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Selbstliebe

Erzählung zum Thema Abrechnung


von Mondscheinsonate

Das Gute, man kann schließlich nicht alles Schlecht reden, an der Sache war, dass ich jetzt weiß, dass ich zur ganz großen Liebe fähig bin. Nun, dass die aber auch gezügelt werden muss, das auf jeden Fall, denn, so viel kann man gar nicht lieben, wenn dir die große Liebe gegenüber sitzt und im Dauertakt von Sexgeschichten mit anderen Frauen erzählt und du keine Miene verziehst, aber innerlich beinahe stirbst, sowas geht nicht, dann muss man aufstehen und gehen, einfach gehen und sich nicht den Scheißdreck jahrelang anhören. Aber, vor lauter Liebe fehlte mir die Selbstliebe und die kam plötzlich mit den Gezeiten, ganz plötzlich, aber, vielleicht auch, weil die Schmerzgrenze schon längst überschritten war. Ich bemerkte, besonders im Angesicht des Todes, wiedermal, gleich nach meiner schweren Erkrankung, als ich fast ersoffen wäre, dort bei der Steinhäuselbrücke, mein Chef hatte sich eingebildet, er müsse etwas für unsere Teambildung tun und meldete uns zum Rafting an, ja, ich hätte auf mein wochenlanges Bauchgefühl hören sollen, das nur noch "Angst" schrie und nicht mitmachen sollen, irgendeine Ausrede sagen sollen, auch Edith und Alexandra, wahrlich, wir hatten Angst und dann stiegen wir mit zittrigen Knien ins Schlauchboot mit Lukas, Dietmar, Thomas und die ersten zwei Runden gingen, ich saß hinten alleine, der Bootserfahrene, wie heißt die Bezeichnung, ich weiß es nicht, jedenfalls, der Angestellte von dem Raftingclub, stand in ärgsten Stromschnellen ganz vorne am Boot, tat die ganze Zeit auf "cool", ich fand den so widerlich, ich kann es nicht in Worte fassen, kurz, es war ein elendes Mistvieh, denn bevor er, nämlich er, das Boot zum kentern brachte, erklärte er uns, dass wir auf jeden Fall das Paddel wegwerfen müssen, für den Fall des Kenterns und er sagte das und diktierte uns die Paddelrichtung an und selbst, während ich alles erzähle, krampft es mir den Magen zusammen, auf jeden Fall schrie er "links, rechts, rechts, links" und lachte, schrie plötzlich "Hoppala!" und lachte, schrie, "Jetzt werden wir kentern", schrie "Upps, das wollte ich ja, sorry!"und wie in Zeitlupe geschah alles, es war seltsam, das Boot blieb in einer Enge hängen, stellte sich langsam auf und ich dachte nur, jetzt ist es vorbei, warf das Paddel weg und schon war das Boot über meinem Kopf, denn ich sprang nicht schnell genug heraus, kurz wurde ich, trotz Weste nach unten gezogen, spürte ein Paddel zwischen meinen Füßen, fühlte mich gefangen, gelangte wieder an die Oberfläche, schluckte hysterisch Wasser, alles war dunkel, ich war noch immer unter dem Boot, das weiter gerissen wurde und da dachte ich in einem klaren Moment, es gibt nur die eine Möglichkeit, nämlich freiwillig untertauchen, dann schwimmt das Boot weiter und das tat ich, blieb, mir ging die Luft aus, kam wieder hoch, das Boot war weg, aber plötzlich spürte ich einen Schlag am Knie, das war ein Pfosten, der im Wasser herausragte, um eine künstliche Enge zu erzeugen, ein Hindernis, ich hielt mich fest, einfach nur, um kurz zur Ruhe zu kommen, das Wasser peitschte über meinen Kopf, meine Stirn drückte ich wie in Demut an den Pfosten, ich klammerte in Todesangst, ich bin eine sehr schlechte Schwimmerin, und sah wie in Trance zum Ende der Strecke, fand nocheinmal zu mir, sah, dass es nur noch ein paar Meter waren zum ruhigen Teil des Beckens und ließ den Pfosten los, wurde mit den Wellen mitgerissen, soff nur noch Wasser, blieb aber an der Oberfläche, gelangte in den ruhigen Teil und da verlor ich jegliche Kraft, die mich zuvor in Todesangst an den Pfosten klammern ließ, trieb