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Die Wissenschaft der Mystik

Vorschrift zum Thema Sein


von Terminator

Am Anfang war das Sein. Reines Sein, kein Sein von einem Seienden. Nichts war seiend, denn es gab nur das reine Sein, nichts Seiendes. Deshalb war Nichts seiend. Dieses Nichts war kein nichts von einem Seienden, sondern reines Nichts, also das Nichts des Seins überhaupt, das Nichts des reinen Seins.  Es gab keine Dualität von reinem Sein und seinem Nichts, beides war dasselbe: das Sein war als reines Sein, kein Sein von einem Seienden, vom Nichts nicht unterschieden, und ebenso war das Nichts nichts als reines Sein, denn es konnte nicht nichtsein, da ja nichts war, was sein oder nicht sein konnte. Als dasselbe und zugleich unterschieden vereinigten sich das Nichts und das Sein und schlossen sich zugleich gegenseitig voneinander aus, und es wurde Werden.

Diese Version der Weltentstehung ist mystisch und spekulativ und müsste vielleich irgendwo in den Veden zu finden sein, aber sie findet sich - nicht auszuschließen, dass in den Veden Ähnliches über die Weltentstehung gesagt worden ist - in Hegels Wissenschaft der Logik, in diesem philosophischen Lehrbuch ontologischer Logik. Hegel war nun kein Mystiker, er war vielleicht der letzte Wissenschaftler der Philosophie (nicht zu verwechseln mit Wissenschaftlern, die sich aus Langeweile und von jeweils einem Teilgebiet der Wissenschaft ausgehend zur Philosophie berufen fühlen - Physiker, Kosmologen, Biologen, Informatiker oder Neurowissenschaftler). Hegels ontologische Logik sollte konkrete Erkenntnisse über die Beschaffenheit der Welt im Allgemeinen zutage fördern, indem sie den Geist den Geist untersuchen ließ, das Selbstbewusstsein also unter die Lupe nahm.

Für weniger geistreiche Geister besteht in Hegels Logik kein Unterschied zur Mystik: es kann ja keine Wissenschaft geben, die nicht die - sagen wir es mit Descartes - Vorstellung von res extensa auf Unvorstellbarkeiten untersucht, sondern sich mit res cogitans beschäftigt, einer Einrichting, die denkt, und also ist, und worin sich ihre Selbsterkenntnis auch erschöpfen muss. Geister mit mehr Phantasie und genügend Urteilskraft sehen hingegen in der ontologischen Logik die - vielleicht abgesehen von der Mathematik, der Wissenschaft äußerer Möglichkeiten von Mannigfaltigem - strikteste aller möglichen Wissenschaften, und gehen aus dieser Position an die Tatsache der Nähe der Wissenschaft der Logik zum Wissen der Mystik heran.

Was muss die Logik sein, wenn sie sich, sobald ihr Leben eingehaucht wird, oben mit der Mystik trifft? Was muss die Mystik sein, wenn sie auf ihrem Weg der Methodenfreiheit am Ende mit der strengsten aller möglichen Wissenschaften zusammentrifft? Beides muss Leere sein. Die Seligkeit der armen im Geiste bedeutet für Meister Eckhart keine Banalität, sondern die Freiheit des Geistes von allen Sorgen, Begierden und Vorurteilen, von allen Gottesbildern, Wünschen und Hoffnungen, von allen Methoden, Statistiken und Logiken, von allen Erfahrungen und allem Wissen. Solch ein Geist ist arm, und er hat nur mit sich selbst zu tun - mit dem Selbstbewusstsein. Die Reflexion des Selbstbewusstseins ist die höchste Stufe der wissenschaftlichen Philosophie. Ein armer Geist hat nichts Seiendes vor sich, nichts Kreatürliches, nur reines Sein und Nichts, nur Gott.

Der Unterschied zwischen der Wissenschaft und der Mystik besteht darin, dass der Wissenschaftler mit dem Habitus des "bestallten Richters, der die Zeugen nötigt auf die Fragen zu antworten, die er ihnen vorlegt" (Kant, Vorrede zur zweiten Auflage der Kritik der reinen Vernunft) an seinen Gegenstand herantritt, der Mystiker aber eine Theorie (θεωρία) in der ursprünglichen Bedeutung aufstellt, eine Schau und Einsicht des Göttlichen, des Wahren, Schönen, Guten und Absoluten. Wenn sich schon Teilchen wie das Photon durch den sich als bestallter Richter aufführenden Beobachter gestört fühlen, muss sich der reine unendliche Geist gänzlich der Nötigung widersetzen, weshalb Hegels Wissenschaft der Logik bzw. Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften mitnichten die Gedanken Gottes vor der Schöpfung sein können; sie geben nicht mehr von Gott preis, als Einsteins berühmte Formel - nämlich nichts, bzw. das reine Sein Gottes.

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