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Erzählung zum Thema Atem/ Atemlosigkeit


von Mondscheinsonate

So beendete ich das Hörvergnügen "Der Mann ohne Eigenschaften" mit gemischten Gefühlen, da ich mit dem letzten Drittel unzufrieden war. So machte Musil den großen Fehler, die Leidenschaft sprechen zu lassen, nicht mehr den Verstand, gepaart mit Phantasie. Über das inzestuöse Verhalten Ulrichs könnte ich noch hinwegsehen, aber nicht über das Vergessen seiner durchaus interessanten Personen und das Schleifenlassen der Parallelaktion, die meiner Ansicht nach völlig absurd war, aber das hatte seinen Reiz und so hatte ich auch Diotima lieb gewonnen, die, wie mir schien, die einzig vernünftige Person in dem Buch war und Musil ließ alle zu Randfiguren werden, es kam ein reiner Sittenverfall heraus, ließ auch die Psychoanalyse einfließen, vermutlich auch, um seinen letzten Teil rechtzufertigen und die, oft nicht nachvollziehenden Gedanken über Liebe waren nur noch mühsam. Dabei hoffte ich insgeheim, dass der Beste im Buche, der entzückende General Stumm von Bordwehr, nochmals auftreten würde, der das Buch mit seiner altwienerischen Art und deren Ausdrücken belebte, aber das tat er nicht. Nun, so sei mein Fazit, das muss man gelesen haben, es ist, trotz der Einwände, ein Meisterwerk.
Und, nun höre ich das beste Buch, das ich je in meinem Leben gelesen habe, gut, ich höre, das hat den Grund, dass ich den ganzen Tag lesen muss und meine Augen bereits schlechter geworden sind, ich schrieb bereits davon, es ist mir, solange ich noch auf meine Brille warte, kein Vergnügen zu lesen, auch noch aus reinem Vergnügen zu lesen, also höre ich, denn ohne Geschichten kann ich nicht leben, gar nicht sein. So wie die einfältigen Menschen nur computerspielen, den ganzen Tag nur spielen, ohne aufzusehen, ihr Leben verdrängen, so tue ich es im Grunde gleich. Also, ich höre gerade das beste Buch, das mich derartig aufwühlt, sodass ich es gar nicht zu beschreiben vermag, nämlich Schuld und Sühne von Dostojewski, besser Verbrechen und Strafe wie es jetzt heißt. Das ist von der ersten bis zur letzten Sekunde spannend, nein, wird niemals langweilig, bannt, wühlt auf, lässt mich schlaflos werden. Dostojewski war ein Meister der Sprache, vorallem des Dialogs. Die aufgeworfene Frage des lebensunwerten Lebens ist deutlich und wurde leider umgesetzt, ist bis heute in litararischen Diskussionen vorwerfenswert, allerdings abseits der Psychologie dieser Themen, ist es doch bemerkenswert, wie er die Psyche des jungen Mannes nach der Tat zeigt, aber auch schon vorher. Ich weinte und litt in meinem Bett, mitten in der Nacht hörte ich es, als er den Traum von Raskolnikow erzählte. Betrunkene quälten ein Pferd zu Tode, schlugen auf dies ein, peitschten es, schrien, feuerten an, während das Kind weinte, völlig verzweifelt war, der Eigentümer schrie dauernd, dass es doch sein Eigentum sei und er könne damit machen, was er wolle, nahm die Brechstange und schlug es tot.
Zwei Komponenten sind hier, das Herausheben der Juristerei des Rastkolnikow, die Bedeutung des Eigentums, dass man damit verfahren könne, wie man es wollte und, dass man dieses auch ad absurdum führen könne und die Tatsache, die dann folgte, dass Mitleid dem Tier gegenüber stärker war als das gegenüber einer alten Wucherin.
Und, im Grunde war es dann so, dass nicht die Morde in den Wahnsinn trieben, Lisaweta kam leider zufällig vorbei, das bedauerte er nur kurz, sondern die Angst vor dem Erwischtwerden sowie der Ekel vor sich selbst.
Dostojewski beschrieb eindrücklich, dringt in die Seele des Lesers, ich höre gar nicht mehr auf, darüber nachzudenken. Aber, ich habe noch 12 Stunden vor mir. Äußerst beklemmend.

 
 

Kommentare zu diesem Text


DanceWith1Life
Kommentar von DanceWith1Life (27.02.2021)
Eine der wirklich großen Aufgaben der Literatur(meiner Meinung nach), die Sensibilität der Menschlichkeit wiederbelebend darzustellen, nicht zu benennen, wie ich das gerade tue, sondern fühlbar werden zu lassen, dass selbst ein Bericht eines Lesers noch berührt.
gern gelesen.

Kommentar geändert am 27.02.2021 um 18:00 Uhr
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Mondscheinsonate meinte dazu am 27.02.2021:
Danke, ja, das ist es. Ich vermisse das oft in Büchern. Aber, die alten Russen können das gut. Hat man sich mal an die vielen Namen gewöhnt, so kann sich der Leser getrost auf einiges gefasst machen. Aber, weißt du, so zu erzählen, dass nicht ein Satz unlogisch oder langweilig wäre, Dialoge ECHT klingen, nicht gestelzt, das ist schon eine große Kunst.
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AchterZwerg antwortete darauf am 28.02.2021:
Ja. Das konnten und können sie.
Bin auch wieder bei Dostojewski gelandet. Der passt irgendwie immer.
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Mondscheinsonate schrieb daraufhin am 28.02.2021:
Was servierst du?
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AchterZwerg äußerte darauf am 28.02.2021:
Der (kleine) Idiot
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Mondscheinsonate ergänzte dazu am 28.02.2021:
Oh! Das ist mein nächstes Projekt.

Antwort geändert am 28.02.2021 um 18:30 Uhr
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (28.02.2021)
Ja, Dostojewski ist super.

Stil: Du beginnst die ersten beiden Sätze mit "So". Das ist etwas unschön.

Kommentar geändert am 28.02.2021 um 10:31 Uhr
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Mondscheinsonate meinte dazu am 28.02.2021:
Unglaublich phänomenal!
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DanceWith1Life meinte dazu am 28.02.2021:
wenn er den Text so anschaut, wird mir alles andere egal, seine blauen Augen
frei nach Ideal, prust
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Mondscheinsonate meinte dazu am 28.02.2021:
Stillosigkeit verzeihe mir, so (sic!) plaudere ich doch stets vor mich hin.
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Mondscheinsonate
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Veröffentlicht am 27.02.2021, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 27.02.2021). Textlänge: 569 Wörter; dieser Text wurde bereits 57 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 09.04.2021.
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