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von Terminator

Heute, im verschneiten Tierpark irgendwo im Norden Europas, trifft der alte Grieche Hypothenus drei philosophisch unbegabte, aber gesinnungstechnisch hochgerüstete Perversönlichkeiten: einen radikalen Optimisten, einen radikalen Pessimisten und einen katholischen Priester.

Hypothenus: Wenn ich guten Tag sage, trage ich wahrscheinlich Eulen nach Athen...

Pessimist: Nein, Sie begehen mit dieser haarsträubenden Lüge ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

Priester: Mäßigen Sie sich, Junger Mann! Der liebe Gott...

Hypothenus: Der Gott der Liebe bei euch Christen, ja...

Pessimist: Wenn es ihn gibt, ist er der Teufel persönlich.

Hypothenus: Sie schweigen, o Optimist?

Optimist: Das Leben ist schön. Man muss es nur richtig leben.

Pessimist: Alle töten, das wäre richtig.

Priester: Eine schwere Sünde!

Optimist: Nein, einfach eine traurige Lebenseinstellung. Sehen Sie, ich sitze im Rollstuhl, und früher war ich ein Leichtathlet, habe Preise gewonnen. Und bringe ich mich jetzt um? Nein. Finde ich jetzt alles beschissen? Überhaupt nicht. Ich genieße das Leben.

Priester: Was für ein Unglück. Wie kam es denn dazu?

Optimist: Dass ich das Leben genieße?

Priester: Dass Sie im Rollstuhl sitzen.

Optimist: Zivilcourage. Ich hatte immer felsenfeste moralische Prinzipien. Nun ja, ich habe Kinder beschützt...

Pessimist: Und die Kinder haben sich so bedankt?

Optimist: Die Kinder haben sich später bedankt. Der Mob wars, nachdem die Schurken von den Kindern abließen und rumschrien, ich würde sie sexuell belästigen. Sie stürzten sich auf mich und schlugen mich bewusstlos. Danach wurde ich der Belästigung angeklagt und verurteilt. Nachdem ich aus dem Knast raus war, wurde ich oft auf dem Rollstuhl von Kindern angegriffen und gedemütigt. Aber ich genieße das Leben.

Hypothenus: Haben Sie ein Geheimnis, das Sie keinem verraten?

Optimist: Nein. Das Leben ist doch schön. Das Leben, die Menschen, alles.

Pessimist: Ich muss kotzen! Die Menschen sind ein Haufen Dreck! Das Leben!? Ein Geschenk Gottes, nicht wahr? Soll er sich sein Geschenk in den Hintern schieben!

Priester: Sie kommen in die Hölle, wenn Sie so reden.

Pessimist: Ich bin bereits in der Hölle. Das Leben an sich ist die Hölle.

Hypothenus: Sie sind, o Pessimist, ein priviligierter Mann. Sie sind Beamter, unkündbar, und leben ganz schön epikureisch für mein Befinden.

Pessimist: Soll ich mich auch noch dafür bestrafen, dass alles Scheiße ist? Ja, ich fahre zweimal im Jahr in den Urlaub! Ja, ich gehe in die teuren Puffs! Ja, ich saufe die feinsten Brände, aber nur damit ich die Qual hier überhaupt aushalte und mich nicht erhänge.

Priester: Selbstmord ist eine Todsünde.

Optimist: Ich habe auch schon an Selbstmord gedacht, als die Frau meines Lebens mich verlassen hat. Sie hat sich in einen Anderen verliebt, traurige Geschichte. Aber nicht so tragisch.

Pessimist: Vielmehr komisch. Wann hat sie Sie denn verlassen?

Optimist: Ich war in Untersuchungshaft. Einen Tag nachdem die Ärzte feststellten, dass ich nie mehr werde gehen können...

Pessimist: Und nie mehr laufen, springen, Preise gewinnen, Kohle scheffeln. Liebe ist eine Lüge. Wer Liebe sagt will betrügen.

Hypothenus: Ich bewundere Sie, o Optimist. Aber eine Frage noch: womit verdienen Sie jetzt Ihren Lebensunterhalt?

Optimist: Ich drehe Filme.

Pessimist: Was denn für Filme? Behindertenfilme?

Priester: Sie ignorantes arrogantes diskriminierendes Arschloch!

Optimist: Folterpornos.

Priester (verdutzt): Wie bitte!?

Pessimist (leise): Jetzt verstehe ich ihn. Er ist einer von ihnen geworden. Genauso ein Teufel wie alle Anderen.

Hypothenus: Verdienen Sie jetzt mehr oder weniger?

Optimist: Deutlich mehr.

Hypothenus: Und was ist mit Ihren moralischen Prinzipien?

Optimist: Sie jucken mich jetzt die Hypothenuse. Ich habe verstanden, wie der Hase läuft. Das Leben ist schön, man muss es nur leben. Verweigerung bringt nichts. Kein Wunder dass das depressive Arschloch hier, das im Gegensatz zu mir auf zwei Beinen steht und alles in den Arsch geschoben kriegt, das Leben so unerträglich findet. Werde erwachsen, Junge!

Priester: Mit Empörung verlasse ich dieses Gespräch!

Pessimist: Eine typisch pfäffische Haltung. Wenn was nicht rosa ist - ignorieren, flüchten, Augen schließen.

Hypothenus: Und jetzt mal ohne den Priester. Finden Sie, o Optimist, das Leben wirklich schön?

Optimist: Ohne den Priester? Ich bin hier eigentlich der Priester. Ich zeige am eigenen Beispiel, wie man mit schweren Schicksalsschlägen lebt, sich nicht brechen lässt, verzeiht, auf Rache verzichtet und die Menschen so liebt wie sie sind...

Pessimist: Und genausoein Schwein wird. Ich geh was saufen sonst werfe ich mich noch vors Auto.

Hypothenus: Urteilt selber, o Gaffer, wer Recht hatte und wer Pflicht - die Pflicht, dem Anderen zuzustimmen.

Anmerkung von Terminator:

1.2010

2010 Etliche bis diverse KV-Empfehlichlialitäten

2020 Vom Grönland-Institut in die Liste der "1000 Stücke, die den nächsten Asteroidenanschlag überleben sollten" aufgenommen


Sokrates und die MausInhaltsverzeichnisDie Bed-Verschwörung
Terminator
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Dies ist ein Akt des mehrteiligen Textes Mikrodramen.
Veröffentlicht am 12.12.2020, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 07.05.2021). Textlänge: 672 Wörter; dieser Text wurde bereits 103 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.06.2021.
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