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Eigentum und Besitz

Erzählung zum Thema Ansichtssache


von Mondscheinsonate

Bloß die beiden Begriffe auseinanderhalten, sonst hyperventiliert ein Jurist! Da muss ich wirklich lachen, der Drill geht ins Unerträgliche, wahrlich. Eigentlich bei fast jedem Thema., dies leise gesagt.
Ich fand das schon witzig, gerade mir vorzuhalten, dass mir Eigentum oder Besitz wichtig sei, so sagte die Mutter oft, nicht nur einmal, dass sie nur "Zigaretten kaufen gehe" und dann kam sie drei Tage nicht nachhause. Wir hatten genau nichts und Geld schon gar nicht. Also, was tun? Man konnte nicht täglich bei den Nachbarn vorstellig werden und um Essen betteln, so lernte ich zu überleben, ja, das ist das richtige Wort, überleben, kochte mir aus Suppenwürfel, ich weiß nicht, ob das nur in Österreich so heißt, Brühewürfel (?), eine Suppe oder sammelte Flaschen, damit ich mir eine Semmel kaufen konnte. Das waren harte Jahre, das kann man mir glauben, ich war 10 als der elende Jammer ohne Vater begann. Bei den Großeltern gab es alles im Überfluss, das war der Kontrast. Mein Großvater arbeitete Tag und Nacht. In der Nacht riefen die Patienten permanent an. Er bekam nichts geschenkt, niemals. Er arbeitete bis ins 82ste Lebensjahr.
Die Eltern meiner Freunde waren sehr betucht, aber niemand ließ das heraushängen, das war "normal" und es war auch normal, im Zuckerlgeschäft mir etwas mitzukaufen.
Meiner Mutter kann man sehr viel nachsagen, aber ich war niemals verwahrlost oder sah arm aus. Der Schein musste stets gewahrt werden. Es gab noch keine billigen Modeketten in der Innenstadt, so bekam ich stets die teuerste Kleidung, dafür wenig zu essen, irgendwo mussten Abstriche gemacht werden.
Theresas Eltern hatten zwei Gründerzeithäuser im bürgerlichen 8. Bezirk, Reichtum war untertrieben, der Vater spendete stets sehr viel Geld und arbeite ehrenamtlich in einer Suppenküche. Er sagte immer: "Geld alleine macht nie glücklich."
Ich kenne nur solche Familien. Bs Mutter hat genug Geld, aber die lässt das überhaupt nicht heraushängen, im Gegenteil, ein fast schon übertriebenes Sparen war befremdlich, wenngleich sympathisch.
Mir ist das alles egal, was mir imponiert ist, wenn jemand Geschmack hat. Für mich gibt es nichts Schlimmeres als ein Fliesentisch oder dunkelbraune Wohnungen. Ich brauche Luft zum Atmen und sowas erdrückt mich.
Wer meint, dass Geld verderblich sei, der hat ein Problem. Sich damit selbst zu erhöhen, das ist schrecklich.
Ja, ich liebte es, die halbe Welt gesehen zu haben, das geht nur mit Geld. Dies verdirbt niemanden, der einen gefestigten Charakter hat. Zu allererst muss man in sein Humankapital stecken, soviel es geht, dann intelligent anlegen. Ich habe das gemacht und lebe jetzt gut, dazu 38,5h Arbeit und bin ich fertige Juristin, dann werden es 16 Stunden pro Tag werden, das ist jetzt nichts anderes, denn ich komme nachhause und lerne bis spät in die Nacht.
Niemand schenkt mir etwas und ich kaufe mit Bedacht. Fahre ich wohin, wohne ich gediegen, auf das achte ich sehr, denn das tut mir in der Seele gut.
Oft schrieb ich, es kam stets abfällig rüber, ein bisschen Lustigmachen muss sein, dass meine Oma die Frau Doktor war, aber im Ernst, sie war die Frau vom Doktor, arbeitete untertags in der Praxis, zu Mittag  zwischenzeitlich mit Frau Teigl in  der Wohnung und in der Nacht fuhr sie den Großvater über Berg und Tal. Beide hatten einen 24 Stunden-Tag.
Auch ich werde, wenn Träume verwirklicht werden, Tag und Nacht zur Verfügung stehen, es ist so.
Wer sich für einen helfenden Beruf entscheidet, der sieht nicht auf die Uhr. Leider sind viele diesbezüglich völlig unterbezahlt und selbst Corona änderte nichts an der Tatsache. Ein Umdenken muss geschehen.
Wenn ich also schöne Dinge beschreibe, dann muss man sich harte Arbeit dazu denken. Ich kenne keine Menschen, mich eingeschlossen, die irgendetwas geschenkt bekommen. Und, selbst wenn, ich umgebe mich nur mit Menschen, die entzückend sind und ja, selbst B. war, bevor er komplett der Sucht verfiel, die alles änderte und aus ihm Münchhausen werden ließ, war reizend. Und, nein, wäre mir Eigentum und Besitz "so" wichtig, außer im Studium, dann wäre ich noch immer mit meinem Ex zusammen, da hatte ich alles. Ich ziehe es aber vor, mir nur das zu kaufen, was ich brauche und das Wichtigste: einen vollen Kühlschrank zu haben, das ist mein psychischer Knacks.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (17.02.2021)
"Bs Mutter" ?
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Mondscheinsonate meinte dazu am 17.02.2021:
Das ist egal. Bitte lass das jetzt endlich. Danke. Suche mir immer wieder gerne alle Fehler dieser Erde, da bin ich dankbar, aber bei so einem Scheiß lass mich in Ruh. Das meine ich jetzt sehr scharf und ernst.
diese Antwort melden
Dieter_Rotmund antwortete darauf am 17.02.2021:
Entschuldigung, dass ich mich überhaupt erdreistet habe, eine Frage zum Text zu stellen! Was habe ich mir dabei nur gedacht! Ich unnützer Wurm, ich Taugenichts!!1!

P.S.: Ich vermute, Du wolltest korrekt "B.s Mutter" schreiben.
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Mondscheinsonate schrieb daraufhin am 17.02.2021:
Vermutlich.
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Mondscheinsonate
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Veröffentlicht am 16.02.2021, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.02.2021). Textlänge: 693 Wörter; dieser Text wurde bereits 64 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.05.2021.
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