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Der Klavierstimmer

Erzählung zum Thema Schein und Sein


von Quoth

„Dies ist nicht irgendein Klavirr, sondern ein Blüthner,“ sagte der Stimmer, als ich mich erstaunt zeigte ob des riesigen Koffers voller Werkzeug, das er immerhin aus Leipzig hierher geschleppt hatte. In bewundernswertem Tempo nahm er den Flügel auseinander, lehnte die Abdeckungen an Karla Janssens brechend volles Bücherregal, spielte ein paar Takte aus einem Stück, das mir bekannt vorkam, runzelte die Haut seiner in eine Glatze übergehenden braunen Stirn, schüttelte den Kopf und klagte: „Seit zwanzig Jahren nicht gestimmt, mindestens! Gibt Arrbeit, viel Arrbeit!“ Er nahm die Stimmgabel hervor, schlug sie an, lauschte, schlug dann das A an, verglich und runzelte wieder die Stirn, schüttelte erneut den Kopf, packte einen kurzen und einen langen Stimmschlüssel aus, zog ein Dämpfband durch Saiten, die offenbar nicht mitschwingen sollten, und begann, sich quinten- und oktavenweise durch den Tonkosmos des Flügels hindurchzustimmen. Ich zog mich höflich ins Nebenzimmer zurück, um nicht den Eindruck zu erwecken, ich wolle ihn kontrollieren, griff ins Regal und zog einen schmalen Kunstband hervor. Er zeigt Bilder eines Künstlers, der davon besessen schien, Frauen in möglichst kompromittierender Weise darzustellen, ich las über ihn, dass er wie mein Großvater kurz nach dem Ersten Weltkrieg an der Spanischen Grippe gestorben sei (Egon Schiele), diese Parallele nahm mich für ihn ein. Plötzlich schrie der Klavierstimmer auf. „Es ist,, wie ich habe gesagt!“, rief er triumphierend. Ich ging hinüber: Er schwenkte einen Zettel in der Hand, den er unter die Saiten geklebt gefunden hatte. „14. März 1935 Adolf Levi & Co, Blüthner-Klaviere, Hamburg“, rief er und hielt mir den Zettel hin, „vor 20 Jahren das letzte Mal gestimmt, wie ich habe gesagt!“ Und er fügte versöhnlich hinzu: "Aber es ist nicht irgendein Klavirr, sondern ein Blüthner. Der nicht alle drei Jahre Stimmung benötigt! Habe Flügel gestimmt für Prokofjew, ein übler Patron, und für Schostakowitsch, ein Engel!"

 
 

Kommentare zu diesem Text


AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (02.03.2021)
Dass der arme Klavierstimmer Levi mit Vornamen ausgerechnet Adolf heißen muss, ist schon ein boshafte Fügung. Oder eine schwarzhumorige.

Hüstelnde Grüße
der8.
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Quoth meinte dazu am 02.03.2021:
Habe keine Ahnung, wann der Inhaber der Firma Adolf Levi geboren wurde, aber sicherlich vor 1900 - und da war der Vorname Adolf noch ebenso unbelastet wie z.B. Richard oder Ernst. Deine Anmerkung erinnert mich an den französischen Film "Der Vorname" (Le prénom), in dem Eltern ihr Kind Adolphe nennen wollen und damit Anstoß erregen - obgleich sie sich nur auf die gleichnamige berühmte Erzählung von Benjamin Constant beziehen, die 1816 erschien ... Vielen Dank für die Empfehlung! Gruß Quoth
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Dies ist ein Episode des mehrteiligen Textes Blüthner.
Veröffentlicht am 01.03.2021, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 19.04.2021). Textlänge: 301 Wörter; dieser Text wurde bereits 62 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 22.07.2021.
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