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Genre des Tages, 26.09.2020:
Schauspiel
Ernstes Drama mit tragischen Elementen, aber versöhnlichem Ausgang.
... und was wir daraus machen:

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Recht lang:  00 - Drei Pilotfilme und ein Goldfisch von Dart (5825 Worte)
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Selten gelesen:  In der Dämmerung von AchterZwerg (nur 139 Aufrufe)
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68 - Was einen überkommtInhaltsverzeichnis70 - In der Dunkelheit

69 - Was geschah

Erzählung zum Thema Dunkelheit


von TrekanBelluvitsh

Was bisher geschah:
Grafschaft Werrentheim 1768: Eine Bestie geht um. Erik von Berensiel hat den Auftrag, dem Einhalt zu gebieten. Sehr bald kommt er zu der Erkenntnis: Hier mordet ein Mensch. Die nächste Attacke kann er nicht verhindern. Doch er und seine wenigen Verbündeten sehen sich bestätigt. Das er sich in die Grafentochter Amarant verliebt hat, stört seine Tätigkeit ein wenig. Ein Umsturzversuch im Reich bringt Erik in einen Kerker und an den Rand seiner Kräfte. Nach guter Pflege wieder erstarkt macht er sich wieder an die Untersuchung der Mordtaten. Ein Gespräch mit dem betrunkenen hauptmann von Leffersingen bringt Erstaunliches zu Tage. Sollte Erik nach Werrentheim gelockt werden? Zurück im Schloss überrascht in Amarant in seiner Kammer.Doch sie hegt nichts anderes als finstere Pläne.




Da lachte Erik und das Stilett zuckte für einen kurzen Augenblick. "Könige? Wie kommt es dann, dass ich ihn in jener Nacht, als ich glaubte, einen Schatten zu jagen, beinahe erwischt hätte? Und ich hätte ihn erwischt. Wenn er sich nicht in eure Gemächer geflüchtet hätte. Welch ein Held! Flüchtet unter einen Weiberrock!“

Die beabsichtigte Wirkung des Spotts blieb aus. "Ihr habt ihn aber nicht erwischt. Und jeder, der für den Wolf einsteht, ist ein Krieger. Für den Krieger zählt aber nur der Sieg. Wer fragt schon nach dem wie, wenn alle Feinde tot zu seinen Füßen liegen?"
Wieder lachte Erik. "Du bist mir ein schöner Krieger! Bettest deinen Kopf auf Seidenkissen, reibst dich mit Ölen ein, lässt aber die anderen die Arbeit machen. Und er muss im Wald hausen, wie ein Tier. Müsste ich raten: Seine Lungen sind bereits ruiniert."

Das war nur ein weiterer Versuch. Aber diese Mal funktionierte es. "Meint Ihr, Ihr seid der Einzige, der in der Wildnis überleben könnte? Und zügelt eure Zunge. Spart das bisschen Atem, das Euch noch bleibt. Sorgt Euch um eure eigenen Lunge und höhnt nicht über die mächtigen Tiere. Der Wolf ist ein großer Jäger. Er war es und er wird es immer bleiben. Während der Mensch sich in immerwährenden Kämpfen selbst verstümmelt und zur Strecke bringt, schreiten die Wölfe weiter voran…"

Erik hörte nicht auf zu lachen. Bald war sie dort, wo er sie haben wollte. "Oh, Du zitierst aus der "Wolfsbibel"? Das ist schon etwas besonderes. Darum bringt man ja auch Sechsjährigen bei, Dinge auswendig zu können, von denen sie nichts verstehen, gerne Gedichte. Du bist nicht anders. Und dabei kommst du nicht ohne das Christentum aus. So heißt dein Buch auch Bibel. Wie armselig!" Er warf den Kopf nach hinten und sein Gelächter brach sich an dem hölzernen Baldachin über dem Bett. "Wo einem nichts mehr einfällt, da bedient man sich bei dem, was man kennt, klaut wie ein Rabe. Ich fürchte, niemand wird auf deine Wölfe hören. Aber vielleicht werden sie ja tatsächlich den Sieg davontragen. Ganz einfach in dem sie jeden zu Tode langweilen. Wie soll ich das ernst nehmen? Du, die Wölfe und deine "Wolfsbibel" sind falsch, so falsch wie deine vorgeblich roten Haare."

