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Als Rotwein-Manni ein ziemlich brutales Stoppsignal erhielt, seine Zeche zahlte und ein neues Leben anfing

Anekdote zum Thema Lebensbetrachtung


von Bluebird


(von Bluebird)
Ganz in der Nähe von meinem Zuhause, direkt gegenüber dem St.Jürgen-Krankenhaus, gab es eine kleine, gemütliche Eckkneipe. Ich suchte sie ein paar Jahre lang ziemlich regelmäßig im Rahmen meiner damaligen missionarischen Aktivitäten auf.
    Natürlich blieb das dem Wirt, einem pensionierten Schiffskapitän, nicht verborgen, aber er duldete es aus einem mir nicht wirklich bekanntem Grunde. Und selbstverständlich wussten auch sein Personal und die Stammgäste Bescheid.

Eines Abends, der rauchgeschwängerte Tresen war gut besetzt, der diensthabende Nicki hatte alle Hände voll zu tun, Bier und Schnaps flossen reichlich, die Kniffler hämmerten ihre Becher auf das Holz, die Musikbox spielte die ewigselben gestrigen  Lieder und der Stimmungspegel stieg minütlich.
    Rotwein-Manni, mit dem ich schon etliche Gespräche über den Glauben geführt hatte, näherte sich langsam seiner Höchstform. Eigentlich von seiner Grundstruktur ein sensibel-intelligenter Mann mittleren Alters, wurde er unter Rotweineinfluss laut und lustig mit der Tendenz zum Alleinunterhalter. Ein lauthals vorgetragener Gag jagte den nächsten in sich beschleunigenden Tempo.
    Ich sprach gerade mit einem auffallend blonden und braungebraunten Zuhälter, Goldkette und teure Uhr selbstverständlich am Körper, über den Glauben. Eine an sich nicht ganz ungefährliche Sache, aber der Mann schien interessiert und hörte aufmerksam zu.
 
Wie es der Zufall oder das Schicksal so wollte, stand Rotweinwein-Manni nun ausgerechnet nebem ihm und seine Gageinlagen hatten an Lautstärke und vorgetragener Intensität gerade ihren Höhepunkt erreicht, als der mittlerweile ziemlich genervte Nicki ihn ermahnte: „Hör mal, Manni, kannst du nicht vielleicht mal ein wenig leiser sein? Du störst die anderen Gäste!“
  Ein Manni ohne Rotweineinfluß hätte darauf sicherlich sofort reagiert. Er war wie gesagt, ein an sich sensibler, intelligenter und auch höflicher Mann. Aber rotweingesteuert war Nickis Ermahnung wie in den Wind gesprochen und die nächste Gagsalve dröhnte durch den Raum.
 
In diesem Moment drehte sich mein Gesprächspartner blitzschnell um, und eine braungebrannte Hand umklammerte Mannis Kehle so fest, dass dem fast die Augen aus den Höhlen traten.
    Dann sagte er gefährlich ruhig, ihn aus 20 Zentimeter Entfernung in die Augen blickend: „Wenn der Nicki zu dir sagt, dass du ruhig zu sein hast, dann bist du ruhig. Hast du das verstanden?“
  Manni nickte zustimmend im Rahmen der ihm verbliebenen Möglichkeiten, und der Blonde löste den Griff und wandte sich wieder mir zu. Im Raum herrschte für ein paar Sekunden eine Grabesstille, selbst die Musikbox war gerade passend verstummt. Dann hörte man Manni kleinlaut sagen: „Nicki, bitte zahlen!“

Von Stunde an habe ich Manni nie wieder in dieser Kneipe angetroffen. Eines Tages traf ich ihn zufällig in der Stadt. Spontan erzählte er mir: „Ich trinke keinen Rotwein mehr. Damals bin ich am nächsten Tag zu einem Pastor gegangen und habe mit ihm über alles gesprochen. Habe da reinen Tisch gemacht und mein Leben mit Gott in Ordnung gebracht!“
  Da war ich ehrlich gesagt schon ziemlich baff. Denn bei all unseren Gesprächen über den Glauben hatte ich nie den Eindruck gehabt, dass dies eine große Wirkung auf ihn gehabt hätte. Aber vielleicht ja doch!

Gedankenimpuls:
Für Vieles in der Welt gibt es einen richtigen Zeitpunkt. Und manchmal kann auch ein erhaltenes Stoppsignal der Auslöser für eine Lebenswende sein

Anmerkung von Bluebird:

Bremen 1993



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Als ich eine neue Wohnung suchte und jemand eingebungsvoll zum Telefonhörer griffInhaltsverzeichnisEin gefährlicher Ausrutscher
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Dies ist ein Episode des mehrteiligen Textes Meine Bremer Jahre (1988-97).
Veröffentlicht am 17.03.2021, 6 mal überarbeitet (letzte Änderung am 17.03.2021). Textlänge: 514 Wörter; dieser Text wurde bereits 95 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.07.2021.
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