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Incels und Feminismus auf Maslows Bedürfnispyramide

Bericht zum Thema Aggression


von Terminator

Incels sind unfreiwillig sexlos (involuntarily celibate) lebende Männer. Neben einer breiten Internet-Gemeinschaft hat ihre Bewegung auch einen radikalen Flügel, der Incel-Terroristen (tödliche Anschläge: LA 2014, Toronto 2018) als Helden einer Incel-Rebellion stilisiert. Rebellieren sie gegen die Unterdrückung ihrer Grundrechte? In Paradiesen wie Kanada wohl kaum. Geht es um unerfüllte Sicherheitsbedürfnisse, leiden sie unter Obdachlosigkeit oder hoffnungsloser Armut? Das Überleben und die Sicherheit sind den Incels wie allen Einwohnern der heutigen liberalen Demokratien garantiert, sie streiten vielmehr um soziale Bedürfnisse. Das Anmaßende in ihren Forderungen ist, dass sie meinen, sie hätten ein Recht auf eine Beziehung mit einer Frau. Da keine Frau freiwillig eine Beziehung mit ihnen eingeht, fühlen sie sich von der Gesellschaft diskriminiert.

Die Sklavenaufstände früherer Zeiten waren ein Kampf dafür, sich selbst zu gehören; die soziale Frage des 19. Jahrhunderts stellte sich um die prekären Lebensverhätnisse der Arbeiterklasse. Heute sind in den Wohlstandsgesellschaften Grund- und Sicherheitsbedürfnisse grundsätzlich erfüllt. Keiner muss hungern, mehr Menschen sterben durch Verhausschweinung oder Verfettung als durch harte Arbeit oder Hunger. Die Incels sind Menschen, die sich ganz unten in der Gesellschaftshierarchie befinden, doch ganz unten wird nicht mehr um Essen und Grundrechte gekämpft, sondern es wird das private Glück politisiert.

Es gibt Darstellungen der Maslowschen Bedürfnispyramide, in denen Sex zu den Grundbedürfnissen gehört. Dies ist nur dann zu rechtfertigen, wenn man unter Sex die Befriedigung des sexuellen Harndrangs versteht, und so wie das Urinieren den urinalen Harndrang stillt, befriedigt die Selbstbefriedigung das Bedürfnis nach Sex. Wenn jedoch unter Sex die Interaktion mit einem menschlichen Sexualpartner verstanden wird, dann handelt es sich aus der Grundbedürfnis-Perspektive um ein Luxusbedürfnis. Ohne einen Sexualpartner stirbt man nicht; beziehungslos leidet man keine existenzielle Not.

Zeitgleich mit dem Incel-Phänomen macht sich ein Feminismus breit, der um eine rücksichtslose Selbstverwirklichung von Frauen kämpft. Fordert der Incel das Recht auf Erfüllung sozialer Bedürfnisse, so fordert die Feministin das Recht auf Erfüllung höchster Individualbedürfnisse, die viel höher in Maslows Bedürfnispyramide zu finden sind. Nun gebietet all das, was Moral, Ethik, Humanität und letztlich Vernunft genannt wird, mehr Empathie mit Leidenden, deren Grundbedürfnisse (needs) unerfüllt sind als mit jenen, die ihre Luxusbedürfnisse (wants) nicht erfüllt bekommen. Wer den heutigen Feminismus aus moralischen Gründen unterstützt, aber die Incel-Bewegung verachtet, offenbart seine gynozentrische Haltung. Wenn Luxusbedürfnisse von Frauen wichtiger sind als Grundbedürfnisse von Männern, ist die Gesellschaft männerfeindlich.

Das Problem ist zugleich die Lösung: keiner darf einen Menschen dazu zwingen, die sozialen Bedürfnisse eines anderen Menschen zu befriedigen. Den Incels schuldet die Gesellschaft es eben nicht, dass sie mit Frauen versorgt sind. Genausowenig schuldet die Gesellschaft den Feministinnen ihre Frauenquoten. Wenn das Scheitern an der Erfüllung eigener sozialer Bedürfnisse die eigene Schuld des Incels ist, ist das Scheitern der Selbstverwirklichung die eigene Schuld der Feministin. Die Wut der gemäßigten Incels richtet sich diese Ungleichbehandlung: den einen wird Selbstverwirklichung garantiert, den anderen wird Liebe und Zugehörigkeit verweigert. Die Natur dieser Bedürfnisse betrachtend, sieht man leicht ein, dass die Liebe eines anderen Menschen nicht zu erzwingen ist. Und die Selbstverwirklichung ist etwas, das einem nicht von außen gegeben werden kann, sondern etwas, das nur aus innerer persönlicher Entwicklung zu erreichen ist.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Aries (15.06.2021)
Wenn eine Frau also den Job, den sie sich wünscht, nicht bekommt, liegt das immer daran, dass sie nicht gut genug ist? Finde ich jetzt als Prämisse schon fragwürdig. Der Incel hat sein Bedürfnis im Privaten, es bezieht sich letztlich auf ein Individuum. Die Feministin im Öffentlichen (zmd in deiner Ausführung). Das lässt sich halt nicht vergleichen.
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Dies ist ein Punkt des mehrteiligen Textes Die Überwindung der Ultradekadenz.
Veröffentlicht am 06.01.2021, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 08.01.2021). Textlänge: 519 Wörter; dieser Text wurde bereits 112 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 18.06.2021.
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