Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
Koreapeitsche (25.10.), Verlo (20.10.), corso (20.10.), Jasper111827 (19.10.), ochsenbacke (18.10.), ManouEla (16.10.), zahn (14.10.), Navarone (07.10.), EngelArcade (04.10.), Maddrax (21.09.), Tula (11.09.), HerzDenker (05.09.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 596 Autoren* und 88 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 15.246 Mitglieder und 450.444 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 28.10.2021:
Monolog
Der Ausdruck Monolog (v. griech.: Alleinrede) bezeichnet eine scheinbar ohne einen Zuhörer oder Gesprächspartner gehaltene... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Vorschub. von franky (28.10.21)
Recht lang:  heute nacht von jds (1289 Worte)
Wenig kommentiert:  Die Freude lebt. von franky (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Flötenspieler. von franky (nur 44 Aufrufe)
alle Monologe
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Der fesche Schönling
von Paul207
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil ...? Das bleibt wohl abzuwarten. Sagt ihr es mir!" (Tatzen)

Schnappatmung, oder warum man heute besser bargeldlos zahlt

Kurzgeschichte zum Thema Hilfe/ Hilflosigkeit


von eiskimo

Stell dir vor, du bist beim Lidl und willst noch cash bezahlen. Das Kassen-Display sagt 33,31 Euro. Da du das Portmonnaie noch voller Münzen hast, gibst du der Kassiererin die 3,31 Euro passend und dazu einen 50 Euro-Schein. Die Gute hätte dir also nur einen hübschen Zwanziger-Schein rausgeben müssen.
Tut sie aber nicht. Sie sortiert etwas umständlich 17 Euro in Scheinen und Münzen für dich heraus, legt sie blicklos in die Rückgabe-Schale und wendet sich schon wie ferngesteuert dem nächsten Kunden zu – du spürst auch schon dessen Caddy in den Hacken.
Trotzdem erdreistest du dich, das eng getaktete Kassier-Ritual zu stören. Ja, du wirst sogar etwas energisch, denn dir fehlen ja objektiv drei Euro. Die Kassiererin hat sich nämlich eindeutig vertan. Eindeutig fühlst du dich auch im Recht. „Bitte, geben Sie mir noch die fehlenden drei Euro!“
Unwilliges Innehalten. „Ich kassiere eben den Kunden noch zu Ende!“ Es dauert.
Dann zurück zu dir, zu deiner unverschämten Protestiererei. Hinter der Kasse drängeln schon die nächsten Kunden. Du spürst deren vorwurfsvollen Blicke. Trotzdem rechnest du der Kassiererin sachlich und geduldig ihr Missverständnis vor, den Kassenbon und das Wechselgeld in Vorhalte.
„Sie haben mir nur 31 Cent gegeben!“ kriegst du zu hören. „ Das sehen Sie doch auch auf dem Bon: Gegeben 50,31 Euro!Und Sie haben 17 Euro zurück gekriegt!“
Du weißt natürlich, dass es drei Euro mehr waren, denn du wolltest ja die vereinfachte Rechnung mit dem glatten 20-Euro-Betrag. Und da lässt du dich auch nicht von abbringen, egal was die Frau da eingetippt hat. Jetzt wirst du auch ein bisschen bockig.
„Ich kassiere die Leute noch zu Ende, dann schließe ich extra für Sie!“
Du wartest geduldig, bis die Schlange der Kunden abkassiert bzw. an die andere Kasse umdirigiert  ist. Dann nimmt die Kassiererin ihren Kassenblock heraus.
„Ich mache Kassensturz und kontrolliere das alles nach,“ verspricht sie. „Ich bin gleich zurück.“
Sie geht in eine Seitentür im Laden und bleibt da sieben, acht Minuten verschwunden.
Da du inzwischen ein bisschen angenervt bist, fragst du den jungen Mann an der Nachbarkasse, ob das denn so seine Ordnung habe.
„Warten Sie! Meine Kollegin kommt gleich!“  Sie kommt nicht, aber da Mann kurz danach seine Kasse schließt, verspricht er, die Dame zu holen. Du wartest im sicheren Gefühl, dass Dir nun bald Gerechtigkeit widerfahren würde.
Tatsächlich kommen dann beide zu dir. „Nein, wir bedauern. Aber die Kasse ist in Ordnung – der Ablauf war korrekt!“
Schnappatmung bei dir. Empörung. „Das kann doch nicht sein!“
„Ich habe die Kasse der Kollegin geprüft,“ erklärt dir der junge Mann cool. „Sie selbst müssen sich da mit ihrem Kleingeld vertan haben.“ 
Du selbst willst deine Verstandesklarheit aber nicht in Frage stellen lassen, wähnst dich eher in einem falschen Film. Oder läuft hier etwa die versteckte Kamera?
„Ich gebe Ihnen jetzt unsere Service-Nummer,“ hörst du noch. „Da können Sie ihr Anliegen telefonisch vorbringen.“
Das ist surreal, sagst du dir. Das ist hier echt surreal!
Und wie auf breiigen Wolken verlässt du kurz darauf diesen merkwürdigen Lidl-Laden.  Musst du jetzt wirklich auf bargeldloses Zahlen umsteigen und dich bei jedem Kauf mit scannen lassen?

