Ein dicker, schüchterner Ägypter ist zu wenig, um den Leser bei der Stange zu halten!
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Moja meinte dazu am 16.09.2020:
Dicker Ägypter, wo?
Diese Leser aber auch

Dir auch einen schönen Tag, Dieter!
Moja
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 16.09.2020:
Zwei Zentner = 100 kg.
Und Ägypter sind selten größer als 1,75m...
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Moja meinte dazu am 16.09.2020:
Ein aufmerksamer Leser würde bemerken (Zeile 2/3), dass Elke den 100 kg-Mann beiseite lässt und von einem Unbekannten, angeblich ein Ägypter (größer als 1,75 m, steht nicht im Text) angezogen wird, die Geschichte fängt an, mir Spaß zu machen - dank Dir...

Moja
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Ralf_Renkking meinte dazu am 16.09.2020:
Ich weiß es genau, Dieter ist ein Ethnologe. 😂
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Dieter_Rotmund meinte dazu am 16.09.2020:
Also Du führst neben Hauptfigur Elke in den allerersten Sätzen eine weitere Person ein, um sie dann sofort wieder fallenzulassen?
Das ist ganz schlechter Stil.
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Moja meinte dazu am 16.09.2020:
Keine Sorge, Dieter, die "weitere Person" liegt sicher gebettet in meiner PC-Datei, denn Du weißt ja: Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten...
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