nur noch passiv im Wasser, bis mich Kollegen herauszogen und sanft auf die Stufen setzten. Ich war völlig unter Schock, Blut rann vom Knie, ich war diesbezüglich selber Schuld, denn ich zog den Neobrennanzug meiner Schwester an, weil es mich vor fremden Sachen gruselte und der war nur bis zu den Oberschenkeln, Ekel wurde mit einer blutigen Fleischwunde, die von einem alten Herrn behandelt wurde, bestraft und ich sah zu den Stufen hinüber, die zum Wasser führten und sah Alexandra, völlig blaß, aus dem Wasser steigen und Edith war noch unter dem Boot, sie war die ganze Zeit unter dem Scheiß Boot und das Paddel zwischen meinen Beinen, das mich in Panik geraten ließ, das war Ediths Paddel, sie warf ihres nicht weg, wie wir es tun hätten sollen, weil sie nie zuhörte, wenn der Idiot etwas erklärte, so war dieses verdammte Paddel zwischen meinen Beinen verkeilt und ließ mich beinahe in schwerste Panik verfallen, aber, das Allerschlimmste war, dass meine, damals noch, fünfjährige Nichte alles sah und um mich weinte und schrie, ebenso in Panik verfiel, schrie: "Mama! Die Tante ist nicht mehr da!" und meine Schwester weinte, Angst um mich hatte, sah, dass ich mich in Todesangst an den Pfosten klammerte, ging wild gestikulierend hin und her, schrie, es solle doch jemand helfen, das erzählte sie mir, und Alexandras Mann wollte schon ins Wasser springen, denn er sah seine Frau nicht mehr, die wurde, trotz Weste nach ganz unten gezogen und erzählte, dass sie nur noch schwarz sah, versuchte hoch zu kommen, was ihr gelang, aber ebenfalls unter Schock stand, aber Alexandra ist eine exzellente Schwimmerin und ist durchtrainiert, so schlug sie sich durch, kam unter Schock aus dem Wasser, genau in dem Moment, als ich sie sah und Hellmuth, Ediths Mann, filmte alles, war kreidebleich, suchte seine Frau und fand sie nicht, ließ das Handy fallen und lief zum Rand, schrie, bis er sie endlich sah, nun, so schickte ich das Video dem B. und er meinte nur, das sieht harmlos aus, ach so, schrieb er, fragte nicht weiter, da entwickelte ich, noch in meinem Schock, denn ich weinte tagelang, war in ärztlicher Betreuung, das erste Mal eine Selbstliebe, sie kam plötzlich, und da kam mir nur recht, dass er auf Badoo eine junge Gespielin für Sex und Party suchte, ich das las, nachdem er Tage zuvor aus meinem Bett stieg, als ob ich nie existiert hätte, und schrieb ihm, dass ich ihn nie wieder sehen will, ich entwickelte einen Ekel, der mich komplett durchdrang und dachte, das ist dem völlig egal, ob ich am Leben bin oder sterben würde, sowas muss man sich einmal vorstellen, was Drogen aus einem Hirn machen, fragte nicht einmal, wie es mir ging, unvorstellbar, was ist das für ein widerwärtiges Monster, dachte ich, der hat überhaupt keine Empathiefähigkeit mehr, das dachte ich und denke ich, kann sich in niemanden hineinversetzen, ist ein Psychopath, aber ja, das Gute an der Sache ist, dass ich zwar seitdem keine Sekunde mehr glücklich war, also länger als einen kurzen Augenblick, aber weiß, dass ich dazu fähig wäre. Immerhin. Und, ich werde so etwas nie wieder in meinem Leben durchmachen, weil ich bemerkte, um den Satz zu Ende zu bringen, dass ich wertvoll bin, viel zu wertvoll für Gefühllose, dass das Leben wertvoll und kurz ist.

 
 

Kommentare zu diesem Text


unangepasste
Kommentar von unangepasste (14.03.2021)
Puh, spannend geschrieben. Man leidet mit der Protagonistin mit und wird wütend auf den Bootsführer.
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Mondscheinsonate meinte dazu am 14.03.2021:
Danke!!! Der hat, übrigens, nicht einmal gefragt, wie es uns geht.

Antwort geändert am 14.03.2021 um 17:10 Uhr
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