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Erzählung


von minze

Auch abgesehen von der momentanen Situation geht sie am liebsten in den Wald, dort gibt es sogar Dünen. Und viele Naturrampen, wie ich es bezeichnen würde. Schanzen aus Wurzeln, Dreckrennbahnen; mit Laufrad super für die Kinder. Wir sind dort im Sommer zusammen gewesen und haben auch die Tippis bewohnt, die zwischen Wald und Dünen verstreut sind. Da war ein Ferienprogramm oder Kindergeburtstag am Rastplatz, ein ungewohntes Bild mitten im Jahr. Wir mussten ein Stück an der Bundesstraße entlang. Markus brüllte von hinten, sie solle doch nach den Kindern schauen. Sie geht da immer lang, wisse, was sie mache. Was macht Markus mit ihnen, will ich sie fragen; sie sagte anfangs, sie teilen sich das auf, beide arbeiten 50 Prozent. Schließlich ist er entnervt, wir quatschen einfach weiter, tauschen uns aus über alles Momentane - er überholt uns im Sprint, schnappt sich die zwei. Einer von mir dabei. Sie waren fast zu weit, auf der Straße. Mann! Wir sind bald da.

Ohne Markus ist es entspannter. Jetzt macht sie eine Pause mit der Ergotherapie, weil Sven auch nicht mehr hinmag. Der neue Kindergarten sah gleich, dass er problematisch sei. Sie muss mal zu ein paar Fachleuten mit ihm, aber genaue Berichte erstellen die Erzieher nicht, gerade schweben alle zwischen Notbetreuung, Wiederaufnahme unter Pandemiebedingungen, Quarantäne; vielleicht gewinnt sie so auch Zeit. Sie fragt mich, wie meine Versuche sind mit dem Basteln bei Joscha. Habe jetzt verschiedene Kartons, Prickelnadel und so zu Hause. Und noch einen Webrahmen improvisiert. Dabei sind wir länger geblieben.
Beim zweiten Kind sollte sie in der Schwangerschaft auf den Kaffee verzichten. Auch wenn Markus arbeiten war, wenn wir uns trafen, schwebte seine Vorgabe voll über ihr. Sie machte keine Ausnahme. Ich probiere es jetzt aus, nur einen Kaffee. Dauert ja nicht lange. Vielleicht wird es lockerer beim Stillen. Die Erzieherin meinte zu Sven beim ersten Gespräch, man wolle ihn ja nicht ins kalte Wasser fallen lassen. Dann zwischendrin, dass sie langfristig Hilfe bräuchte. Es läuft ähnlich bei mir, nur kann ich noch gut zu Spielplätzen.
Sie sagt mir, dass sie es sich jetzt auch vorgenommen haben, Dates zu machen. Markus und sie. Zusammen kochen, ein cooles Spiel oder so. Je mehr Ideen sie sammeln, desto weniger Lust haben sie drauf, dann nimmt sie es hin und sucht noch weiter, nach besseren Ideen. Ich frage sie in dieser Situation nicht nach dem Sex. Ich weiß, dass die Kinder keinen Mittagschlaf machen und sie abends mit ihnen einschläft. Weiß nicht, ob sie sich es auch schon mal neben den Kindern gemacht hat. Würde mich schon trauen, ihr das mal zu erzählen, früher haben wir uns auch gesagt, dass wir wochenlang keine Lust auf unseren Freund haben; das gehört irgendwie mit rein. Auf dem Spielplatz gäbe es schnell Streit und schnell Mütter, die weder Bagger noch Schaufeln teilen wollen oder ihren Kindern so lange hinterherlaufen, bis sie geliehene Sachen loslassen. Oder sie drohen das sofortige Heimgehen an und geben immerzu den Kindern Kekse.