Ob Amarants Haare von Natur aus rot waren oder nicht, erfuhr Erik nie. Doch er hatte ihren Zorn angefacht wie ein Köhler den Meiler. Jede Freundlichkeit war aus ihrem Gesicht verschwunden. Hass und Zerstörungswille zeichneten ihre Züge. Sie wollte es zu Ende bringen. Mit einem schrillen Schrei hob sie ihre Hände mit dem Stilett über den Kopf. Eriks Herz hatte sie als Ziel für die Klinge ausersehen. Auch wenn sie es niemals verstand, beherrschte eine religiöse Ekstase, dem Wahn nicht unähnlich, Amarants Handeln. Damit einher geht immer die Selbstüberschätzung. Der Wahnbefallene traut sich Dinge zu, die er nimmer kann. Erik hatte gleich gemerkt, dass sie seine Hände nicht fest genug an das Bett gebunden hatte. Knoten gehörten, wie es schien, nicht zum Katechismus der Wolfsanbeter. Mit einer kräftigen Bewegung seiner Hüften beförderte Erik die über ihm kniende Amarant ein gutes Stück in die Luft. Entsetzen mischte sich in ihr Schreien. Vielleicht erkannte sie in diesem Augenblick, dass sie ihren Gegner unterschätzt hatte. Wer vermag das heute noch zu sagen. Ein schneller Ruck und Erik befreite so seine Hände aus der Umfesselung der Seidenschals. Er riss sie nach vorne und stieß Amarant so kräftig er konnte von sich fort. Was dann geschah, hatte er weder bedacht noch erwartet.

Mit großem Schwung flog sie gegen einen der schmalen Holzpfosten an der Front des Bettes. Ein leises Krachen war zu hören und Amarants Körper wurde zurück auf das Bett geschleudert. Er konnte ihr gerade noch ausweichen. Doch das Krachen ließ nicht nach. Es dehnte sich und Erik fühlte mehr als dass er begriff: Dem Bett war das Rückgradt gebrochen! Augenblicklich rollte er sich von ihm herunter. Er landete auf dem Boden. Dabei stieß er gegen einige Kerzen und verbrannte sich die Arme. Amarant hingegen richtet sich verwundert auf. Sie schaute erst auf dem Baldachin und dann zu Erik. Er meinte, so etwas wie Bedauern in ihren Augen zu sehen. Dann brachen die beiden dünnen Holzpfosten an der Front des Bettes. Die Hinteren hielten hingegen noch eine Weile. Einer mächtige Tür gleich schwang das eine Ende des Baldachin hinunter, traf auf Amarant und zerquetschte sie zwischen sich selbst und der Wand. Die Wucht ließ den hölzernen Betthimmel erzittern. Eine Moment lang stand er aufrecht, dann fiel er vornüber. Die Reste eines Menschen hafteten an ihm. Dass Amarant es einmal gewesen war, konnte man nicht mehr erkennen.

Erik starrte auf die Überreste des Bettes oder ins Nirgendwo. Noch nie hatte er einen Menschen so sterben sehen. Schon gar nicht jemanden, den er derart liebte. So bemerkte er nicht, dass abgebrochene Teile des Baldachins die zwei Flaschen mit der seltsamen milchigen Flüssigkeit zerschlugen. Ihr Inhalt spritzte umher und ergoss sich über einige Kerzen. Doch anstatt diese zu löschen, fachte die Flüssigkeit sie an. Sie ließ die kleinen Feuer wachsen. Sie fraßen sich flugs durch alles, was in der Kammer brennbar war. Und was wurde da kein Opfer der Flammen! Im Nu schlugen diese gegen die Tür und versperrten ihm so den Weg. Erst da erwachte Erik aus seiner Starre. Schmerz und Wut kochten in seinem Kopf und seinem Herzen. Weshalb er nicht überlegte, sondern nur handelte. Schnell schlüpfte er in ein Hemd. Rock und Pistolen waren für ihn wegen der Flammen bereits unerreichbar. Nur sein Entermesser konnte er noch greifen. Dann ging er zu der Doppeltür, die auf den Balkon führte und öffnete sie. Frische Luft drang in die Kammer. Sie steigerte die Hitze ins unerträgliche. Sie nährte das Feuer. Ein heißer Wind von den Flammen fort gab Erik einen Stoß und wehte ihn über die hüfthohe Brüstung.

Er fiel!

Er fiel und landete mit einem schmatzenden Geräusch in dem Misthaufen, der direkt unter dem Balkon lag, über den er so oft die Nase gerümpft hatte. Nun rette er sein Leben. Tatsächlich trug Erik nicht eine Schramme davon. Das er nun nicht sehr vorteilhaft anzusehen und zu riechen war, kümmerte ihn  nicht. Er suchte nach seinem Entermesser und fand es bald. Er warf noch einen letzten Blick zu dem Balkon hinauf, um den, in Rauch gehüllt, die Flammen leckten. Dann machte er sich auf den Weg. Er würde ihn für all das bezahlen lassen, die Opfer der Bestie, für Amarant und für noch viel mehr!




- Fortsetzung folgt -

Anmerkung von TrekanBelluvitsh:

25 - Leidenschaften


68 - Was einen überkommtInhaltsverzeichnis70 - In der Dunkelheit
TrekanBelluvitsh
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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes Die Bestie.
Veröffentlicht am 15.09.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 17.09.2020). Textlänge: 1.189 Wörter; dieser Text wurde bereits 26 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.09.2020.
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