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Bericht zum Thema Buch/ Lesen


von Mondscheinsonate

Der zweite Teil ist nun beendet und er mutete sich wie ein Jane Austen-Roman an, zumindest inhaltlich. Die Verlobung des Fürsten Andre und Natalie, kurz Natacha, wurde gegen Ende der Verlobungszeit, die ein Jahr dauern sollte, der Vater  war gegen diese Verbindung, ein Desaster. Wie es jungen Mädchen eigen ist, so verliebte sie sich hitzig in Anatol, den Frauenheld und Lebemann, den schönen Anatol - bei Tolstoj gibt es nur schön oder hässlich, niemals etwas dazwischen, keine Nuancen - in der Oper und es war reizend, die "Liebe auf den ersten Blick" im eigenen, in meinem Fall hörenden, Kopf zu sehen und spüren, so kenne ich auch das Gefühl, einmal wurde es mir in ihrem Alter zuteil, seufzte und war entzückt, allerdings, als Anatol das junge Fräulein entführen und heimlich heiraten wollte, Dólochow, der rohe Kerl und sein Freund, wollte ihm dabei helfen, wurde ihr Plan durch die treuergebene Dienstbotenschaft der alten Tante Natalies vereitelt, Sonia hatte gepetzt, die Kusine Natalies und Verlobte ihres Bruders.
Anatol wurde von Pierre, seinem Schwager, aus der Stadt gejagt. Er ging widerstandslos, denn für ihn war das Ganze ein hitziges Spiel, aber für Natalie mehr als bitter und so wollte sie sich mit Arsen vergiften, trank einen Schluck, besann sich noch ihrer Liebe zum Leben und weckte Sonia, es wurde ihr geholfen, aber die Niedergeschlagenheit drückte auf ihr junges Herz, das Pierre sehr rührte und seine Liebe kam hoch, die Tränen schossen ihm in die Augen.
Der Fürst André nahm die Nachrichten des Desasters stoisch, allerdings gekränkt auf, gab Pierre persönliche Briefe und das Bild seiner Ex-Verlobten, mit der Bitte um Rückgabe und benahm sich verächtlich wie sein Vater.
Der, übrigens, wurde immer schwächer und grimmiger und machte der Prinzessin Márja immer mehr das Leben zur Hölle.
Das Ganze war eine Mischkulanz aus fürchterlich nervend und reizend, beinahe sehnte ich mich als Zuhörerin auf das Schlachtfeld zurück, vielleicht auch, weil die Figur der Natacha unglaublich eitel und komplett verblödet gezeichnet wurde und ich freute mich stets, wenn ihr Bruder Nikolái auftauchte, der wieder einen männlichen Touch in das Ganze brachte und auch die Jagdszenen waren unglaublich gut beschrieben, das Hetzen der Hunde auf Wild und Hase, der Abend beim Onkel allerliebst erzählt.
Das Treiben in der Stadt, die Bälle detailgetreu wiedergegeben, Tolstoj verstand es, gut zu beschreiben, sodass man mitten im Geschehen war - die gleiche Empfindung hatte ich bei Proust - auch die schlechte pekuniäre Lage des Fürsten Rostów eine Katastrophe, denn es wurde darauf hingewiesen, ja, betont, dass er, trotz der schlechten Lage, seine Leidenschaften, sein Leben nicht aufgeben wollte, so, wie er es gewohnt war. Er war selber Schuld.

Mein Fazit wäre dieses, dass der Teil eine Mischung aus Langeweile und reizend war, reines Geplänkel.
Nun begann ich den dritten Teil und das erste Kapitel begann mit der geschichtsphilosophischen Betrachtung Tolstojs, auf die man mich ansprach und ja, auf die hätte der Autor getrost verzichten können, auch meine Meinung, denn das Ganze hätte man auf einen Satz reduzieren können: Alles hat seine kausalen Zusammenhänge, hier sofort ein Punkt.
Das zweite Kapitel begann mit dem charismatischen Napoleon.

 
 

Kommentare zu diesem Text


AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (10.04.2021)
Schönste Mondscheinsonate,

mit den geschichtsphilosophischen Betrachtungen folgt Tolstoj einer Macke, die sich mit zunehmendem Alter immer mehr weiten sollte.
Ähnlich wie sich Stefan George nicht mehr als Dichter sah, sondern eher als Pädagoge, folgte auch der russische Meister dem imaginären Auftrag, "sein" Volk zu erziehen. Nicht immer mit großem Erfolg, wie die Vita zeigt.
Mit seinen diesbzüglichen Experimenten "terrorisierte" er nicht nur die eigene Familie, sondern auch Kleinbauern und Schuster, denen er nacheifern wollte und die ihrerseits das Verhalten des Grafen belächelten oderr ihm weitgehend verständnislos gegenüber standen.

Liebe Grüße
der8.
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Mondscheinsonate meinte dazu am 10.04.2021:
Toll. Wieso kennst du dich so gut mit den Russen aus?
Dabei fand ich die aufklärerischen Gedanken mit Bauernbefreiung sehr nett, aber ja, dann wurde es zu Finger erhebend.

Antwort geändert am 10.04.2021 um 19:36 Uhr
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