Immerhin ist der Durchschnitt der Eltern breiter durchmischt, dort, wo sie wohnt. Sie sieht das sofort in unserem Wohnort, dass hier entweder die Alteingesessenen in Folge-Generation oder die Frischen aus dem Neubaugebiet sind. Aber ich will sie ja nicht so sehen. Wenn sie nur darüber sprechen, dann lese ich eben Zeitung, soweit ich mich konzentrieren kann, meine Kinder springen auch ohne mich herum. Ein Vater nickt mir cool zu, wenn er kommt. Seine Tochter ist älter als meine beiden, sie will uns im Frühjahr oft zeigen, wie sie die Feuerwehrstange runterrutscht und Joscha lernt es damals von ihr. Er nickt mir zu, wenn er rausgeht, eine rauchen. Er trägt eine graue Jogginghose, selbst bei den Temperaturen, und ist liebevoll aber auch ein bisschen genervt, wenn sein Mädchen ihn ruft, obwohl sie alleine klettern kann. Lässt sich immer wieder überreden, länger zu bleiben, hat nur so eine 0,5 l Wasserflasche aus dem Discounter dabei. Ich die Trinkflasche vom Weltspartag, nur ist Knax‘ Bande mit Feuerwehrmann Sam überklebt. Wir reden gar nicht viel, aber mir wird etwas wärmer, wenn ich ihn sehe; wohlig. Bei jedem Wetter rauszugehen auf dem Spielplatz und vielleicht auf andere zu treffen ist gut; besser, als die Zeit der geschlossenen Spielplätze. Joscha fährt jetzt alleine Rad, mit aufsteigen, alles. Ich erzähl es dem Typen, er sagt ja, geil!, was mir auch gefällt ist, dass er sagt, komm, wir gehen heim, Mama kommt bald von der Arbeit., gegengleich zum immer gleichen Slogan der Mütter hier.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (04.01.2021)
Fängt gut diese bleiern-stressige, latent aggressive Jungfamilienstimmung ein. Gerne gelesen.

P.S.: "Mäschen" ? Ist das ein Ort?
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minze meinte dazu am 04.01.2021:
Mädchen!
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Dieter_Rotmund antwortete darauf am 04.01.2021:
Bitte, gern geschehen.
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Palytarol schrieb daraufhin am 04.01.2021:
@dr
Sehe ich genauso, anstrengend - aber gut.
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minze äußerte darauf am 04.01.2021:
super Feedback für Literatur.
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Palytarol
Kommentar von Palytarol (05.01.2021)
Hatt ich nicht schon einmal herumgenörgelt, ironisch Verstimmte, es sei so eher semitapfer seinem Publikum solch einen Monolithen vorzupflanzen?!
Das ist wie ein Text-Sarg, man möchte sich in die Tiefe stürzen, ohne sich damit aufzuhalten, was auf seinem Deckel gedichtet steht.
Das ist keine Bagatelle.
Sondern psychologisch essentiell, sofern man wünscht, gelesen zu werden.
Es ist darüber hinaus ein Verschenken der Möglichkeit, den Text sexy zu gestalten.
Cooles Formatieren ist kein Pappenstiel!