Anmerkung von eiskimo:

Das Schlimme an dem Text: Es hat sich genau so abgespielt. Und ich schwebe seitdem in der Warteschleife bei dieser Service-Nummer....


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Nimmer (45) (10.10.2020)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diesen Kommentar melden
eiskimo meinte dazu am 10.10.2020:
"Das Adjektiv kafkaesk beschreibt ein unergründliches Gefühl der Bedrohung, der Unsicherheit oder des Ausgeliefertseins, etwa angesichts einer im Dunkeln liegenden Macht...."
Habe das so im Lexikon gefunden - und der Text ist nicht weit weg davon.
vG
Eiskimo
diese Antwort melden
Nimmer (45) antwortete darauf am 10.10.2020:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
eiskimo schrieb daraufhin am 11.10.2020:
Ich habe ein Problem mit dieser Art von Fragen, so von oben herab...
Ich hätte kein Problem, mich in der Sache und am Text auseinanderzusetzen und gerne auch belehren zu lassen.
diese Antwort melden
Nimmer (45) äußerte darauf am 11.10.2020:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
eiskimo ergänzte dazu am 12.10.2020:
Danke für diese ebenso profunde wie überzeugende Darlegung. Dem gegenüber geht meinem Text in der Tat etwas "die Puste aus".
Werde mal schauen, wie ich den "Stein des Anstosses" da rausnehme.
diese Antwort melden
Nimmer (45) meinte dazu am 12.10.2020:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
diese Antwort melden
Ralf_Renkking
Kommentar von Ralf_Renkking (10.10.2020)
Eine Bekannte von mir formulierte es kürzlich etwas gehässig: "Wenn Du an den Kassen von Supermärkten Rechengenies erwartest, muss ich Dich herb enttäuschen, mich wundert allmählich, wie die an ihren Hauptschulabschluss gekommen sind."
Das wiederum konnte ich ihr beantworten, denn Dummheit und Dreistigkeit kooperieren offenbar unbedingt miteinander, wobei ich Schläue/Schlauheit keineswegs ausschließe, denn als ich neulich eine Aldi-Kassiererin darauf hinwies, mir 10 € zu wenig herausgegeben zu haben, holte sie dies ohne ein Wort des Bedauerns, jedoch mit recht ärgerlichem Gesichtsausdruck nach. Ich denke, dass 'Deiner' Kassiererin Geld in der Kasse fehlte und sie sie auf diese Weise 'saniert' hat. Das Stichwort hierzu lautet 'Mankoabrede'.
Für die Zukunft bedeutet das nichts anderes für Dich, als tatsächlich auf bargeldlosen Zvk umzusteigen oder wie ein Storch auf Deine Kröten zu achten und ebenfalls dreist zu sein. Kleiner Tipp noch: Wenn Du der Kassiererin/dem Kassierer solche Kunststückchen abverlangst, dann liefere in dem Atemzug am besten gleich mit, was Du an Wechselgeld zurückzuerhalten wünschst. 🥳

Kommentar geändert am 10.10.2020 um 11:50 Uhr
diesen Kommentar melden
eiskimo meinte dazu am 10.10.2020:
Danke für die Anteilnahme und praktischen Tipps. Mit Karte werde ich aber vollends zum gläsernen Kunden...
Mankoabrede, das gefällt mir!
ciao
Eiskimo
diese Antwort melden
EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (10.10.2020)
Die besten Geschichten schreibt das Leben, aber die werden noch besser, wenn man solch eine pfiffige Überschrift dafür findet.
LG
Ekki
diesen Kommentar melden
eiskimo meinte dazu am 11.10.2020:
Danke! Man erträgt solche "mésavenures" auch deutlich besser, wenn man sie schreibend verarbeiten kann.
Nicht, dass ich materiell gelitten hätte, aber wenn man an so einem Wunderwerk von Scannerkasse, die vor Elektronik nur so strotzt, plump betrogen wird, beginnen schon die Zweifel...
Discounter-Grüße
Eiskimo
diese Antwort melden
AZU20
Kommentar von AZU20 (10.10.2020)
Wegen 3 Euro ein solches Theater? Das sind dfoch Peanuts, oder?

Aber im Ernst. Was ist am Telefon herausgekommen oder hast Du etwa klein beigegeben? LG
diesen Kommentar melden
eiskimo meinte dazu am 10.10.2020:
Ich warte noch immer. Aber es ist auch Wochenende....
Warteschleifen-Musik hat im Übrigen viel Beruhigendes.
LG
diese Antwort melden

© 2002-2021 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2021 keinVerlag.de