Auch abgesehen von der momentanen Situation geht sie am liebsten in den Wald, dort gibt es sogar Dünen. Und viele Naturrampen, wie ich es bezeichnen würde. Schanzen aus Wurzeln, Dreckrennbahnen; mit Laufrad super für die Kinder.
Wir sind dort im Sommer zusammen gewesen und haben auch die Tippis bewohnt, die zwischen Wald und Dünen verstreut sind. Da war ein Ferienprogramm oder Kindergeburtstag am Rastplatz, ein ungewohntes Bild mitten im Jahr. Wir mussten ein Stück an der Bundesstraße entlang.
Markus brüllte von hinten, sie solle doch nach den Kindern schauen. Sie geht da immer lang, wisse, was sie mache. Was macht Markus mit ihnen, will ich sie fragen; sie sagte anfangs, sie teilen sich das auf, beide arbeiten 50 Prozent. Schließlich ist er entnervt, wir quatschen einfach weiter, tauschen uns aus über alles Momentane - er überholt uns im Sprint, schnappt sich die zwei.
Einer von mir dabei. Sie waren fast zu weit, auf der Straße. Mann! Wir sind bald da.
Ohne Markus ist es entspannter. Jetzt macht sie eine Pause mit der Ergotherapie, weil Sven auch nicht mehr hinmag.
Der neue Kindergarten sah gleich, dass er problematisch sei. Sie muss mal zu ein paar Fachleuten mit ihm, aber genaue Berichte erstellen die Erzieher nicht, gerade schweben alle zwischen Notbetreuung, Wiederaufnahme unter Pandemiebedingungen, Quarantäne; vielleicht gewinnt sie so auch Zeit.
Sie fragt mich, wie meine Versuche sind mit dem Basteln bei Joscha. Habe jetzt verschiedene Kartons, Prickelnadel und so zu Hause. Und noch einen Webrahmen improvisiert. Dabei sind wir länger geblieben. Beim zweiten Kind sollte sie in der Schwangerschaft auf den Kaffee verzichten, auch wenn Markus arbeiten war, wenn wir uns trafen, schwebte seine Vorgabe voll über ihr, vielleicht drohend, sodass sie keine Ausnahme machte.
Ich probiere es jetzt aus, nur einen Kaffee. Dauert ja nicht lange.
Vielleicht wird es lockerer beim Stillen.
Die Erzieherin meinte zu Sven beim ersten Gespräch, man wolle ihn ja nicht ins kalte Wasser fallen lassen.[...]
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minze ergänzte dazu am 05.01.2021:
ich versuche, zu verstehen: mehr Absätze? brauche eine klare Sprache, sonst kann ich mit dem Kommentar zu wenig anfangen.

vermute, das ist gemeint. finde die Absätze im Vorschlag schon verständlich, aber mir reißt es den Fluss auseinander, finde ich so stückelig für das kompakte Ding, wie ichs empfinde. es ist gewissermaßen eine Essenz des engvernetzten Frauengesprächs und Innensicht der Protagonistin während diesem ganzen Wust aus Kinder-Partner-Covid-Geschichten..naja. versteh schon. aber ich finde das Ineinander der Gedanken ziemlich psychologisch cool. werde es mir aber nochmal zu Gemüte nehmen - ob too much und so.

Antwort geändert am 05.01.2021 um 21:03 Uhr
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Palytarol meinte dazu am 05.01.2021:
Genau, den Monolithen sprengen. Und zwar nicht aus purem Selbstzweck, sondern den Textsinn kalkulierend.
Das ist keine Hexerei und erlaubt es dem Leser, einhaken zu können.
So, wie du es formatiert hast, als monolithischen Block, ringt es dem Leser eine horrende Überwindung ab, überhaupt erst darauf einzusteigen. Aus rein formal-psychologischen Gründen.
Und, wie geschrieben, du verschenkst darüberhinaus ein wichtiges Prosa-Stilmittel.
Ich poltere hier nur deswegen herum, weil ich den Text gut finde.
Den - in meinen Augen - Fehler machen allerdings viele Autoren hier….
(NB 'spürt' man seinen Text dann auch selbst intensiver, was sich wiederum überträgt)
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Palytarol meinte dazu am 05.01.2021:
Bezog sich jetzt auf deinen ungeänderten Rekomm.

Es ist die Leserperspektive.
Der 'Monolith sls Stilmittel' - ich sag mal, seltenst eine gute Wahl.
(mMn)
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minze meinte dazu am 05.01.2021:
Und zwar nicht aus purem Selbstzweck, sondern den Textsinn kalkulierend.

all right. braucht bei mir immer (meist) ne Weile, bis ich hinter meine Texte komme. also innere/äußere Struktur. das wandelt sich. ich bin da mal ein bisschen weiter gegangen und finde es so vll besser. mal schaun.
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Veröffentlicht am 04.01.2021, 29 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.01.2021). Textlänge: 738 Wörter; dieser Text wurde bereits 109 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.01.2021.
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